Ist das Rechtens so?

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6 Antworten

Hallo,

zunächst einmal Folgendes vorweg: Ich kann die Verärgerung absolut nachvollziehen, denn der Eindruck, den die Versicherung hier mit ihrer Vorgehensweise hinterlässt, ist - nennen wir es freundlich - zweifelhaft. Für einen schadenfreien Kunden KANN sich hier gar kein positives Bild ergeben.

Leider - und das ist die schlechte Nachricht - handelt die AXA hier zwar überaus ungeschickt bis kundenunfreundlich, aber nichtsdestotrotz rechtlich einwandfrei: Das VVG bietet beiden Vertragsparteien die Möglichkeit, die Versicherung fristgerecht zum Ablauf zu kündigen - und das auch ohne Angaben von Gründen.

Warum aber macht die AXA (und nicht nur die) diesen seltsamen "Fackelzug"? Nun die Antwort lauert i.d.T. in dem Begriff der "Versichertengemeinschaft". In dieser Gemeinschaft treffen sich ja alle Gleichgesinnten, die ein bestimmtes Risiko finanziell nicht allein tragen wollen/können, und es - sinnvollerweise - auf alle Schultern gleichmäßig verteilen wollen.

Versicherungsgesellschaften haben dabei die Aufgabe übernommen, das jeweilige Risiko zu berechnen und beitragsmäßig auf die Versicherten zu verteilen. Ebenso übernehmen sie das ganze damit verbundene Procedere (Abrechnung, Vertragserstellung, Schadenabwicklung, usw.).

(Dass sie sich dabei ein mitunter ordentliches Stück vom Beitragskuchen auch für die eigene Tasche abbeißen, lassen wir einmal unkommentiert... *g*)

Die AXA hat nun festgestellt (oder glaubt das getan zu haben), dass die Beitragseinnahmen aus der Versichertengemeinschaft nicht mehr ausreichen, um die (zukünftigen) Schäden abdecken zu können. Also geht sie hin und bietet allen Versicherten, die noch Tarife auf der Basis alter Beitragskalkulationen haben, an, ihre Verträge auf neue Versionen umzustellen. Wer das nicht möchte, von dem trennt sich der Versicherer.

Dies hat dann mit dem eventuell schadenfreien individuellen Risiko (wie im vorliegenden Fall) nichts zu tun.

Dass sie sich dabei wie die berühmte Axa im Walde benimmt (sorry, DEN konnte ich nicht auslassen) und im Vorfeld andere Wege der Beitragsanpassung möglicherweise ungenutzt gelassen hat, ist leider die Entscheidung der Damen und Herren aus den oberen Etagen und vom Kunden nicht beeinflussbar.

Bleibt dem Kunden nur die Genugtuung, eventuell einen günstigeren - und ggf. auch besseren - Versicherer (ja, die gibt´s) zu finden und von weiteren Geschäftsbeziehungen Abstand zu nehmen...

Viele Grüße

Loroth

(P.S.: Wenn der ganze Ärger einmal verraucht ist: wer weiß, für was es gut war...)

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Kommentar von DolphinPB
28.09.2016, 20:14

DH !

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Bei der AXA/DBV lief seit 2015 (oder 2014?) eine Aktion, bei der Altverträge auf den aktuellen Tarif umgestellt werden mussten. Hier wurden aber eigentlich auch Sonderkonditionen eingeräumt, sodass "doppelte Prämie" eigentlich nicht möglich war. Es sei denn ihr habt in der Zeit angebaut wodurch sich die Versicherungssumme erhöht hat.

Die Versicherung hat, genau wie der Versicherungsnehmer, das Recht zur ordentlichen Kündigung zum Ende der Versicherungsperiode. Davon wurde Gebrauch gemacht, das ist vollkommen Rechtens. Was könnt ihr da machen? Euch eine neue Versicherung suchen. Rechnet aber damit, dass keine (auch nur annähernd) so günstig sein wird wie euer alter Vertrag.

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Kommentar von Bleistein
28.09.2016, 17:32

So ist es. Man darf das nicht persönlich nehmen. Die Versicherung hat das gleiche Recht, wie der Versicherungsnehmer. Wenn ein Vertrag nicht mehr gewünscht ist, kann er eben gekündigt werden. Um solche Härtefälle zu vermeiden, haben die Vermittler in der Regel Möglichkeiten zur Rabattierung.

Auch über die SB kann man Beiträge und damit Liquidität sparen. Ich würde noch einmal das Gespräch mit der Agentur suchen und dann entscheiden.

Im Schnitt werden Gebäudeversicherungen immer teurer, weil die Versicherer immer mehr Schäden (vor allem Leitungswasser = Rohrbrüche) bei älteren Objekten bezahlen müssen. Diese Entwicklung zieht sich durch die gesamte Versicherungsbranche.

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Hallo FirstLex,

zunächst : Yep ! Sie dürfen und haben (z.Teil) das VVG im Rücken ! Das die Umsetzung eher einer Wild West Aktion gleicht , weil entweder der Vertreter der AXA nicht das Fingerspitzengefühl besitzt oder über die Ernsthaftigkeit das Band des Schweigens legt , ist das Manko an der Sache ..

Zwei Faktoren spielen hier eine Rolle :

Verträge bürgen bei Abschluss meist das aktuelle Bedingungswerk in sich und laufen , wenn es für beide Seiten positiv ist, jahrelang . Bedingungen mit den Jahreszahlen 1988 ,1992 , 1996, 2002  sind schlichtweg "veraltet" .

Ganz der E.U. Richtlinie folgend , dem Kunden
aktuelle Versicherungswerte / Bedingungen anbieten zu "müssen" ,werden Altverträge nach und nach umgestellt oder gekündigt..Des weitern werden
immer mehr alte Tarife schlichtweg geschlossen, da Sie auch im Schadensbereich nicht den Ansätzen der 100 % Erfüllung zu Grunde liegen ! So bekommt auch ein kleiner Spassverderber wie z.Bsp. der "aktuelle
Umrechnungsfaktor" im Altvertrag eine ganz neue Bedeutung ..

Die Frage nach der kippenden Kalkulation ist hier eher zweitranigig , würde sonst der aktuelle Vertrag immer noch bestehen ? Zumal (auch wenn es in einer anderen Antwort anders dargestellt wurde..) Beiträge , gerade bei
der AXA , immer mal angepasst wurden ,in der Sparte Wohngebäude mehr als so manch Kunden lieb gewesen ist..

Der zweite Faktor ist die aktuelle (Un)Wettersituation ! In Bezug auf den oberen Faktor sollte man sich selber die Frage stellen : Reicht der aktuelle Wert 1914 noch aus bei einem Totalschaden gut versicht zu sein und hat er moderen
Zusätze versichert ?

An anderer Stelle wurde hier geäußert ,das die Beitragsstrukturen der allgemeinen Versicherungsgemeinschaft nicht mehr ausreichen ..und auch VR sich Ihren Kuchenstück davon abschneiden ...? ...Ähmm : Nö !

Das Feld der Wohngebäude Versicherungen ist ähnlich wie in der KfZ Sparte mittlerweile eine Patt Situation : Fast (!) alle eingenommen Beiträge gehen auch für Schäden
wieder raus..

Was ärgert nun mehr : Den Altvertrag nicht mal von
selber umgestellt zu haben ..? ..oder in der Realtität von aktuellerem ,besserem Versicherungsschutz ,aber auch höheren Beiträgen angekommen zu
sein..?

In diesem Sinne

HG DerMakler



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Die Axa bietet diese Vertragskonditionen zu diesem Preis nicht mehr an.

Deswegen kündigen sie.  Ich sehe da dein Problem nicht.

Sucht euch einen anderen Versicherer oder nehmt den neuen Vertrag.

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Ja. Es ist rechtens. Jede Vertragspartei kann zum Ablauf der Vertragslaufzeit kündigen §11 VVG.

Was können Sie tun: Beauftragen Sie einen freien Vermittler Ihnen den best möglichen Versicherungsschutz zu den best möglichen Konditionen am Markt zu besorgen. Dieser wird Ihnen auch nach Vertragsabschluss mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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Verträge sind in den vereinbarten Fristen von beiden Seiten kündbar.

Blick in die Versicherungsbedingungen hilft hier weiter

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Kommentar von FirstLex
28.09.2016, 17:23

Darum geht es doch nicht.

Es kann doch nicht sein das man gezwungen wird das Doppelte zu zahlen.

Sowas ist doch Erpressung

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