Ist das normal mit einer Sepsis/Endokarditis solange in der Notaufnahme zu warten?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Zu aller erst ich bin Pfleger.

Ja das ist schon sehr sehr lange. Aber wenn man selber nicht weiß was, wie du so schön sagst "hinter den Kulissen" passiert kann man die Lage recht schnell Missverstehen. In einer Notaufnahme wird nach Dringlichkeit gehandelt. Da es viele Leute mit Schwäche Anfällen gibt wird wie immer erst Blut abgenommen. Das das Röntgen erst 2h später gelaufen ist ist mehr ziemlich unverständlich(Evtl. waren ein paar Notfälle dazwischen? oder ein Patient der das gleiche wie er hat aber Privat versichert ist?) Aber bei uns ist ein Röntgen innerhalb 10-30 min gemacht. Zu einer MRT Untersuchung muss ich sagen das diese meist auf 2-3 Monate ausgebucht sind und nur Notfälle, sprich verunglückte Menschen(Autounfälle etc.) dazwischen geschoben werden. Aber da bei ihm der Verdacht auf eine Lungenentzündung vorlag, hätte man eigentlich sofort handeln müssen! Das ihr danach noch bis 22 Uhr warten musstet lag daran das es nun mal dauert bis die Blutwerte vorliegen. Er wurde nach Vorlage der Blutwerte(was untypische Enzyme/Bakterien vorwies) auf eine Herzstation verlegt, da die Enzyme auf eine Herzerkrankung hin weisten. Die Ultraschalle ware auch nötig um die Lage und die Schäden zu lokalisieren.

Was ich abschließend sagen kann ist, das man ja nie sagen kann was ein Pat. (Patient) genaues hat und ob es akut oder nicht so dringlich ist. Daher wurde wahrscheinlich nicht so schnell gehandelt wie man sich das bei einer solchen Krankheit wünscht. Aber trz. finde ich es ziemlich schlecht das man 11h warten musste. Also 5-6h wären es bei unserem Krankenhaus gewesen...

Wenn du noch Fragen hast melde dich einfach bei mir, denn ich helfe gerne.

Ich habe Sie jetzt "geduzt" ich hoffe das war in Ordnung ;)

Grüße und gute Besserung ihrem Freund :)

Erst einmal vielen lieben Dank! Das "Du" ist völlig in Ordnung :)) Wir haben ja auch seelenruhig in dem Wartebereich gewartet, ich käme nicht auf die Idee mich zu beschweren, bei dem knappen Personal und der hohen Zahl an Patienten. Sicherlich, ich gehe i.d.R. auch nicht mit Fieber und Kopfschmerzen zum Arzt, geschweige denn ins Krankenhaus. Aber bei meinem Freund war klar, dass etwas nicht stimmte, es kamen immer mehr Symptome hinzu und er wurde immer schlapper. Leider hat die Herzklappe zuviel Schaden genommen.... :( Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass das Personal erst nichts dringliches gesehen hat, zumal er "nur" Fieber, Kopfschmerzen und ein komisches EKG hatte und die Lungenentzündung ja auch ausgeschlossen werden konnte. Kann es nicht einfach sein, dass sein Fall als harmlos betrachtet wurde wegen der "einfachen Symptome" , obwohl er eine lebensbedrohliche? Krankheit hat?

0
@Erdbeereis10

Ja wenn diese Krankheit nicht bekannt war, dann kann dies sein. Denn es wird immer so gehandelt, das die schwer Kranken und auch alte Menschen schneller dran kommen. Wenn man aber sieht da wartet jmd. schon seit einer Ewigkeit, dann ist das bei uns so das dieser dann vor einer alten Person ran kommt. So sollte es eigentlich immer sein. Wie gesagt in manchen Krankenhäusern ist die ZPA(ZentralePatientenAufnahme) besser und in manchen eben nicht.

Wenn du weitere Fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden :)

0

11 Stunden ist ein bisschen sehr lang. Aber wie du das beschreibst war es ein progredienter und kein akuter Verlauf. Daher wurde das wohl im Krankenhaus als nicht dringlich eingestuft. Aber so lange ist nicht normal. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, daß in den letzten Tagen in den Häusern die Hölle los war. Ich arbeite im Rettungsdienst und das Patientenaufkommen war in den letzten Tagen auch bei uns extrem. Vorgestern bin ich mit dem Einsatzfahrzeug nicht mal zur Notaufnahme gekommen und musste auf dem Besucherparkplatz ausladen weil alles mit anderen Einsatzfahrzeugen zugestanden hat. Ich finde es zwar nicht richtig, daß er so lange warten musste aber manchmal kommts halt vor.

aber am ende war es anscheinend doch dringlich da er nach der diagnose sofort operiert werden musste

0
@Erdbeereis10

Ich sag ja auch nicht, daß es nicht dringend war sondern nur daß es aufgrund der langen Vorgeschichte mit langsamem Verlauf so eingeschätzt wurde. Und ich sagte auch: 11 Stunden sind zu lang denen hätte ich da die Bude eingerissen. Nichtsdestotrotz: Beim heutigen Personalstand und viel Betrieb kann sowas immer und überall passieren.

1

Ich arbeite in der internistischen Notaufnahme in einer Uniklinik. WIr arbeiten mittlerweile zu dritt, als ich dort anfing, waren wir 8 pro Schicht. Personal wird überall gespart, was extrem schei*e ist, ich hoffe deinem freund geht es blad besser.

Das sind natürliche drastische "Einsparungen"....oO Das Komische ist ja, zunächst wurde mein Freund behandelt á la "das hat alle Zeit der Welt........nur die Ruhe, paar Stunden können sie noch warten", und von jetzt auf gleich war es plötzlich eine lebensbedrohliche situation und er musste umgehend operiert werden. Dass die Herzklappe so kaputt war lag aber nicht an den 11h die wir ohne Behandlung warten mussten, sondern einfach weil mein Freund die Symptome zu sehr unterschätzt hat und zu spät einen Arzt aufgesucht hatte....

0

Was möchtest Du wissen?