Ist das Prinzip von Himmel und Hölle fair?

22 Antworten

Es ist zum Teil fair, aber nicht ganz. Der Glaube an einen Gott allein, egal an welchen, macht einen Menschen nicht zu einem besseren Menschen. Jemand der angeblich im Namen eines Gottes andere umbringt, nur weil die nicht diesen Glauben teilen, verstößt eindeutig gegen eines der Gebote, die Mose gegeben worden sind, als er das Volk Israel durch die Wüste geführt hatte. Egal ob man nun Jude, Christ oder Moslem ist, gelten die 10 Gebote auf jeden Fall, denn sie alle begründen sich auf gemeinsamen Grundlagen des alten Testaments, wozu auch die 10 Gebote gehören.

Wirklich fair wäre, wenn sowohl gute Werke aus den richtigen Beweggründen, als auch der Glaube zählen, aber nicht nur der Glaube an einen bestimmten Gott, sondern der Glaube, der dazu veranlasst, über das irdische Maß an Menschlichkeit hinaus zu wachsen, um Gutes zu tun.

Aus diesem Grunde glauben Mormonen nicht nur an einen Himmel und eine Hölle, sondern gewissermaßen an verschiedene Stufen der Herrlichkeit.
Die höchste Stufe der Herrlichkeit, auch die celestiale Herrlichkeit genannt, ist für diejenigen, die im Glauben an den himmlischen Vater, an seinen Sohn als unseren Erlöser und an den Heiligen Geist entsprechend diesem Glauben leben und daher auch ihren Mitmenschen gegenüber aus Nächstenliebe helfen. Darauf aufbauend gibt es Verheißungen für entsprechend im Tempel geschlossene Bündnisse wie die der ewigen Ehe und Familie. (Alternativ wäre es, meinem eigenen Glauben nach, durchaus vorstellbar, dass dies nicht nur auf einen einzigen Glauben, sondern auf viele Religionen zutreffen kann, wenn auch entsprechend mit möglicherweise alternativen Begriffen, aber das ist nicht Teil der damit verbundenen Kirchenlehre.)
Die zweite Stufe der Herrlichkeit, auch die terrestriale Herrlichkeit genannt, ist für diejenigen, die an sich nach weltlichen Maßstäben gute Menschen waren, denen aber augenscheinlich der Anreiz fehlte darüber hinaus zum Guten weiter zu wachsen.
Die dritte Stufe der Herrlichkeit, auch die telestiale Herrlichkeit genannt, ist für diejenigen, die weder an Gott glauben, noch im Einhalten weltlicher Gesetze besonders gut in ihrem Leben gewesen sind. Auch diese Herrlichkeit soll immer noch besser als das irdische Dasein sein.
Was wohl der Hölle irgendwie am nächsten kommt, ist schließlich die so genannte äußere Finsternis, in welcher all diejenigen kommen, die nicht einmal die Bedingungen erfüllen, um in die telestiale Herrlichkeit zu gelangen. Hierhin kommen nur die schlimmsten und verdorbensten Menschen, die derart negativ sind, dass es für sie keine Besserung gibt - weil sie diese von sich aus nicht annehmen würden.

So in etwa (was den letzten Absatz betrifft) ist es jedenfalls Teil der Lehre der Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage.

Die Antwort ist gar nicht so einfach, da unterschiedliche Religionen ganz unterschiedliche Antworten geben.

Eine Frage ist die von Gerechtigkeit: Die Bösen sollen sozusagen mal am eigenen Leib erfahren, was sie anderen zugefügt haben. Darum werden dann die guten gegen die bösen Taten aufgewogen.

Das Problem: Wenn also ein "großer Schweinehund" eine einzige genügend gute Tat getan hätte, käme er in den Himmel, während ein kleiner Schlucker mit einem kleinen Vergehen, das er leider nicht genügend gut ausgleichen konnte, in die Hölle wanderte...

Für das Judentum/Christentum kann ich sagen: Es lohnt sich, genau hinzuschauen. Und wenn man dann mal liest, wie etwa Schuld und Vergebung im Blick auf Gott gewichtet werden, dann kommt in der Tat niemand in die sogenannte Hölle.

Es kann in meinen Augen auch keinen Himmel geben, der diesen Namen verdient, wenn es daneben eine Hölle gibt, in der Menschen leiden oder verloren sind. Wer sich das nicht vorstellen kann: Es gibt einen schönen Bibelvers, in dem Jesus sinngemäß sagt: Bei Menschen unmöglich - Gott macht das schon.

Für meinen Teil löse ich das Gerechtigkeitsproblem so, dass jeder Mensch erkennen wird, was er im Guten wie im Bösen angestellt hat. Und bei manchen ist es gut, wenn dann der liebe Gott neben ihnen steht - sonst könnten sie es nicht aushalten.

Aber dann ist auch gut. Menschen, die danach immer noch nachtragen würden, wären nicht wirklich im Himmel.

Und es stimmt: Bei manchen waren die Vorbedingungen so ungerecht - man lese mal die Biographien über den Kindermörder Jürgen Bartsch oder das Buch über traumatisierte Kinder mit dem Titel: "Der Junge, der wie ein Hund gehalten wurde."

Egal, wie man über Religion, Gott und die Welt denkt: Man muss diese Erlebnisse in seine Überlegungen einbeziehen.

Vielleicht helfen die folgenden Gedanken dabei, diese nicht ganz einfache Frage zu beantworten:

Wenn man davon ausgeht, dass Gott heilig, rein und gerecht ist, führt jede noch so kleine Sünde zum Tod. Demzufolge sind alle Menschen verloren und erhalten eine der verschiedenen Bestrafungsstufen der Hölle (wie auch immer man sich das vorzustellen hat) als gerechte Strafe, da jeder Mensch in Worten, Taten und Gedanken sündigt.

Doch in seiner Gnade, Barmherzigkeit und Liebe wirft Gott uns einen Rettungsanker zu. In Jesus wurde Gott selbst Mensch, um unsere Sündenschuld zu begleichen. Wenn wir sein Opfer am Kreuz zur Vergebung unserer Sünden annehmen, können wir völlig reingewaschen, gerecht und heilig vor Gott stehen. Gott sieht dann unsere Sünden nicht mehr an, da Jesus für sie am Kreuz bezahlt hat. Er hat unsere Schuld getragen, damit wir Sündenvergebung und das ewige Leben erhalten können. Wir müssen dazu nur an Gott glauben, ihm vertrauen und um Vergebung unserer Sünden bitten (Joh 3,16; Joh 5,24; Röm 6,23 usw.).

Gott will aber keine Roboter, die automatisch an ihn glauben müssen. Er möchte Menschen, die sich freiwillig für ihn entscheiden.

Angst vor Hölle?

Hallo, ich bin Ex-Muslim und glaube an garnichts. Ich wurde islamisch erzogen. Ich bin aber seit Frühling letzten Jahres Atheist geworden. Jetzt habe ich aber ein Problem, da ich auch mit Himmel und Hölle aufgewachsen bin, befindet sich in mir immernoch eine Angst vor der Hölle. Ich versuche diese Angst zu unterdrücken da es so einen Ort nicht gibt aber es klappt nicht. Hat jemand Erfahrungen mit solchen Gehirnwäschen? Was hilft dagegen. Es ist ein rein psychologisches Problem bei mir. Es belastet mich SEHR!

Danke schonmal!

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Ich bin Atheist doch falls es doch so etwas wie Himmel und Hölle gibt, könnte ich dann in den Himmel kommen?

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Angst vor Religion?

Hallo, ich weiß das klingt blöd aber... Ich bin Atheist, ich habe NICHTS gegen jegliche Religionen, bin aber auch von Nichts überzeugt. Aber ich habe immer so ein unwohles Gefühl bei Religion. Ich fühle mich immer so eingengt und eingeschüchtert wenn ich irgendwelche Sachen lese mit Gott, Hölle, Himmel, Jesus, für Sünden gestorben usw... Selbst die Vorstellung vom Himmel macht mir etwas Angst (Ich glaube aber nicht daran). Warum fühle ich mich bei Religion so unwohl und manchmal beängstigend?

PS an die Christen, Muslime, Juden, Katholiken usw.: Bitte kommt nicht mit irgendwelchen Überzeugungen oder dass ich eigentlich doch zu Religion gehöre oder soetwas.

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Die Bibel wird von Atheisten immer gern als "Märchenbuch" verspottet. Was ist an Märchen denn überhaupt so schlecht?

Ich unterstelle einfach mal, dass jeder Mensch, der seine Kindheit als glücklich bezeichnen würde, abends vorm Zubettgehen eine Geschichte vorgelesen bekommen hat. Auch sonst sollte das Lesen eines Buches, von dem ja wohl die mit Abstand meisten fiktive Erzählungen sind und keine wissenschaftlichen Tatsachenberichte, wohl bei allen Menschen den Horizont erweitern.

Sicher, die Bibel wurde und wird vielfach benutzt, um schlimme Dinge zu legitimieren, die auf unserer Welt geschehen - dem Vorwurf können Grimms Märchen meist aus dem Weg gehen. Religiöser Fanatismus ist immer abzulehnen und zu verurteilen, das sehe ich genauso. Wer die Bibel wörtlich nimmt, läuft durchaus berechtigt Gefahr, von seiner Umwelt genauso belächelt zu werden, wie jemand, der an Elfen und Kobolde glaubt.

Doch finden sich in der Bibel nicht auch genauso viele elementare Wahrheiten? Eine jahrtausendealte Weisheit, die auch von ihren vehementesten Kritikern nicht geleugnet werden kann? Kann man nicht auch als Atheist der Meinung sein, dass es sich bei der Bibel um ein hervorragendes Buch handelt, von hohem literarischem und kulturstiftendem Wert?

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