Ist das schon beginnende Demenz?

9 Antworten

Oh... leider muss ich auch sagen, dass es ziemlich danach klingt. Es ist erschreckend, denn ich bin auch fast 50, bin aber ganztags gefordert durch Beruf und Familie.

Die Zurückgezogenheit und keine Herausforderung (im Privaten) macht das alles nicht besser! Man braucht soziale Kontakte, Erfahrungen u.s.w. Die Frage nach der Arbeit ist berechtigt: wird sie da ihrer Aufgabe noch gerecht?

Das ganze erinnert mich stark an meine Mutter: sie hatte sich am Ende auch mit uns Kindern ziemlich zerstritten und pflegte keine Freundschaften oder simple Kontakte bspw in der Nachbarschaft o.Ä.

Sie war älter, aber es zeigte sich das gleiche Schema. Und sie wurde immer depressiver, je weniger Aufgaben und Kontakte sie hatte.

Wenn Deine Mutter allerdings nichts dagegen machen möchte oder eine Diagnose scheut, stehen die Chancen natürlich schlecht, dem entgegen zu wirken. Es wäre wünschenswert, dass sie sich wirklich untersuchen lässt.

Worüber soll Deine Mutter denn großartig etwas erzählen, wenn sie nichts erlebt ausser Arbeit und zu Hause rumsitzen; natürlich erzählt man dann irgendwann immer wieder diesselben alten Geschichten, verliert sich in Gedanken und bemerkt nicht mehr, ob ein Fenster offen oder zu ist.

Der Geist muss gefordert und angeregt werden, damit er funktioniert, und das ist nicht mehr der Fall, wenn man immer mehr vereinsamt - die Krankheit unser Zeit heißt Einsamkeit, die ist aber kein Fall für den Arzt sondern für die Mitmenschen.

Wenn man mit 50 ohne Partner lebt und nicht rechtzeitig dafür gesorgt hat, einen stabilen Freundes- und Bekanntenkreis aufzubauen, wird man immer einsamer je älter man wird, aber daran denkt man nicht solange man noch jung ist, das ist das Problem.

Wirkliche Freunde, die wissen, wer man ist, kann man ab einem bestimmten Alter nicht mehr erwerben sondern nur noch Bekanntschaften, und auch die nur sehr oberflächlich, denn die meisten Menschen drehen sich nur um ihre eigene Familie.

Viele Jahre hat Deine Mutter immerhin Dich gehabt, aber Du bist kein Kind mehr und lebst Dein eigenes Leben - was bleibt Deiner Mutter da noch?

Wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt, hat sie keine Aufgabe mehr und niemanden, der ihr Leben teilt und Du fällst als Ansprechpartner ja wohl aus, wenn Ihr kein gutes Verhältnis zueinander habt. Versetz Dich mal in ihre Lage und frage Dich, wieviel Lebensfreude Du von ihr erwarten kannst - und die braucht man nun mal, um aktiv zu sein.

Es gibt eben Lebenswege, die nicht gut verlaufen und aus einem Leben ohne Liebe. dass Deine Mutter ja seit 20 Jahren führt, ohne Partner, der einen begleitet, ohne Freunde, die wirklich zu einem gehören, zieht man sich in Gedanken immer mehr aus dem Leben zurück, verliert sich in der Vergangenheit und altert - das ist traurig, aber eine nachvollziehbare Reaktion und nicht unbedingt ein Fall für einen Arzt.

Wir sind heute viel zu schnell dabei, Gefühle von Einsamkeit und Traurigkeit zu pathologisieren und Menschen zu Therapeuten und Ärzten abzuschieben, wenn sie nicht funktionieren.

Versuch Deiner Mutter ein bißchen Herzlichkeit entgegenzubringen und etwas Freude in ihr Leben, das weckt vermutlich eher ihre Lebensgeister als es ein irgendein Arzt könnte

Das, was du schreibst, kann ich fast hundertprozentig so unterschreiben. Dennoch gibt es ja auch viele einsame Menschen, die sich nicht so entwickeln, dass deren Verhalten einer Demenz (zumindest etwas) gleicht. Ich verstehe ihre Einsamkeit und ich weiß auch, dass ihr Geist kaum gefordert wird. Tipps geben wir ihr immer wieder und ich glaube, ein Psychologe wäre da nicht einmal so verkehrt. Denn ich kann leider auch nicht alles ändern, auch wenn es meine Mutter ist. Das wäre etwas anderes, wenn man ein richtig gutes Verhältnis gehabt hätte. Das sage ich hier gerade noch einmal, da ich einen leichten vorwurfsvollen Ton raus höre- kann mich selbstverständlich auch irren. Natürlich ist sie mir nicht komplett egal, aber ich kann eben auch nicht jedes WE vorbeikommen und für Programm sorgen. Wir reden ihr ja gut zu, aber letztendlich liegt es schon in ihrer Hand. Da ich schwanger bin und sie bald einen Enkel hat, ist das ja evtl eine Möglichkeit, mehr Herzlichkeit in ihr Leben zu bringen.

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@Lorael

Nein, ich wollte Dir hier absolut keinen Vorwurf machen, deshalb habe ich ja extra geschrieben, dass es Lebenswege gibt, die nicht gut verlaufen und dazu gehört auch, dass man nicht immer das beste Verhältnis zu seinen Kinder entwickelt; es sind eben nicht immer alle Probleme lösbar und auch Eltern und Kinder finden nicht immer zueinander, wenn zuviel passiert ist - manchmal kann man das noch ändern, aber manchmal eben auch nicht, die Hoffnung darauf sollte man aber nicht aufgeben, denn Mutter ist nun mal Mutter - auch das gehört zu den Dingen des Lebens, die man in ihrer vollen Tragweite erst begreift, wenn man keine mehr hat.

Egal wie Eure Vergangenheit war, für Deine Mutter bist Du der wichtigste Mensch in ihrem Leben, vergiß das nicht, und je älter sie wird desto wichtiger wirst Du werden; Du musst Dich deshalb nicht verbiegen und Gefühle heucheln, die Du nicht hast, aber versuche ihr zu verzeihen, was sie bei Dir falsch gemacht hat, das wird auch Dir gut tun.

Du wirst ja nun bald selbst Mutter sein und mit Deinem Kind wird auch für Deine Mutter ein neuer Lebensabschnitt beginnen, in dem sie mit der vollen Kraft eines jungen Lebens konfrontiert sein wird und es ist sehr gut vorstellbar, dass ihr das wieder neuen Lebensmut gibt und sie wieder"wach" macht, und vielleicht könnt auch Ihr Euch dann nochmal ganz neu begegnen - ich wünsche es Dir jedenfalls.

Alles Gute!

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Hmm wenn sie es ablehnt ist scheise.. Zum Arzt müsste man nämlich. Ich weiß nur das meine Oma das auch hat seit Jahren. Sie erzählt immer wieder die selben Geschichten die wir schon in und auswendig kennen wir hören halt trotzdem zu. Aber sie ist trotzdem fit und kriegt alles mit aber erzählt halt trotzdem immer dasselbe

Interessant. Finde es eben so seltsam, da sie gerade mal 50 ist und äußerlich aussieht wie Anfang 40.

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@Burak35

nein schon lange zeit nicht mehr, bin früh ausgezogen.

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Das ist mit 50 aber noch etwas früh. Beschäftigt sie sich denn mit nichts anderem? Man muß doch in diesem Alter noch voll im Leben stehen. Aber natürlich kann es beginnende Demenz sein. Ich hoffe es aber nicht für euch. Sie sollte jemanden haben, der zweimal die Woche kommt und mit ihr Kaffee trinkt, klönt und spazierengeht.

Tatsächlich nicht. Letztens hat sie so eine Art Malen nach Zahlen probiert, aber doll ist nicht. Sie ist wenig ,,bei sich", tut nichts, was ihr gut tut, wie etwas leckeres für sich kochen, spazieren gehen... Zu der anderen Frage: Schafft sie nicht, weil sie morgens aus dem Haus geht und erst so 17:00 zu Hause ankommt und selbst sagt, sie wäre für Unternehmungen einfach zu fertig. Sie ist nicht mehr so belastbar..Wir haben ja auch unseren Alltag, dafür sehen wir uns nicht selten am WE.

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@Lorael

demnach ist sie noch berufstätig? Wie ist es denn dort? Kommt sie noch mit allem klar?

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@Lorael

kann sie sich noch alleine die Fußnägel schneiden? Das soll ein erstes Anzeichen sein, wenn nicht. Wenn sie zur Fußpflege geht, kann man es allerdings nicht feststellen.

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@adelaide196970

Gute Frage, habe ich länger nicht gesehen. Auf jeden Fall hat sie nie fettige Haare oder wirkt ungepflegt- muss man schon sagen. Beruflich läuft es ihrer Aussage nach gut, aber es kommen immer Kommentare, dass sie bei den ganzen jungen Leuten nicht mithalten kann.

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Zitat: "Einen Demenztest will sie nicht machen, aus Angst, dass ihr die Krankheit bestätigt wird..."

Sagt sie, dass sie Angst hat, diese Erkrankung zu haben oder sagst du das?

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Sie sagt das, aber lacht dann immer. Also sie zieht es etwas ins Lächerliche... sie will davon schlichtweg nichts wissen. Ihr wurde auch eine leichte Diabetes diagnostiziert und dennoch gibts kaum nen Tag ohne Kuchen, Schokolade etc. Wenn ich sie darauf hinweise, lacht sie auch immer. Sehr seltsam irgendwie.

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