Ist das nicht eigentlich Diskriminierung im Grundgesetz?

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9 Antworten

Zu deiner ersten Frage:
Das Wort "Bundespräsident" schließt weibliche Kandidaten nicht aus.
Davon bin ich überzeugt und, da ich bin mir sicher, auch die Mehrheit der Personen, die es betrifft. Schließlich beschwert sich auch niemand darüber, daß in der StVO "Fahrzeughalter" und Fahrzeugführer" stehen.
Der Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen wird an anderen Stellen geführt - nicht am Wortlaut der Verfassung. Da ist die Gleichberechtigung bereits zementiert.

Zu deiner zweiten Frage:
Auch das halte ich für eine legitime Forderung und in keinster Weise für eine Diskriminierung der Jüngeren. Aufgabe des deutschen Präsidenten ist es, den Staat Deutschland nach außen zu präsentieren.
Dazu muss er nicht deswegen mindestens 40 sein, damit er weise genug dafür ist, sondern, damit er von den anderen Ländern dieser Welt als repräsentative Person akzeptiert wird. Da ist das Mindestalter von 40 Jahren in meinen Augen sogar ganz schön tief angesetzt.

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Kommentar von moopel
11.01.2016, 13:02

Da gebe ich dir auch Recht, ich fühle mich auch keineswegs diskriminiert oder so. Es ging hier auch lediglich um das Recht. Wäre es Diskriminierung oder nicht. Wie in meiner Frage steht: Verglichen mit anderen Stellenangeboten, wo es ja gesetzlich vorgeschrieben ist, wäre das in der Verfassung theoretisch falsch.

Wenn ich mir überlege, ein Mensch mit 40+ soll unser Land vertreten, so fühle ich mich falsch vertreten. Hier entsteht ja ein Interessenkonflikt. Ich denke mir ein zb 55 Jähriger sieht das Schulwesen mit ganz anderen Augen, als ein 18 Jähriger. Da liegt die Schule ja gut 35 Jahre zurück und war anders.

Andersrum kann sich ein 55 Jähriger falsch repräsentiert fühlen von jemand mit 25. Ein 25 Jähriger legt zb die Wichtung von Rente nicht so hoch wie die von Studiengebühren.

Ich hoffe das versteht man und nicht falsch. Es gibt für jedes Alter so sein Pro und Contra. Sicherlich sieht es aber für außenstehende Länder aus, wenn ein erfahrender Mann oder eben Frau das Land repräsentiert als jemand mit 25. Aber wer den Job nun besser erfüllt, das kann man nicht beantworten

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Ich kenne kein Gesetz, in dem wirklich gegendert wird. Also ja, ich vermute, dass darf da so stehen. Zumal das Gesetz noch aus einer Zeit stammen dürfte, wo man von Gendering noch nie etwas gehört hat und es Bedarf ja einiger Beschlüsse um einen Gesetzestext auch nur ein bisschen zu ändern.

Was viele in ihrem Genderwahn auch zu vergessen scheinen, ist, dass es in der deutschen Sprache so etwas wie das "neutrale Geschlecht" gibt, das beide Geschlechter anspricht. Im Zweifelsfall wird das männliche Geschlecht benützt – sei es wenn man von einer Gruppe spricht, die Männer und Frauen enthält oder das Geschlecht der betreffenden Person beides sein kann. Das ist im Deutschen so, das ist im französischen so, das ist in vielen Sprachen so.

Heutzutage schreibt man bei solchen Texten aber natürlich gerne darunter, dass bei dieser Generalisierung selbstverständlich beide Geschlechter gemeint sind.

Was das Alter betrifft: Hier bin ich mir nicht so sicher. Die 40 Jahre dürften irgendwann einmal festgelegt worden sein, weil das Amt des Bundespräsidenten auch eine representative Funktion hat und man von einer Person ü40 erwartet, dass sie sich weniger Fauxpas auf dem internationalen, gesellschaftlichen Bankett leisten wird, wie vielleicht ein 20-Jähriger, zumal man mit 40 einiges mehr gesehen hat und schon gewisse Ämter durchlaufen ist.

Klar, das kann man auch schon früher haben, aber wie willst du Qualifikationen und Vorbildungen für einen Bundespräsidenten genau definieren? Muss man dafür ein abgeschlossenes Studium haben? Wenn man das so ins Gesetz schreiben würde, schließt man vielleicht jemanden, der vielleicht nur aufgrund der finanziellen Lage seiner Eltern nie eine Uni besucht hat aus usw. Da ist es wahrscheinlich einfacher eine Altersgrenze festzulegen.

In Österreich wurde vor ein paar Jahren ein 26-Jähriger ohne abgeschlossenes Studium zum Integrationsstaatssekretär (mittlerweile ist er Außenminister). Der Aufschrei war damals groß, vor allem die ältere Generation hat sich gewehrt, dass dieser junge Hüpfer nicht wisse, was er tue und er ist zu anfangs wirklich in ein paar Fettnäpfchen getreten. Wider der Zweifler ist er mittlerweile einer der österreichischen Politiker mit einem großen Sympathiebonus innerhalb der Bevölkerung und er hat sich auch bewiesen. Aber wie gesagt, wenn ich mich so daran zurückerinnere, wie Sebastian Kurz (so der Name des Herrn) angefangen hat, muss ich schon sagen, dass es vielleicht doch ganz sinnig ist, ein Mindestalter für den Bundespräsidenten einzuführen.

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Sprache verändert sich ständig. Da 1949 das aktive und passive Wahlrecht von Frauen schon eine ganze Zeit lang in Kraft war, haben die Väter und Mütter des Grundgesetzes (ja, es waren auch Frauen Mitglieder des Parlamentarischen Rats), es sicher auch für möglich gehalten, dass eine Frau Präsident wird. Das würde man heute dann nicht mehr so sagen und sich dann sprachlich lieber verrenken. Vorhersehen mussten die Menschen, die gerade den zweiten Weltkrieg überlebt hatten, solche Entwicklungen nicht. Dem Geist des Grundgesetzes kann man jedenfalls eine Benachteiligung des Geschlechtes nicht entnehmen. Und ja, die Altersgrenze ist willkürlich, aber man hat sich einen Repräsentanten des Staates gewünscht, der jenseits persönlicher Ambitionen ist, also einen elder stateman oder stateswoman gewünscht.

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Kommentar von moopel
11.01.2016, 10:39

Naja dem Geist werfe ich das ja auch nicht vor. Auch nicht den Vätern des Grundgesetz :) Aber heutzutage ist so viel von Emanzipation und Gleichheit zu hören, gerade zu Zeiten von Frauenquote und Co., da wundert mich das, dass es noch nicht geändert wurde

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Wie heißt es so schön? Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung. Ich empfehle insbesondere einen Blick ins Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und dort speziell auf dessen § 2, in dem der Anwendungsbereich des Gesetzes festgelegt wird. Und siehe da: von Staatsämtern ist dort überhaupt nicht die Rede. Ergo betrifft das Gesetz die Wählbarkeit ins Präsidentenamt überhaupt nicht.

Eine Diskriminierung liegt zweifellos vor, aber sie ist legitim.

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Kommentar von moopel
13.01.2016, 08:49

Super :) Ich kenne mich mit Gesetzen ja gar nicht aus.. wo ich was finde und gucken kann. Auf das mit dem Präsidenten  bin ich nur gekommen, weil ich schauen wollte, ob es wirklich eine Altersgrenze gibt. Und da fiel mir das auf. Weil ich nicht weiter wusste, musste ich fragen ;) Vielen Dank :)

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Der Bundespräsident bezeichnet das Amt. Würde es eine Frau - was selbstverständlich zulässig ist - dann wäre das Amt Der Bundespräsident und die Person.Die Bundespräsidentin. Ist bei der Kanzlerin ja genauso. Die Altersgrenze wird wohl zulässig sein, ich habe bisher noch nicht gehört, dass sie von jemandem angezweifelt wurde.

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Nein, weil Heimat per Definition der Ort ist, an dem Du geboren wurdest. Dem Gesetzgeber ging es darum, das der Bundespräsident der Deutschland nach außen vertritt auch logischerweise aus dem Geburtsland Deutschland stammen muss. Alles andere würde wohl keinen Sinn machen oder?

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Kommentar von PatrickLassan
11.01.2016, 10:50

Erstens geht es dem Fragesteller um das Geschlecht und das Alter, zweitens reicht die deutsche Staatsangehörigkeit aus, um Bundespräsident zu werden, man muss also nicht in Deutschland geboren worden sein.

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Das Grundgesetz kann geändert werden. Dazu braucht es aber meiner Erinnerung eine 2/3 Mehrheit. Uns brauchst du nicht versuchen zu überzeugen, sondern den Bundesrat.

Ich meine, wenn ich schreiben würde "Jo, hast recht", was brächte dir das?

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Kommentar von moopel
11.01.2016, 10:37

Naja, es kann ja sein, da es nicht als Job zählt, sondern als was anderen und damit rechtens ist. Das Frage ich ja auch. Um die Meinung geht es mir nicht primär, sondern eher um das Recht. Auch um den Begriff "Der Bundespräsident", weil wenn es dann nach Diskriminierung ginge, wäre die Wortwahl doch falsch oder?

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Auch bringt es doch nichts, wenn der Präsident 20 ist und keinerlei erferfahrung hat.

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Kommentar von moopel
11.01.2016, 10:50

Naja. Aber einer mit 25. heutzutage hat aber andere Erfahrungen als ein mit 40. Zumindest was zb die Schule angeht und auch das Studium. Da kennt einer zb mit 25 meist die Lage besser als jemand bei dem das zT schon 20 Jahre her ist.  Ist jetzt nur ein Bspl. im Leben sammelt jeder andere Erfahrung. Beruflich ganz klar, da gilt das. Aber wenn es um die Verabschiedung um ein Gesetz im Schulwesen geht, dann bin ich der Meinung, haben zT die älteren Politiker ein falsches bzw veraltetes Bild. 

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Nur ein kurzer Kommentar:
Das Grundgesetz trat 1949 in Kraft. Da wurde noch nicht "gegendert" und ein Gesetz im Grundgesetz zu ändern ist ein brutaler Aufwand. Ich bin eine Frau und selbst ich muss sagen, dass es den Aufwand echt nicht wert ist.
Für unsere Politiker wäre es aber typisch sich mit solchem Kleinstkram zu beschäftigen. ;)

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Kommentar von moopel
12.01.2016, 11:17

Ach Quatsch. Mir als Frau ist das auch egal, was da steht. Sehen wir ja an Frau Merkel, dass es trotz Bezeichnung "Bundeskanzler" in der Verfassung eine Bundeskanzlerin geben kann. Wir sind davon ja auch nicht ausgeschlossen. War nur aus Interesse :)

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