Ist das normal, dass eine psychosomatische Reha-Klinik so wenig nach ihren Patienten schaut?

6 Antworten

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Aber eine Reha-Klinik ist eigentlich keine psychosomatische Klinik oder auch Psychiatrie. Die Aufgaben und ärztlichen Vorgaben unterscheiden sich und normalerweise geht man auch in eine psychosomatische Reha erst wenn der Patient weitgehend stabil ist. 

Eine Reha dient ganz flach gesagt "Normalisierung" nach der eigentlichen "Behandlung". Entsprechend ist die Personaldecke meist auch niedriger als die in einem Krankenhaus - einfach weil die Patienten bis zu einem gewissen Grad bereits therapiert sind und ihren Tagesablauf weitgehend alleine bestreiten sollen.

Was die Suizidgedanken betrifft: Keine Schwester, Pfleger oder Arzt kann diese per Telepathie erkennen. Ich bin mir auch relativ sicher, dass die Reaktionen auf solch eine Aussage anders ausgefallen wäre. So eine Aussage ist "arztpflichtig" und muss von einem Psychologen beurteilt werden.

Ich will nicht ausschließen, dass die Klinik schlecht ist, doch man darf von keinem Krankenhaus erwarten, dass sie von alleine alles erkennen. Das Personal ist in der Regel überall überlastet, Ärzte machen sich meist rar und oft sind Freiberufler als "Einspringer" eingeteilt weil Personal fehlt/krank ist. Wenn muss man ggfl. mehrmals nachhaken und evtl. einer anderen Schwester/Pfleger den Fall schildern.

Falls du also über eine Freundin/Tochter redest, dann greif ihr etwas unter die Arme und geh mit ihr gemeinsam ins Pflegezimmer und mache auf freundliche Weise etwas Druck.
Falls du von dir reden solltest: Nicht verzagen und zu einer anderen Schwester gehen oder bei der nächsten Arztvisite/Sprechstunde offen reden. Wenn du es hierher geschafft hast, dann rede dir hier sonst noch was von der Seele und dann geht es mit einem kleinen, digitalen Arschtritt ab in den neuen Tag ;)

Kleine Anmerkung: Es gibt sehr wohl Reha-Kliniken, die ausdrücklich als "Fachklinik für psychosomatische Medizin" arbeiten, und um eine solche scheint es sich hier zu handeln. Diese Kliniken sind personell gut ausgestattet und haben ein anspruchsvolles Behandlungsprogramm, was von den Kostenträgern (Krankenkassen, Rentenversicherung) gefordert und kontrolliert wird.

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Das ist überhaupt nicht normaler Alltag!

Man kann bei Problemen zum Personal oder auch zu Ärzten gehen. Man kann sich bei ihnen auch für ein Gespräch einen Termin geben lassen! Dort kann man sich alles von der Seele reden.

Wenn man solche Erlebnisse dort hat, kann man sich auch beschweren!

Eine Reha-Klinik ist nun mal kein Akutkrankenhaus für Psychiatrie. Das muss der Arzt entscheiden, der die Reha beantragt, welche Maßnahme richtig ist.

Sofern die Suizidalität ernsthaft wäre, wäre sie allerdings vom Pflegepersonal unter Hinzuziehung eines Arztes und ggf. der zuständigen Ordnungsbehörde gem. PsychKG binnen Minuten in die zuständige Akutklinik verlegt worden. Das geht ruckzuck, wenn das ernst ist.

Spricht insofern eher für Acting-out, Inszenierung & Co (Borderline?).

Hättest du dir den letzten Satz geklemmt, dann wäre deine Antwort gut.

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Um auf deine Frage zu antworten:
So, wie du es schilderst, läuft es normalerweise nicht ab. Damit meine ich das Verhalten des Pflegepersonals. Im Allgemeinen (und ich kenne den Ablauf in solchen Reha-Kliniken sehr gut) liegt dem Pflegepersonal, wenn es darüber informiert ist, VIEL DARAN, jemanden in einer solchen Situation aufzufangen und zu unterstützen.
(Aus der Ferne und als Außenstehender lässt sich natürlich nicht beurteilen, ob es so abgelaufen ist, wie geschildert und wie darauf reagiert wurde.)
Wenn sich die betreffende Patientin tatsächlich sehr ungerecht behandelt fühlt oder den Eindruck hat, zum zuständigen Therapeut würde eine schlechte Beziehung bestehen, hat sie auf jeden Fall das Recht, beim Oberarzt um ein Gespräch zu bitten, das der Klärung und Unterstützung dienen soll.

in dieser Klinik gibt es doch bestimmt einen Psychologen, den sie einmal in der Woche aufsuchen muß. oder sie geht zu einer Person ihres vertrauens,

Die Therapeutin konnte ihr bei dem Thema leider auch nicht helfen und nach dem Gespräch ging es ihr nur noch schlechter.

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@Jules394

wenn du sicher bist dass die behandlung nicht ok ist, kann kannst auch einen bericht an den kostenträger schreiben?

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