Ist das sehr auffällig wenn ich das so mache ?

5 Antworten

Dein Vater darf in der Bedarfsgemeinschaft natürlich verdienen was er vom Rententräger aus darf, denn sonst würde es Auswirkung auf seine Rente haben, aber dieses Einkommen würde dann wie dein Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll auf den Bedarf der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) angerechnet !

Es blieben also vom Bruttoeinkommen zunächst 100 € Grundfreibetrag, ab 100 € - 1000 € Brutto kommen 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto 10 % an Freibetrag dazu, diese Freibeträge werden dann addiert, theoretisch vom Nettoeinkommen abgezogen und ergibt dann das anrechenbare Einkommen, welches dann auf den Bedarf angerechnet wird.

Wenn du nun angenommen 450 € Brutto verdienst, dich vorher vom AG - auf schriftlichen Antrag von der Zuzahlung zur RV - ( Rentenversicherung ) befreien lässt und dein AG - ( Arbeitgeber ) dir nicht die pauschale Abgabe abzieht ( zahlt normalerweise der AG ) dann würdest du deine 450 € Brutto = Netto auf dein Konto bekommen.

Von diesen 450 € würde dir das Jobcenter theoretisch deine 170 € an Freibetrag abziehen, es blieben dann ggf.280 € an anrechenbarem Erwerbseinkommen, wenn du nicht noch erhöhte berufsbedingte Aufwendungen wie z.B. für Fahrkosten absetzen könntest.

Das wäre der Fall wenn du monatlich mehr als 70 € aufwenden müsstest.

Zu deinen 280 € käme dann das volle Kindergeld von derzeit 194 €, dein gesamtes anrechenbares Einkommen würde dann bei ca.474 € liegen, davon ginge dann zunächst deine derzeitige Regelleistung für den Lebensunterhalt von 332 € ab, es blieben dann noch etwa 142 € die dir auf deinen KDU - Kopfanteil der Kosten für Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) angerechnet würden.

Wenn die KDU - also angenommen bei 600 € liegen würde und du mit deinen Eltern alleine lebst, dann würde das einen KDU - Kopfanteil von jeweils 200 € ergeben, dann würde deine Mutter für dich noch den Differenzbetrag von angenommen min.58 € als sogenannte Aufstockung vom Jobcenter bekommen.

Für dich wären dann deine 170 € Freibetrag und ggf.das was du vorher schon als Taschengeld bekommen hast, den Rest deines Einkommens musst du dann deinen Eltern als Ausgleich für deine Kürzung selber zahlen.

Nicht Melden deiner Beschäftigung wäre ein Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht und würde nur Ärger für dich / deine Eltern bedeuten, auch wenn du dein Einkommen auf ein anderes Konto überweisen lassen würdest, käme das über kurz oder lang durch einen automatisierten Datenabgleich raus.

Denn wenn dein AG - dich einstellt, meldet er dich bei der Minijobzentrale an und führt pauschale Abgaben für dich ab und so würde das Jobcenter früher oder später von deiner Beschäftigung erfahren.

Für dich könnte evtl.die Ausnahmeregelung für Ferienjobs interessant sein, solange du nach den Ferien weiterhin z.B. eine allgemeinbildende Schule besuchen würdest, unter 25 wärst und keine Ausbildung mit Vergütung beginnen würdest.

Da könntest du nämlich pro Jahr in den Ferien in bis zu 4 Wochen bis zu 1200 € verdienen, ohne das es auf deinen Bedarf angerechnet würde.

Du könntest dir also z.B. einen Nebenjob nach der Schule suchen, wo du im Monat nicht mehr als 100 € Brutto = Netto verdienen würdest, diese wären auf Erwerbseinkommen eh frei und dann suchst du dir in den Ferien bei einem anderen AG - einen Ferienjob, der kann für 4 Wochen oder auch weniger sein, einen evtl.Restanspruch könntest du dann in anderen Ferien einsetzen.

Müsstest dann nur darauf achten, dass du insgesamt diese 1200 € nicht übersteigst, also z.B. in 2 Wochen 800 € verdienst und in den anderen 2 oder 2 x 1 Woche nicht mehr als 400 €.

Deinen Nebenjob bei deinem anderen AG - wo du 100 € verdienst könntest du auch weiterhin machen.

Ja, wegen des regelmäßigen Datenabgleichs.

Jobcenter dürfen Daten von Hartz-IV-Empfängern regelmäßig mit Behörden abgleichen, um Kapitalerträge zu überprüfen. Wie das Bundessozialgericht in Kassel entschied, ist der automatisierte Datenabgleich trotz eines Eingriffs in das Recht der informationellen Selbstbestimmung gerechtfertigt und verfassungskonform. Die Regelung sei "geeignet, erforderlich und angemessen", sagte der Vorsitzende Richter des 4. Senats. Sie diene einer Vermeidung des Leistungsmissbrauchs und damit dem Gemeinwohl.

Es sei denn, der Vater gilt als Arbeitnehmer und ist auch gemeldet. Allerdings machen sich hier dann gleich drei Personen des Betruges schuldig: Du, Dein Vater und der Arbeitgeber.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Das wäre Sozialbetrug und kann dich in heftigste Schwierigkeiten bringen. Der Minijob wird von deinem Arbeitgeber der Minijob-Zentrale gemeldet und bei einem Datenabgleich kommt es dann raus. Es ist übrigens völlig egal, auf welches Konto der Lohn überwiesen wird!

2

Danke für die Aufklärung

LG Nero

0

Was möchtest Du wissen?