Ist das Schuldprinzip bei Trennung im Interesse der Kinder und Unterhalt nicht doch das bessere alles entscheidende Modell?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Mag sicher sein, dass es früher weniger Scheidungen gab, aber das ist ein Zeichen der Zeit und nicht der Abschaffung der Schuldfrage. Früher waren Frauen auch einfach abhängiger vom Mann und von der Gesellschaft hatten alleinerziehende Mütter ein schlechtes Ansehen. Dann ist man halt zwangsweise zusammen geblieben. Man hat sich verprügeln geprügelt, angeschrien, gehasst, psychisch fertig gemacht, betrügen lassen, aber man blieb zusammen und litt. 

Und die Kinder litten mit, denn dieser ewige Terror zu Hause macht einem mit Sicherheit noch mehr kaputt als eine Scheidung. Meine Eltern blieben zusammen, aber der jahrelange Streit hat tiefe Narben bei mir hinterlassen, da hätte ich mir eine klare Trennung damals echt gewünscht. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. 

Wichtig für die Kinder ist, dass die Eltern weiterhin miteinander reden können und sich nicht zerfleischen nach der Trennung. Je ruhiger das zustatten geht, umso besser. Mit dem Schuldprinzip wurde vor Gericht mit scharfen Waffen gekämpft, denn man konnte ja mit dem Waschen dreckiger Wäsche Unterhalt einsparen. Dass man sich nach so was noch als Eltern verstehen kann, wage ich zu bezweifeln. Wer sich trennen wollte und den Unterhalt sparen, der hat dem Partner einfach böse Sachen in die Schuhe geschoben und schon war man fein raus. 

Unterhaltsprobleme gab es aber immer und wird es immer geben. Da muss in der Politik noch viel passieren, um Alleinerziehende und die Kinder besser zu stellen. Und dass Väter auch genug verdienen, um zahlen zu können. 

Heute ist es ja auch eh so, dass der Ehegatte nur noch kurz Ehegattenunterhalt bekommt, darum ging es bei der Schuldscheidung ja. Kindesunterhalt musste man ja auch bei Nichtschuld eh bezahlen, die Kinder traf ja keine Schuld. Aber wenn der Trennungsunterhalt wegfiel, mussten sie natürlich damals auch drunter leiden. 

Das Schuldprinzip wieder einzuführen würde daher nur dazu führen, dass die Gerichte total überlastet wären, die Scheidungskosten extrem steigen würden (wieder weniger Geld für die Kinder), es müssten Zeugen verhört werden ohne Ende und jedes pikante Detail aus er Ehe müsste genaustens verhandelt werden und nach so einer Schlammschlacht würden die Eltern wohl nie wieder miteinander reden wollen und sich hassen ohne Ende. 

Manch heimtückische Frau wird sich dann vielleicht über jahrelangen Unterhalt freuen können, wenn sie ihrem Mann Fehlverhalten nachweisen kann. Und manch andere wird gleich vor dem nichts stehen und mit ihr werden die Kinder leiden müssen. Und allen möglichen Racheplänen von Ehegatten werden Tür und Tor geöffnet. Wie das alles gut für die Kinder sein soll, das kann ich nicht nachvollziehen. 

Im Prinzip finde ich die Regeln derzeit ganz okay, wobei hier und da nachgebessert werden muss zugunsten der Kinder. Die Frau hat ein Jahr Zeit, sich einen Job zu suchen. Für zahlungsunfähige Väter und deren Kinder sollte es Verbesserungen geben und für zahlungsunwillige Väter auch. Daran sollte man arbeiten aber nicht so einen Unsinn, wie das Schuldprinzip einführen, für die Kinder hätte das nur Nachteile und für die Eltern auch. 

Manchmal geht die Liebe eben einfach oder die Personen entwickeln sich auseinander, so etwas zu bestrafen, das wäre keinesfalls sinnvoll. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wer trägt denn die Schuld, wenn eine Beziehung nicht mehr funktioniert - außer die beiden Beteiligten?

wenn ein Mann keinen Unterhalt zahlt, dürfte es nicht nur am zu geringen Verdienst liegen

Woran sonst?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Menuett
07.07.2016, 15:49

Wer trägt überhaupt die Schuld, wenn eine Liebe nicht mehr vorhanden ist.

Es "entliebt" sich doch keiner mit böser Absicht.

Ich hätte ja behauptet, dass man hier überhaupt nicht von Schuld sprechen sollte.

Vorbei ist vorbei, da gibt es keine "Schuldigen".

2
Kommentar von bachforelle49
07.07.2016, 15:55

GanMar, wenn sich bei Trennung ein Partner auf längere Zeit " entfremdet ", weil zum Beispiel der Umgang fehlt (hier das sogenannte Besuchsrecht, was aber nicht das Papier, auf dems steht, wert ist, wenn dem " Besuch " sozusagen immer - neue - Steine in den Weg gelegt werden, weil die Mutter natürlich einen Groll gegen ihren einst heiss Geliebten hat und hegt (+ was sie sonst noch so ausbrüten mag...) + in der Natur eben einer Trennung liegt..), dann dürfte mit ein erheblicher Grund für - ausbleibende - Unterhaltszahlungen auch die Vaterbindung und die Motivation für selbige sein.

Das liegt aber nicht in der Natur eines Vaters und überhaupt Mannes! Ein Vater wird, wenn er regelmäßigen Umgang hat, alles tun, bis hin zum letzten Hemd etc.. Dieser Grund ist eher höher zu bewerten als zu geringes Gehalt, weil selbst bei Selbstbehalt, was ihm verbleibt, er dann - aber nur dann - er auch noch ein Taschengeld fürs Eis usw... übrig hat und hätte... Das Jugendamt sollte daher auch darauf achten, daß dieser Umgang gewährleistet ist und bleibt, bevor der Vater an den Pranger gestellt wird...

0

Ich musste mir jetzt auch noch die Kommentare zu den Antworten Deiner Frage durchlesen, damit ich die Frage überhaupt richtig einsortieren kann :-/

Gestolpert bin ich jetzt über diesen Teil eines Deiner Kommentare:

Daher bedarf es für das Besuchsrecht keines Rechts, sondern schlicht einer besseren Erkenntnis wegen zum Wohle des Kindes , dann klappt das auch mit dem Unterhalt...

Ich verstehe Deine Ausführungen nun so, dass der Unterhaltspflichtige, den Umgang mit dem Kind/den Kindern JEDERZEIT und uneingeschränkt für sich beansprucht und dann - und nur dann, klappt das auch mit einer Unterhaltszahlung?

Wovon leben denn die Kids dann in der Zwischenzeit? Und was hindert denn einen Vater daran, seinen Kids ein ganzes Wochenende oder für einige Zeit in den Ferien ein zuverlässiger Vater zu sein? 

Es ist zu einer Trennung der Familie, aus welchen Gründen auch immer, gekommen. Das gilt es erst einmal zu akzeptieren. Das nun vielleicht kein täglicher Umgang mit den Kindern möglich ist, liegt in der Natur der Dinge. Kinder haben in der heutigen Zeit auch nicht unbegrenzt Freizeit und können dann freudig aufspringen, um mit den getrennten Eltern etwas zu unternehmen! Trotzdem müssen sie irgendwo wohnen, brauchen Essen, Wasser, Kleidung. Schulbücher kosten auch eine Menge Geld und das ganze Drumherum sowieso!

Wie kommt man dann eigentlich als Erzeuger von Kindern auf die Idee, dass es nur dann Unterhalt gibt, wenn das Besuchsrecht nach den ureigensten Vorstellungen zu bewilligen ist? Solch ne Gedanken "auszubrüten", wirkt auf mich mehr als befremdlich :-/

Das Leben unserer Kids, unterliegt spätestens mit Schulbeginn, einem recht straff organisiertem Zeitplan! Daran können weder die Kinder, noch die Mutter, bei der sie wohnen, was ändern. Wenn einem das dann vorkommt, als würde jemand "Steine in den Weg legen" oder die Mutter "heckt sonstwas aus", sollte man vielleicht auch mal seine eigenen Ansprüche neu überdenken und hinterfragen, ob die nicht etwas zu unrealistisch angesiedelt sind!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von bachforelle49
08.07.2016, 14:44

nein, alles falsch

nochmal: das sogenannte Besuchs + meinetwegen Umgangsrecht ist ein Begriff `neuerer ` Zeit, weil der menschliche und humane und liebe und nachvollziehbar freundliche Umgang beider Teile zu ihren Kindern eigentlich nach jahrtausendealtem Familienritualen und Selbstverständlichkeiten keines Gesetzes bedürfen sondern schlicht der (beiderseitigen) Erkenntnis, daß es den Kindern gut tut und sie (die kids) es ja auch so woll(t)en, wenn denn nicht immer dagegen geschossen wird.. (!)

Es bedeutet aber auch, daß von allen Beteiligten diese Erkenntnis freiwillig und ohne Zwang und eben ohne diese `Steine ` handeln und agieren (dürfen);  besonders muß dies von den Kindern freiwillig gewollt sein, denn was nützt das beste Besuchsrecht, wenns die Kinder nicht wollen, sondern sich längst an ihre vermeintliche Freiheit sozusagen gewöhnt haben..

wer redet denn dann von JEDERZEIT und UNEINGESCHRÄNKT? Ich nicht! Ein Vater hier gerne Papa will die Kinder besuchen (dürfen), dann ist auch Unterhalt kein Problem.. Was heißt überhaupt Unterhalt? Es wandert doch eh aufs Konto der Mutter..(?!) Wollt ich nun wirklich fies sein, dann würde ich fragen (wollen), was bekommt Papa denn an Gegenleistung für Unterhalt? Aber frag `ich nicht ! Weil du dann antworten würdest: " warum hat Vater (Papa) denn überhaupt Kinder in die Welt gesetzt??" Wer hat denn nun nicht aufgepaßt oder wollten beide nur ihren Spaß haben? 

Aber auf dies Niveau will ich mich auf keinen Fall (be)geben

0

Richtig ist, dass Scheidungen früher, als noch das Schuldprinzip galt, schwieriger waren. Vor allem für Frauen. Denn während ein Fremdgehen der Ehefrau immer als Schuldgrund galt, haben manche Richter das beim Fremdgehen des Mannes nicht gar so streng gesehen. Frauen waren also benachteiligt und mussten sich andere Wege suchen. Zufall oder nicht, seit Abschaffung des Schuldprinzips sind auch die Giftmorde stark zurückgegangen :-) :-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von bachforelle49
08.07.2016, 14:49

Aha, darf ich mal zur Psychologie greifen und philosophisch werden: Giftmorde und Eheschließungen... das sagt ja alles... wer heiratet, begibt sich in Lebensgefahr... 

0

Nein.

Ich kenne eine Frau, die wurde von ihrem Mann verprügelt. Er bedrohte auch das Kind.

Der Vater der Frau hat das Kind aus der Wohnung geholt, die Frau wollte nicht mit, da sie sonst "schuldig" geschieden werden würde.

Daraufhin hat der Ehemann die Frau halb totgeschlagen. Sie kam ins Krankenhaus - und wurde schuldig geschieden, da sie die Ehewohnung verlassen hat.

Jap, da hatte der Ehemann keinen Unterhalt zu bezahlen.

Heute gibt es eh nur noch sehr selten Unterhalt für die Frau/den Mann nach der Scheidung.

Und Kindesunterhalt war von Schuld schon immer unabhängig.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von bachforelle49
07.07.2016, 16:12

kriminelle Naturen waren schon zu allen Zeiten außen vor und dürfen nicht der Maßstab sein. Sonst müßte man den Alkohol auch verbieten, der für vieles die Ursache ist... Der Umstand der mangelnden und mangelhaften Unterhalts(zahlungsbereitschaft) hat wohl nichts mit einem Hausverbot eines pöbelnden + kranken Ehemanntyrannes zu tun, denn dafür gäbs ja auch den Knast, sondern mit der ebenso mangelnden bis mangelhaften Bindung des Vaters zu seinem Kind(er)

das ist das Problem. Die Jugendämter bestärken nach geltendem (Familien)verständnis noch dies Trauma, denn auch Väter - hier " Papas " leiden, wenn die Mutter die Haustür nicht (mehr) aufmacht, wen der männliche Erziehungsteil der Kinder das (sein) Besuchsrecht wahrnehmen will, aber nicht kann.. Wetten, das Väter Unterhalt zahlen, wenn sie auch mal wieder Papa sein dürfen??

0

Ich kann dir eine Geschichte zur Trennung meiner Großeltern erzählen. Er hat sie mit einer Turnkameradin betrogen diese geschwängert. Meine Oma war noch im Krankenhaus bei ihr (war auch ne Freundin von meiner Oma) und hat gratuliert. Ein paar Wochen später erfuhr sie, dass das Kind von ihrem Mann ist. Damals galt noch das Schuldprinzip. Jetzt rate mal wer die Schuld vor Gericht bekommen hat?

Genau meine Oma! Und warum, weil ihr unterstellt wurde meinen Opa zu betrügen bzw. betrogen zu haben. Als Beweis wurde sie dabei fotografiert, wie ein Arbeitskollege sie nach Hause brachte.

Ist das besser für die beteiligten?

Achja Jahrzehnte später hat sich mein Opa für die miese Nummer entschuldigt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von bachforelle49
07.07.2016, 16:03

natürlich nicht, das Schuldprinzip entbindet ja auch nicht von Unterhaltszahlung.. aber nochmal: die väterliche Bindung hängt - wie man feststellt - eben nicht am Unterhalt, denn da haperts irgendwann...(?!), sondern am hoffentlich regelmäßigen Umgang um Besuchen des Vaters mit seinem Kind, was aber heute vielfach auf der Strecke bleibt, weil das Wohl des Kindes sich einzig mit und durch Verbleib bei der alleinerziehenden Mutter tituliert. Wer hat schon Lust, sich auf Dauer die Zeiten vorgeben zu lassen, wenn bei schönem Wetter der Zoobesuch etwas länger dauert..?? Oder hat das Kind überhaupt Lust, diesen Stress immer mitzumachen?? Spätestens in der Pubertät platzt das alles wie eine Seifenblase..

Daher bedarf es für das Besuchsrecht keines Rechts, sondern schlicht einer besseren Erkenntnis wegen zum Wohle des Kindes , dann klappt das auch mit dem Unterhalt...

0

Was möchtest Du wissen?