Ist das Judentum den Forderungen des 21.Jahrhunderts gewachsen?

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9 Antworten

Hallo ganzwichtigwyz!

1. Als Jude wird man hauptsächlich geboren. Man kann konvertieren, dass ist aber eher selten und wird auch nicht forciert. Es gibt keinen jüdischen missionarischen Auftrag, was auch nicht mit ihrem "Glauben" vereinbar wäre. Daher ist eine Anpassung nicht erforderlich.

2. Religionen sollten sich nicht anpassen. Religionen sollten nicht mit dem Zeitgeist gehen. Sie haben das absolute Wort Gottes und seine Werte wiederzugeben, sie sind allzeit gültig und daher kann es da auch keine Anpassung geben. Was sich ändert ist die äußere Form, die Technologie, die Kleidung, die Gebäude, der Buchumschlag, aber der Inhalt muss gleich bleiben  oder die Religion verliert ihren Charakter und ihre Bedeutung.

3. Aus christlicher Sicht ist das Judentum seit Jesus Christus  ad acta. Das aufrechterhalten ihrer Religion ist einfach nur Starrsinn, weil sie Jesus Christus nicht als den Messias anerkennen, den Gott ihnen versprochen hat.  Sie glauben er wird noch kommen, die Christen wissen er kam bereits. Ihre Religion hat keinen tieferen Sinn, außer verbohrte Starrheit. Würden sie sich an die neue Zeit anpassen, würden sie zu Christen werden, indem sie Jesus Christus als den Messias anerkennen, denen ihnen Gott seit Moses versprochen hat.

MfG Müller

ganzwichtigxyz 30.11.2016, 00:43

Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort! ☺ 

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Zicke52 30.11.2016, 08:59

@MaxMuller: "Sie glauben, er wird noch kommen, die Christen wissen, er kam bereits"

Ich berichtige: Sie glauben, er wird noch Köln, die Christen GLAUBEN, er kam bereits.

Wenn schon, denn schon.

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Zicke52 30.11.2016, 11:47
@Zicke52

Edit: ...er wird noch kommen (nicht Köln)...

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Accountowner08 30.11.2016, 21:33

Das ist ja eine peinliche Antwort. (Ich beziehe mich auf Punkt 3). Ich sehe, der christliche Antijudaismus wird immer noch fleissig am Leben gehalten.

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Das Judentum scheint diesen Anforderungen sehr gut gewachsen zu sein, ist es ihnen doch gelungen, als einziges Land im Nahen Osten einen demokratischen und sozialen Rechstaat zu gründen, in dem Gleichheit aller Bürger und Gewissensfreiheit herrschen. Und in dem es sogar Gayprides gibt, obwohl ihnen ihr Gott die Tötung von Homosexuellen befahl. Zwar gibt es auch eine Minderheit von Ultraorthodoxen, aber die konnten offenbar bis jetzt im Zaum gehalten werden. 

Und gleichzeitig halten sie an ihren religiösen Traditionen fest wie kein anderes Volk. Wie sie diesen Spagat zwischen ihrem konservativen Gott und der Modernität schaffen, ist mir ein Rätsel. Wäre interessant, wenn uns das ein Jude in kurzen Worten erklären könnte.

Ausserderdem waren und sind die Juden in der Welt der Wissenschaft und der intellektuellen Elite schon immer sehr stark vertreten.

Da das 21. Jahrhundert erst begonnen hat, kann kein Mensch wissen, welche Anforderungen das 21. Jahrhundert bringen wird, also kann man deine Frage erst in etwa 84 Jahren versuchen zu beantworten. - Das Judentum hat, unter vielem Anderen, die spezialität, dass man sich nicht zum Judentum bekehren kann. Als Jude wird man geboren basta. Deshalb missionieren Juden nicht, denn niemand kann Jude werden. Dies hat zur Folge, dass es in 80 Jahren kaum viel mehr Juden geben wird wie heute. Da das Judentum die letzten mehr als 3000 jahre, trotz schrecklichen Ausrottungsversuchen, ganz gut überlebt hat, kann man davon ausgehen, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird. 

Ketzer84 29.11.2016, 21:00

Du kannst aber zum Judentum konvertieren, du musst dich eben nur als würdig erweißen und das ganze nicht bloß als Spass sehen.

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Keine Religion ist den (An-)Forderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen.

in gar keinem fall, da es nicht das prinzip der freiheit kennt

Hallo,

was bedeutet für dich anpassen? Wenn es meint, Leute zu missionieren, wird wahrscheinlich von jüdischer Seite nicht allzu viel zu erwarten sein, da sie es mit der Mission nicht so haben. Wenn es darum geht, schlechte Einstellungen der heutigen Zeit in den Glauben zu integrieren, dann kann ich dem Judentum nur raten, dies nicht zu tun, sondern an bewährten Dingen festzuhalten.

Viele Grüße

RKATHOLIK

Natürlich passen sie sich an. Juden fahren genauso Auto, wie andere auch. Das war sicherlich im Mittelalter nicht der Fall.

Genau dieses beharren in der Tradition/dem Glauben, macht das Judentum aus.

ganzwichtigxyz 29.11.2016, 20:21

Könntest du das an einem Beispiel oder Verhaltensweisen verdeutlichen? 

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Still 29.11.2016, 20:33
@ganzwichtigxyz

Die wortwörtliche Auslegung der Thora, bei der es keinerlei neue Interpretation gibt

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Nö, die halten sich immer noch für bessere Menschen.

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