Ist das homöopathische Präparat Nosode Botulismus dasselbe wie Botulinum?

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7 Antworten

Hallo MadameMephisto,

Ist das homöopathische Präparat Nosode Botulismus dasselbe wie Botulinum

Ja, das ist dasselbe, wie auch dieser gut sortierte Homöopathikavarsand bestätigt: Unter

Botulismus Nos.

steht gleich zur Erläuterung:

Andere Namen für diese homöopathische Arznei: Botulinum Nos., Clostridium botulinum, Schweinebotulismustoxin

http://www.remedia.at/de-at/homoeopathie/Botulismus-Nos/a207.html

In beiden Fällen wird als Ausgangsstoff "

von Clostridium botulinum verseuchtes Schweinefleisch

" als Ausgangsprodukt verwendet.

Da Du irgendwo geschrieben hast, dass Du das in einer D200 einnehmen sollst:

Ja, in dieser Potenz sind ohnehin naturwissenschaftlich betrachtet alle homöopathischen Präparate absolut gleich, nämlich reiner Zucker. D200 bedeutet, dass der Ausgangsstoff mit einem Lösungsmittel (Wasser, Wasser/Alkoholmischung) 200 mal nacheinander im Verhältnis 1:10 verdünnt wurde.

D200 bedeutet also ein Molekül Deines verseuchten Schweinefleisches auf 10^200 Moleküle Lösungsmittel. Das sind über 10^100 mal so viele Teilchen wie Teilchen im beobachtbaren Universum. Kurz: In Deinem Fläschchen ist schlicht kein einziges Molekül des Ausgangsstoffes drin.

Du musst Dir also ganz, ganz sicher keine Sorgen machen, etwas Falsches oder gar etwas Schädliches einzunehmen.

Mein Arzt hat mich gewarnt, ich würde fast sofort nach der Einnahme Durchfall bekommen und es würde mir zunächst schlecht gehen (das Präparat dient u.a. der Entgiftung) , jedoch ist bisher nichts passiert,

Um das zu verstehen, muss man sich etwas in das Gedankengebäude der Homöopathie hineinarbeiten.

Im Bilde der Homöopathie sollen auch Substanzen in Abwesenheit wirken können. Der Homöopath glaubt - entgegen unserem Wissen über die Vorgänge in der Natur - dass man durch Verdünnen und Schütteln eine Art "inneres Wesen" aus den Substanzen lösen kann und dieses auf die Zuckerkügelchen übertragen kann.

Er geht nun davon aus, dass dieses innere Wesen der Arznei, wenn Du sie einnimmst mit Deiner Krankheit in eine Art epischen Kampf tritt und sie letztlich besiegt. Dafür muss es sich um ein Präparat handeln, das beim Gesunden ähnliche Symptome auszulösen scheint, wie Du sie nun zeigst. (Auch diese Vorstellung ist aus naturwissenschaftlicher Sicht überholt, aber die Homöopathie basiert eben auf diesem Bild)

Weil Du (im Bilde der Homöopathie) nun also praktisch etwas einnimmst, was ähnliche Symptome verursachen soll, wie Du sie schon hast, kann es (laut Homöopathie) zu einer sogenannten Erstverschlimmerung kommen. Du trägst praktisch kurzzeitig sowohl die Krankheit als auch die durch das Präparat verursachten Symptome. So stellt es sich der Homöopath vor.

Und deshalb hat Dich Dein Arzt davor gewarnt.

Auch hier erklärt der Naturwissenschaftler die Situation völlig anders:

Präparate ohne wirksame Bestandteile wirken auch nicht gezielt, sondern erzeugen nur allgemeine Kontext- und Bedeutungseffekte - landläufig als "Placeboeffekte" bekannt.

Das Warnen vor einer Verschlimmerung hilft dem Homöopath auf zweifache Weise:

1) Du als Patient bekommst Respekt vor der Arznei, wenn Du vor ihr gewarnt wurdest. Das verstärkt die psychologischen Bedeutungseffekte.

2) Als Placebo hat die D200 keinerlei Wirkung auf den natürlichen Krankheitsverlauf. Nimmst Du sie ein, bevor diese natürliche Verschlimmerungs-/Verbesserungskurve ihren Höhepunkt erreicht hat, dann beobachtest Du zwangsweise nach der Einnahme eine Verschlechterung.

Damit Du nun nicht an der Homöopathie zu zweifeln beginnst und den Placebocharakter erkennst, wird diese Verschlechterung in das Gedankengebäude integriert: Der Homöopath führt so schlicht alles - jeden denkbaren Krankheitsverlauf - auf das gegebene Mittel zurück. Geht es Dir besser? Hurra - die Homöopathie hat geholfen. Geht es Dir schlechter? Hurra - es schlägt an!

Letztlich würde das ein Naturwissenschaftler als "immunisierungsstrategie über den Cum hoc ergo propter hoc-Fehlschluss" bezeichnen. Einfacher ausgedrückt: Das Konzept der Erstverschlimmerung verschleiert vo dem Patienten die Unwirksamkeit der Präparate, weil er auch eine Verschlechterung als Erfolg dargestellt bekommt.

Dass Du nun einfach keine Änderung gespürt hast, ist naturwissenschaftlich leicht zu verstehen: Das Präparat entfaltete wie zu erwarten keine gezielte Wirkung und auch im natürlichen Krankheitsverlauf ist nichts passiert - Du fühlst Dich wie vorher. Wenn Du ein Stück Zucker ist, geht es Dir ja deswegen nicht jedesmal gleich anders.

Was solltest Du beachten?

Vorsichtig sein: Wenn es schlechter wird, ist das vor allem ein Zeichen, dass eine Placebobehandlung nicht ausreichend sein könnte. Bitte gehe dann zu einem Arzt, der auch gezielt behandelt. Das Konzept der Erstverschlechterung birgt die Gefahr der Unterlassung echter wirksamer Behandlung. Lass es nicht dazu kommen.

Grüße

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An deiner Stelle würde ich den Arzt wechseln. Ein Arzt, der homöopathische Präparate verordnet, ist nicht vertrauenswürdig. Entweder er glaubt selber daran, dann hat er das Grundprinzip der wissenschaftlichen Medizin nicht verstanden, oder er empfiehlt dir ganz bewusst ein Placebo, dann nimmt er dich offensichtlich nicht ernst. 

Homöopathische Präparate bestehen aus reinem Zucker, selbstverständlich bekommt man davon keinen Durchfall, und dass Zucker in Mini-Mengen "entgiftend" wirken soll, glaubt vermutlich nicht mal dein Arzt.

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Kommentar von Christianwarweg
08.11.2015, 15:05

Wenn es Lactoseglobuli sind und eine Lactoseintoleranz vorliegt, gibt's vielleicht auch Durchfall. :D

Nur sind Globuli eigentlich nicht aus Lactose.

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Kommentar von faymorgane
08.11.2015, 18:46

Es soll allerdings auch Leute geben, die die Grundprinzipien der Homöopathie nicht verstanden haben… ;)

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Kommentar von faymorgane
09.11.2015, 21:31

An deiner Stelle würde ich den Arzt wechseln. Ein Arzt, der homöopathische Präparate verordnet, ist nicht vertrauenswürdig. Entweder er glaubt selber daran, dann hat er das Grundprinzip der wissenschaftlichen Medizin nicht verstanden, oder er empfiehlt dir ganz bewusst ein Placebo, dann nimmt er dich offensichtlich nicht ernst.

ich weiss nicht, wie es andern Lesern geht - ich finde diesen Abschnitt mit Verlaub eigentlich respektlos und verunglimpfend... 

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Besteht eh nur aus Zucker. Dein Arzt hat dir Placebos angedreht.

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und es würde mir zunächst schlecht gehen (das Präparat dient u.a. der Entgiftung) 

Mal davon abgesehen dass Homöopathie sowieso ausgemachter Humbug ist macht diese Aussage nicht einmal nach den Regeln der Homöopathie Sinn.

"Entgiftungspräparate" gibt es in der Homöpathie nicht - davon abgesehen ist es für die Wahl des passenden homöopathischen Mittels auch vollkommen egal ob deine Symptome durch eine Vergiftung oder sonst etwas verursacht wurden - wichtig sind nur die Symptome - nicht wodurch diese Symptome verursacht wurden. 


In der sogenannten "Alternativmedizin" wird allerdings recht gerne "entgiftet" - wer will auch schon gern Gift im Körper haben, noch dazu wenn man es auf einfache Weise loswerden kann.


Allerdings kann keiner dieser "Alternativheilkünstler" verraten WER bei der von ihm angewendeten "Entgiftung" oder "Ausleitung"  WIE nachgewiesen hat dass bei der jeweiligen Methode tatsächlich bestimmte konkrete Substanzen ("Gifte")  den Körper schneller "verlassen" als es mit Abwarten und Tee trinken nicht ohnehin geschieht.


Welche konkreten Gifte hat denn dein homöopathischer Arzt bei Dir gefunden - und mit welcher Methode hat er die Gifte bei dir nachgewiesen?


Ansonsten (wie bereits erwähnt wurde) unterscheiden sich  D200 Globuli sowieso nur durch das Etikett.


Anhand der Wirkung kann kein Homöopath der Welt erkennen ob er da nun ein Arsen D200 Globuli oder Arnica D200 Globuli oder Botulinum D60 Globuli oder einfach nur ein Zuckerkügelchen vor sich hat.


Wenn Du also lieber eine Botulismus Nosode in D200 eine Botulinum Nosode in D200 haben möchtest dann nimm einfach einen Eddingstift und ändere das Etikett entsprechend.


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Ich kann mir nicht vorstellen das ein homöopathischer Arzt behauptet es würde nach der Einahme Übelkeit auftreten. Keiner vorraussagen welche Erstreaktionen bei der Einnahme eines homöopathischen Medikaments  auftreten. Das ist immer abhängig davon wie gut die Potenzierung zu der schwere der Erkrankung passt. Wieso redest du nicht mit deinem Arzt darüber? 

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Kommentar von MalNachgedacht
14.11.2015, 23:39

Das ist immer abhängig davon wie gut die Potenzierung zu der schwere der Erkrankung passt.

Du meinst wie gut die Größe der Gabe zur Schwere der Erkrankung passt?

Muß bei schweren Erkrankungen besonders viele Globuli auf einmal nehmen - oder besonders wenige?

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Es ist dasselbe aber offensichtlich für Dich das Falsche. 

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Das sollte das Gleiche sein.

Welche Potenz ist es denn? So rein interessehalber.

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Kommentar von MadameMephisto
08.11.2015, 15:09

D200 , 1 Globuli 2x die Woche

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