Ist das normal, wenn ein Autist ständiges Bedürfnis nach sozialen Kontakten hat oder sind das eher so die Ausnahmefälle?

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10 Antworten

Hi , ich glaub ich weiß was du meinst. Bin selber A-Typischer Autist und bei mir ist das so ähnlich. Ich hätte gerne viel Kontakt ABER den Kontakt zu halten empfinde ich immer als sehr anstrengend und daher gehen bei mir die meisten Bekanntschaften unter. Das Autisten allgemein keinen Kontakt wollen oder Nähe oder sonst was ist völliger Quatsch ! Das wird immer nur hineininterpretiert wenn man ließt sie/wir hätten Probleme damit soziale Kontakte zu knüpfen etc. . Ich kenn viele die aktiv Kontakt wollen und das auch tun ! Wir haben mittlerweile sogar einen Stammtisch wo wir uns einmal im Monat abends treffen , erzählen und gemeinsam essen. Wenn wir dann da sitzen und erzählen müsste ich mir das erst wieder in Erinnerung rufen dass sie auch Autisten sind , um das zu merken. Ich hab meine Diagnose erst mit 11 oder 12 bekommen (jedenfalls in der 6. Klasse) , hatte aber vorher schon starke Anzeichen wo aber die meisten immer sagte dass sich das verwächst oder das die Grundschulelehrerin eh jedes Kind als hyperaktiv diagnostiziert das sich wie ein Kind verhält (hat sie aber wirklich) . Ich wollte immer mit anderen Spielen aber niemand mit mir. Ich war das einzigste Kind bei uns in der Familie zu dem Zeitpunkt (bis 2010 mein Cousin geboren wurde) und die erwachsenen wollten halt nicht ständig mit mir spielen , blöd nur dass man mir immer Brettspiel für mindestens zwei Personen geschenkt hat aber ich keine Freunde hatte. Aber allein sein find ich gar nicht so schlimm, denn nachdem meiner Mutter das ständige gefragt ob sie mit mir spielen möge endgültig auf den Geist gegangen ist brachte sie mich auf die Videospiele , die man auch gut alleine spielen kann. Außerdem bin ich eigentlich zu Hause so gut wie nie allein , ich hab meine zwei Kater . Viel Glück noch ! Und ein Tipp wenn du dich ausgenutzt und verarscht fühlst : ignorier sie oder Pinkel ihnen bei jeder Gelegenheit ans Bein !! So bin ich jedenfalls durch die Realschule gekommen ohne durchzudrehen.

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Ich kann nicht für alle Autisten sprechen, nur für mich als eine Person, die irgendwo im Spektrum rumhängt - Diagnose Asperger.

Ich erkläre neurotypischen Leuten mein Bedürfnis nach Sozialkontakten gerne so: Wenn man (positiv) Zeit mit anderen Menschen verbringt, dann läuft da ein Wasserhahn für jeden Menschen, der da ist.
Jeder von uns hat in sich drin ein Gefäß, das muss mit dem Wasser aus diesen Kontakten gefüllt werden, sonst vertrocknet man und wird unglücklich Aber bei introvertierten ist das eine Badewanne, bei Extrovertierten ein Swimmingpool. Und bei mir ist es eben je nach Tagesform nur eine Flasche, manchmal sogar nur ein Glas. Wenn das überläuft, dann ist das sehr unangenehm, aber wenn gar nichts rein kommt, ist das auch nicht besser.

Beides kann die Psyche kaputt machen.
Bisher habe ich diese Erklärung immer als "relativ typisch für Autisten" eingeschätzt.

Ich hoffe, das hilft dir irgendwie weiter...
Wenn du denkst, dass es dir helfen könnte, gibt es in Deutschland aber inzwischen ein paar Psychotherapeuten u.ä. die Ahnung von Autismus haben, und dir bestimmt weiterhelfen können...

Viele Grüße

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Abend,

das ist selten, aber nicht unmöglich. Es gibt auch frühkindliche Autisten die gerne soziale Kontakte wollen, aber aufgrund ihrer Defizite nicht akzeptiert werden und das Gleiche wie bei Dir vorkommt. Von normal kann man nicht sprechen, es ist aber nichts einmaliges.

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Welche Art von ASS wurde denn bei dir diagnostiziert? Ein "normal" gibt es bei Autismus ohnehin nicht, nur "Rahmenbedingungen", von denen einige erfüllt werden müssen um eine Diagnose zu erhalten. Aber das weißt du sicher. Die grundsätzliche Ablehnung von zwischenmenschlichem Kontakt zählt meines Wissen jedoch nicht dazu.

Ich kann von mir sagen (17, Asperger-Autist), dass ich zeitweilig sehr gerne Menschen um mich habe und mir viel Mühe gebe, einen guten und regelmäßigen Kontakt zu meinen Freunden zu pflegen.

Die meiste Zeit verbringe ich aber gerne allein. In der Schule fällt es mir oft sehr schwer, mit den anderen zu interagieren. Ich bin dort immer etwas zwiegespalten. Einerseits hätte ich gerne mehr Kontakt zu meinen Klassenkammeraden und gerate genau wie du sehr schnell in depressive Phasen, wenn mir dies nicht gelingt. Andererseits strengt mich jede zwischenmenschliche Interaktion so an, dass ich mich auch öfters vor Smaltalk o.Ä. drücke.

Dazu kommt, dass ich durch eine ausgeprägte Sozialphobie nur selten den Mut aufbringen kann, überhaupt mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Also ja, es gibt Autisten, die sich durchaus sozialen Kontakt wünschen und ihn auch benötigen, um glücklich zu sein, um deine Frage zu beantworten ;)

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Hallo

Ich hab mal deine Fragen etwas durchstöbert 😊 sagt dir der Name  Temple Grandin etwas? Ich finde die Frau so faszinierend! Auch Autistin. Bitte sieh dir den Film an. 

Nichts ist unmöglich. Es gibt auch bei Autismus sehr viele verschiedene Formen. 

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Ich glaube Autisten benötigen Zuneigung und Sicherheit, also eher den Kontakt zu bestimmten Personen, die sie gut kennen.

Alles Ungewohnte und Neue irritiert sie eher. Sie wollen also ihre Freunde treffen, aber keine neuen kennenlernen

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Jeder Autist ist anders, und hat nicht immer die gleichen Symptome, manche haben das eine nicht, manche haben das andere nicht, kaum ein Autist hat alle Autistischen Symptome.

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Sorry, aber von einer solchen Form von Autismus habe ich noch nie gehört.

Es könnte aber eine Ausnahme im Bereich Asperger Syndrom sein.

LG Buddhishi

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Lese doch mal das Buch " das Rosiprojekt"

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