Ist das neewer mic gut?

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1 Antwort

Meine Empfehlung: Kauf dir unbedingt was anderes.

Das Neewer Nw 700 ist das schlechte Mikrofon, das ich je gesehen habe.

Wenn du es auseinanderbaust, wirst du nur eine billige Platine und eine winzige Elektret-kapsel mit 7mm Durchmesser finden. Diese Technik gehört in einen Telefonhörer, aber nicht in ein so großes und professionelles Gehäuse. 

Die Technik, die im Mikro drin ist, wirst du auch in etwa bei deinem internen PC-mikrofon vorfinden. Deshalb klingt das Neewer-Mikrofon auch nicht anders, ja sogar noch schlechter, nämlich total klirrend und blechern, als würdest du die Aufnahme auf der Toilette machen. Keine Höhen und auch kein Bass, und auf keinen Fall ein linearer Frequenzgang. Der angegebene Übertragungsbereich mit 20Hz bis 16000kHz stimmt mit Sicherheit nicht, genauso wenig wie das Eigenrauschen von 16dB (A). Stattdessen hast du in deinen Aufnahmen letztendlich ein Rauschen von 33 dB, was zehnmal soviel wie angegeben ist.

Der Signal-rauschabstand ist gefühlt im negativen Bereich, denn das Mikrofon liefert ein extrem leises Signal, was vom Rauschen fast vollkommen überdeckt wird. Wenn du das Mikrofon nicht direkt an den PC anschließt, sondern mit Phantomspeisung verwendest, wird es diesbezüglich etwas besser, jedoch ist das Rauschen immer noch total laut, sodass du besser das interne Handy-mikrofon verwenden solltest, es rauscht weniger. Außerdem müsstest du dir für Phantomspeisung ein Audio-interface oder ein Mischpult kaufen, und das wäre für das Nw700 definitiv Verschwendung und viel zu schade.

Das einzige, was relativ hochwertig ist, ist das Gehäuse des Mikrofons, dies ist vermutlich teurer als die Elektronik. Das eigentliche Mikrofon ist nämlich nicht mehr als 30 Cent wert. Die Mikrofonkapsel kann man im Hunderterter-Pack für 10 Euro kaufen. In richtigen Großmembran-kondensatormikrofonen (die sich optisch vom Neewer kaum unterscheiden) stecken goldbedampfte Membranen mit einem Durchmesser von ca. 3cm.

Die mitgelieferte Mikrofonspinne taugt auch nichts, da die Gummis so stramm sind, dass keine Trittgeräusche oder ähnliches rausgefiltert werden (das ist aber das geringste Problem).

Ich weiß, dass das Neewer-Mikrofon viele gute Bewertungen auf Amazon hatte, aber das liegt wahrscheinlich an dem Wow-effekt: Ich dachte auch erst, das Mikro wäre gar nicht so schlecht, da ich bei dem geringen Preis nichts erwartet hatte. Als ich die Aufnahme dann aber mit dem internen Mic meines PCs verglichen habe, war ich zutiefst enttäuscht.

Deshalb: Kauf dir ein richtiges Großmembran-kondensatormikrofonen eines namhaften Herstellers, die müssen gar nicht so teuer sein.

Wenn du die eigenmarken von Musikhäusern nimmst, kannst du gute Mikros ab 60 Euro bekommen. Schau mal nach t.bone Mikrofonen (Eigenmarke von thomann) oder nach Pronomic Mikrofon (Eigenmarke vom Musikhaus Kirstein). Diese Mikros sehen dem Neewer täuschend ähnlich, haben im Inneren aber eine völlig andere Technik. Dafür brauchst du dann aber auch ein Audio-interface mit Phantomspeisung. Aber es lohnt sich definitiv , etwas mehr Geld auszugeben.

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