Ist das wahr, dads ein Gemeindereferent nicht mit einer geschiedenen Frau zusammenleben darf?

5 Antworten

Das ist in der Tat so. Kirchen können durchaus verlangen, dass ihre Beschäftigten zu den von ihnen vertretenen Grundsätzen stehen und sie auch persönlich "öffentlich" vertreten; das ist bei anderen Gruppierungen ähnlich. Ein Gemeindereferent ist eine wichtige Person im Gemeindeleben (z. B. kann er Kindergottesdienste gestalten und weitere pastorale Aufgaben übernehmen); von daher können Kirchen ein besonderes Treueverhalten verlangen. Wie in Einzelfällen verfahren wird, steht hier nicht zur Debatte; es gibt selbstverständlich auch Ausnahmen. Grundsätzlich ist das "wahr", also möglich.

Noch eine kleine Ergänzung: Es handelt sich bei Kirchen und anderen Gruppierungen um sog. Tendenzbetriebe, die politisch, ideologisch oder weltanschaulich ausgerichtet sind; sie müssen daher u. a. auch keine Betriebsräte haben, sondern besitzen Mitarbeitervertretungen. Jede(r), die/der sich auf einen Tendenzbetrieb als Arbeitgeber einlässt, muss dies bedenken und wissen, so schwer das im Einzelfall auch sein kann.

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@oldpaed

Eine weitere Ergänzung: Kürzlich, so las ich, ist ein Gewerkschaftssekretär (Gott sei Dank) entlassen worden, weil sich herausgestellt hatte, dass er in einer rechtsradikalen Gruppierung aktiv tätig ist.

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Eine kirchlich geschlossene Katholische Ehe ist unauflöslich Folglich ist die Dame, mit der der Gemeindereferent zusammen ist noch verheiratet, was für die Kath. Kirche eine Unmöglichkeit ist. Es kann sogar soweit kommen, dass der Gemeindereferent seinen Beruf nicht mehr ausüben darf.

Dort wo wir früher gewohnt haben ist sogar eine Erzieherin in einem Kath. Kindergarten gekündigt worden, weil sie mit einem geschiedenen kath. kirchlich verheirateten Partner zusammen war.

(Leider) Ja, das kann gut sein - für Angestellte der Kircke gilt auch das Kirchenrecht. - Meiner Meinung nach hängt hier (vor allem die katholische) Kirche, wie in vielen Fällen, der Lebensrealität hinterher.

Nichts gegen christliche (und kirchliche) Grundsätze - aber gegen die Liebe zu entscheiden halte ich für falsch.

Du hast Recht. Sich gegen die Liebe zu entscheiden ist falsch. Doch mit dem Festhalten an der Gültigkeit und Dauerhaftigkeit einer kirchlich geschlossenen Ehe hält die kath. Kirche doch gerade an der Liebe fest. Wenn sie das von ihren Mitarbeitern, die ja auch Vorbildfunktion haben sollen, ebenfalls verlangt, ist das für mich keine Lieblosigkeit, sondern Wahrhaftigkeit. Zweideutiges Handeln haben wir doch in unserer Gesellschaft schon genug.

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