Ist das Mormonentum eine bösartige Sekte?

7 Antworten

Etwa 50% der Einwohner von Salt Lake City sind wohl Mormonen.Sind sie bösartig? Nein! Der Glaube der Mormonen ist selbst unter Christen ziemlich schräg aber sie lassen einen in Ruhe.

Mormonen sind sehr effizient. Montags bis Freitags wird gearbeitet, Samstag gehört der Familie, Sonntag gehört der Kirche. Also muss der Kram in fünf Tagen geschafft werden.

Junge Mormonen gehen meist auf "Mission" in ein anderes Land. Ihnen wird in kurzer Zeit (drei Monate oder so) die Sprache dieses Landes beigebracht und dann ziehen sie zwei Jahre (glaubich) los. Man erkennt sie am Hemd und Schlips, wenn sie an der Tür klingeln.

Danach sind es recht normale und sehr freundliche Leute.

Generell lehne ich aber jede Art von Religionsausübung ab. Aber Mormonen gehören zu den "Netteren".

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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort

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Ich habe mehrere Jahre in Salt Lake City gewohnt und gearbeitet. Viele meiner Kollegen waren Mormonen. Ich selbst bin nicht Christin oder Angehörige irgendeiner Religion. Während der ganzen Zeit ist nicht ein einziges Mal versucht worden, mich zu 'bekehren' oder auch nur über Religion zu sprechen.

Die Vielweiberei ist heute offiziell nicht mehr erlaubt, aber in abgelegenen Landteilen wohl noch sehr vereinzelt anzutreffen. Mormonen ernähren sich recht gesund, dort bekommt man richtig gutes Brot zu kaufen. Die angebotenen Sandwiches selbst an Kaufhausständen sind sehr gut belegt und sehr groß. Die Menues in Restaurants sind eher bodenständig als haute cuisine, man wird aber satt! Lt. offizieller Statistik gehören die Einwohner von Utah zu den gesündesten der USA. Drogen sind absolut verpönt, dazu gehören auch Kaffee und Tee (ich trinke beides).

Die Kirche der Latter Day Saints, so der offizielle Name, ist die einzige mir bekannte Kirche, die voll dafür ist, dass ihre Anhänger im Berufsleben erfolgreich sìnd und gut verdienen - schließlich bekommt die Kirche den Zehnten oder in manchen Fällen mehr. Als Arbeitgeber habe ich die Mormonen als sehr gut empfunden. Jahre nach meinem Ausscheiden wurde ich mit meinem Sohn eingeladen zu einem Besuch, Flüge wurden bezahlt und wir wurden bei Kollegen untergebracht, die sich um uns gekümmert haben. Als mein Sohn dann in den USA studiert hat, erhielt er gute Unterstützung durch Ratschläge und Netzwerke. Das hält bis heute an.

Das Zusammenleben in den Gemeinden ist recht eng. Die Familien treffen sich zum Verarbeiten der Wintervorräte an Obst, Gemüse und Fleisch, da gibt es noch rappelvolle Vorratskammern. In den Tageszeitungen gibt es Anzeigen von Leuten, die Überschuss an Obst oder Gemüse kostenlos abzugeben haben. In jedem Ort gibt es Second Hand Läden, die von der Kirche organisiert sind.

Man hat also keinen Grund, sich vor Mormonen zu fürchten. Ich empfand es als abstoßend, als eine mich pflegende Caritas-Mitarbeiterin absolut über ihre Kirche mit mir sprechen wollte. So etwas ist mir in Utah nie passiert.

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schön das der zusammenhalt so ist ich wünschte es wäre teilweise in deutschland auch so

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Woher kommt dein Interesse an LDS und Salt Lake City?

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Bösartig nicht. Sehr wertend sind sie.

Utah ist generell ein sehr Konservativer Staat. Aber nicht schlimmer als andere Konservative Staaten welche vl weniger Mormonen aber dafür mehr Baptisten, Katholiken, Protestanten und so weiter haben.

Ich arbeite gelegentlich mit ein paar Mormonen. Die schauen mich dann immer schief an wenn ich Kaffee trinke. Koffein ist ja eine Droge und sehr verpöhnt unter vielen Mormonen :)

Auch die Alkohol-Gesetze sind in Utah u.A. sehr streng.

Lg

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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort

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wohnst du zufällig in den USA oder triffst du die Mormonen in Deutschland?

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@Spikeeee

Das ist toll auch in Salt lake City?

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@Nico357

Nein im Mittlerem Westen im Bible Belt :( also ähnlich Konservativ hier wie in Utah aber wenig Mormonen. Viele verschiedene christliche Graubensrichtungen hier... In den grösseren Städten haben diese (zum Glück) weniger Einfluss als am Land.

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Dafür hat man in den 90ern mal ein überdurchschnittlich hohes Drogenproblem festgestellt gehabt.

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