Ist das nicht Zensur durch die Bundesregierung?

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5 Antworten

Du verwechselst hier etwas: Nicht die Bundesregierung will Fake-News löschen, sondern Facebook. Facebook ist nicht der Staat, sondern ein privates Unternehmen. Und ein privates Unternehmen kann gar keine Zensur vornehmen, weil du die Meinungs- und Pressefreiheit nur gegenüber dem Staat geltend machen kannst.

Im Übrigen gibt es neben der Pressefreiheit auch Pressegesetze: Letztere verpflichten die Medien u.a. zu einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung. Hier ist beispielhaft das bayerische Pressegesetz: http://www.presserecht.de/index.php?option=com_content&task=view&id=14&Itemid=26

"Fake-News" sind was? Richtig, Betrug! Denn sie gaukeln eine Tatsache oder Wahrheit vor, die jeder Grundlage entbehrt und die Absicht hat, die Menschen auf unlautere Art zu beeinflussen.

Solche "News" zu verbieten, ist keine "Zensur", sondern schützt gerade solche Menschen, die politisch wenig informiert und urteilsfähig sind vor sinnloser, bewusst verwirrender - oder auch verleumdender - Propaganda.

MfG

Arnold

Dxmklvw 23.11.2016, 19:30

Unwahre Behauptungen sollten gelöscht werden. Das ist klar.

Aber völlig unklar bleibt, wie man "unwahre Behauptung" von "Spekukalion", von "Theorie infolge anderer Betrachtung" oder von "Meinung" klar unterscheiden will.

Ebenso unklar bleibt, wer denn darüber bestimmt, was wahr ist und was nicht angesichts der Tatsache, daß auch jede stattgefundene politische oder wirtschaftliche Lumperei von den Tätern zunächst als frei erfunden bezeichnet wird.

Realität ist, daß sich da ein Problem zeigt, für das gegenwärtig noch keine brauchbare Lösung zur Verfügung steht.

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ArnoldBentheim 23.11.2016, 19:55
@Dxmklvw

Aber völlig unklar bleibt, wie man "unwahre Behauptung" von
"Spekukalion", von "Theorie infolge anderer Betrachtung" oder von "Meinung" klar unterscheiden will.

In den meisten Fällen lässt sich das schon an den sprachlichen Formulierungen erkennen.

Realität ist, daß sich da ein Problem zeigt, für das gegenwärtig noch keine brauchbare Lösung zur Verfügung steht.

Da hast du sicherlich Recht. Aber das ist der zweite Schritt. Der erste Schritt ist zunächst einmal der, ob man überhaupt gegen solche "Fakenews" vorgehen will. Ich halte mindestens eine Löschung, wie du ja auch, für geboten und richtig.  :-)

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Dxmklvw 23.11.2016, 21:07
@ArnoldBentheim

Ich halte sprachliche Formulierung mehr für ein nicht geeignetes Kriterium. Auch Menschen mit großem Sprachschatz und hoher Bildung drücken sich manchmal fehlerhaft aus, und Menschen mit geringer Bildung haben oft erhebliche Probleme damit, sich so auszudrücken, daß sie richtig verstanden werden.

Die sprachliche Formulierung als Kriterium heranzuziehen könnte deshalb auch dazu führen, daß Menschen nur aufgrund ihres Bildungsstandes von der Meinungsfreiheit ausgeschlossen werden.

Du sagst,du hältst mindestens eine Löschung für richtig, wie ich sie ja auch für geboten und richtig halten würde.

Da zeigt sich bereits wieder, wie schwierig es manchmal sein kann, das rüber zu bringen, was man tatsächlich meint. Gefühle und sprachliche Betonungen in ihren kleinsten Details lassen sich leider nicht so in Schriftsprache packen, wie man es vielleicht gerne hätten. Dazu müßte das Alphabet tausende verschiedene Buchstaben umfassen.

Richtig (nach meiner Auffassung) ist eigentlich, daß eine Löschung logisch richtig ist, womit ich aber tatsächlich nicht sagen will, daß auch gelöscht werden soll. Eigentlich ist das ein Widerspruch, der sich aber aus den sonstigen Bedenken erklärt, die ich auch geäußert habe, wo dann vielleicht noch hinzukommt, daß ich kurze Antworten besser finde als lange Romane.

Ein Problem ist die Fremdwerdung durch das Internet. In früheren Zeiten sprach man meistens direkt miteinander. Da wurden zwar auch viele Lügen verbreitet, aber irgendwie ließ sich meistens noch die Quelle herausfinden, und das machte die Menschen etwas bedächtiger.

Doch egal wie, für mich persönlich kommt es vor allem darauf an, daß ich gerne wissen möchte, was wirklich Sache ist. Das beste Mittel für mich ist, selbst zu denken anstatt Meinungsäußerungen für erwiesene Tatsachen zu halten.

Ich kann wissen, daß jemand etwas geschrieben hat, aber ich weiß nicht, ob es wahr ist, wenn ich nicht selbst dabei war, aber ich kann darüber nachdenken, ob an einer Behauptung etwas dran sein könnte oder ob ich es lieber als angebotenes Gedankenspiel werten soll, so wie ja auch Märchen zu Gedankenspielen werden können.

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Maxieu 23.11.2016, 20:44

" "Fake-News" sind was? Richtig, Betrug!"

So?

Ist das die einzig mögliche oder auch nur die naheliegende Antwort?

Und wenn man sagt, es seien Lügen? Sollte das Lügen generell strafbar sein?

Wer käme da nicht in Konflikte mit dem Gesetz (Community-Experten und andere Heilige natürlich ausgenommen)?

Und wenn es sich um Streiche oder Scherze handeln sollte?
Sollte man dann nicht auch gleich auch noch das Lachen darüber verbieten, weil es eine Art Hehlerei des Betruges wäre und seiner Verharmlosung Vorschub leistete?

So sehr ich auch zumeist deine Beiträge schätze, aber hier hast du dich m. E. total vergaloppiert. Mag sein, dass ich nicht die rechte Vorstellung habe, was diese "Fake-News" sind. Aber wenn sie so offensichtlich falsch sind, dass man darauf kommen könnte, sie zu verbieten, wer glaubt dann überhaupt an so etwas?

Und was wäre mit z. B. mit "Fake -Science" (Däniken, Homöopathie etc.)?

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Nöh.

Aber hier geht es um private Dienste wie das unselige "Facebook". 

Gruß, earnest

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