ist das ok wenn man arbeitet und ganz normal lohnzettel bekommet seit ca. 6 monate

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3 Antworten

Ein Arbeitsvertrag kann auch mündlich abgeschlossen werden.

Man bekommt dann aber dennoch jeden Monat die Lohnabrechnung, ist bei der Sozialversicherung angemeldet und wenn es keine geringfügige Beschäftigung ist, ist man auch ganz normal krankenversichert. Es gelten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber alle Rechte und Pflichten, die gesetzlich vorgeschrieben sind. (Also gesetzliche Kündigungsfristen, Mindestanzahl an Urlaubstagen etc.)

Eine Kündigung muss in jedem Fall schriftlich erfolgen und die gesetzlich vorgegebenen Fristen müssen eingehalten werden, egal, ob der Arbeitsvertrag mündlich oder schriftlich abgeschlossen wurde.

Also nur, weil kein schriftlicher Vertrag gemacht wurde, heißt es noch lange nicht, dass hier was illegales gemacht wird.

Allerdings ist es mir schon mal passiert, dass ein Arbeitgeber, mit dem ich einen schriftlichen Vertrag hatte, mich monatelang nicht bei der Krankenkasse angemeldet hatte und auch für die Sozialversicherung nichts gezahlt hat. Daher melde ich mich bei einem neuen Arbeitsverhältnis auch gerne selbst einmal kurz bei der Krankenkasse, damit die bescheid wissen und damit es rechtzeitig bemerkt wird, falls der AG es vergisst.

Eine Barauszahlung (also die gute alte Lohntüte) ist nicht verboten - wenn auch heutzutage unüblich. Wer den Lohn bar auszahlt hat nicht zwangsläufig zu verbergen wie hier behauptet wird. Hat man allerdings Zweifel ob alles koscher ist, dann kann man bei der Krankenkasse nachfragen, ob überhaupt eine Anmeldung vorliegt und wenn ja mit welchem Bruttogehalt.

Was der Arbeitgeber herausrücken muss, ist die Meldung zur Sozialversicherung und zum Jahresende die Jahresmeldung. Wenn er sich hier weigert, sollte man näher nachforschen wie oben beschrieben bei der Krankenkasse. Liegt keine oder eine nicht zutreffende Meldung dort vor, dann reagieren die sehr schnell noch am selben Tag und fangen an zu prüfen. Erhärtet sich ein Verdacht, wird i.a.R. auch das FA informiert.

Ein Arbeitsvertrag ist auch nicht schriftlich vorgeschrieben - auch mündliche Vereinbarungen sind wirksam. Nur wurde ein schriftlicher Vertrag vereinbart, dann muss der binnen 14 Tagen mit Mindestangaben ausgehändigt werden (NachWG)

ralosaviv 30.03.2012, 08:35

Kleine Korrektur: aus der Anmeldung ergeben sich keine Beträge. Erst in der Jahresmeldung erhält die Meldestelle Kenntnis hierüber.

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stelari 30.03.2012, 09:02
@ralosaviv

klar stimmt so auch, aber es ist ein Indiz, dass er überhaupt angemeldet ist. Bei meiner Kasse kenne ich das so, dass schon bei Anmeldung das Bruttogehalt angegeben werden muss.

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So läuft das ab, wenn der Chef den Fiskus umgehen will und das Geld "Schwarz" aus zahlt. Schlecht für den Arbeitnehmer. Denn der ist dann auch nicht wärend seiner Tätigkeit über die Berufsgenossenschaft Kranken versichert. Und Illegal ist das ganze ja sowieso, da ja kein Geld an das Finanzamt abgeführt wird.

paulin 30.03.2012, 01:26

er hat sich letztes mal beim finanz amt angemeldt wegen steuer id nummer und so er hat auch ein brief von den bekommen dann!ich denke nich das er schwarzabeitet! aber nur das er kein arbeitsvertrag hat ist kommisch!

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Jaskan 30.03.2012, 02:01
@paulin

Ohne Arbeitsvertrag hat er keine Rechte und keine Pflichten. Wenn´s ihm dort nicht mehr gefällt kann er jederzeit Tschüss sagen zum Chef. Allerdings kann der Chef das umgekehrt auch tun. Also, ich würde schon auf einen Arbeitsvertrag bestehen.

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Mottentier 30.03.2012, 03:44
@Jaskan

Ein Arbeitsvertrag kann auch mündlich abgeschlossen werden.

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Jaskan 30.03.2012, 03:54
@Mottentier

Würde ich mich niemals drauf einlassen! Genau so wie bei einem mündlichen Mietvertrag. Bei mir...niemals! Sagen kann ich vieles. Aber was ich schriftlich habe kann ich immer im schlimmsten Falle irgend wo gegen kontern.

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ralosaviv 30.03.2012, 08:39
@Jaskan

Kündigungsfristen sind auch bei mündlichen Verträgen nach § 622 BGB einzuhalten. Und die anderen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den weiteren Gesetzen wie Entgeltfortzahlungsgesetz, Bundesurlaubsgesetz uvm. Ohne schriftlichen Vertrag ist es zwar im Streitfall deutlich schwieriger zu seinem Recht zu kommen, aber so wie du es hier darstellst ist es ja nun doch wieder nicht!

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Mottentier 30.03.2012, 10:33
@Jaskan

Dadurch dass der AG dem AN Lohn auszahlt für die Arbeit, die er macht, kommt schon ein Vertrag zustande. Im Normalfall findet aber eine Absprache statt, bei der man sich auf die Arbeitszeit und den Stundenlohn einigt.

Die Bedingungen (Urlaubstage, Kündigungsfristen...) sind ganz klar vom Gesetzgeber festgelegt, so dass man auch da was in der Hand hat, falls z.B. der Lohn ausbleiben sollte oder unrechtmäßig gekündigt wird.

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