Ist das Fragenstellen in Zeiten von Social Bots, Fake News und alternativen Fakten noch sinnvoll?

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5 Antworten

Wenn man aufhört Fragen zu stellen, verliert man wohl ein wichtiges Mittel der Freiheit und Selbstbestimmung. Selbst wenn die Antworten Lügen sein sollten, so hilft es doch, Druck aufzubauen und anderen Menschen einen Anstoß zu geben, sich eine eigene Meinung zu bilden sowie selbst Hintergründe zu hinterfragen.

Hallo 14Juni

Wenn du dich grundsätzlich einem Meinungsaustausch verweigerst, dann kannst du letztlich garnicht unterscheiden was Fake und was Real ist.

Natürlich werden diverse Falschmeldungen auf der Welt verbreitet. Sehr massiv im iNet, weil dort eine Kontrolle fehlt, aber auch bei den etablierten Medien. 

Bei letzteren sitzen aber Redakteure, die zumindestens etwas Ahnung von der Materie, viel mehr Einzelquellen und im Idealfall einen eigenen Korrespondenten vor Ort haben. Diese Medien sind zwar auch politisch gefärbt, schließlich sind die Redakteure Menschen, aber wenn du sie ein bischen beobachtest, dann weißt du bald wie sie gefärbt sind.

Was Bots betrifft, so sind die als Antwortgeber schlecht geeignet, weil sie nur KI- und datenbankbasiert sind und den Inhalt von Fragen nicht verstehen.

Sie sind eher als Fragesteller geeignet und wenn ich mir ansehe wie stereotyp manche Troll-Fragen sind (z.B.Flacherde), dann bin ich mir nicht sicher, ob einige dieser Fragen nicht automatisch generiert wurden?

Achte darauf, ob auf eine Frage die gleichen Kommentare immer wieder wiederholt werden, oder auch ob sie nicht wirklich zu der Frage passen (dann könnte das ein Bot sein).

Achte bei Newsseiten darauf, ob sie Quellen angeben und was das für Quellen sind? Wenn dort gewisse Namen auftauchen, die sich ansonsten an eher dubiosen Orten tummeln, dann solltest du vorsichtig sein.

Achte auch auf die logische Konsistenz. Politik handelt zwar oft unlogisch, aber man kann sich die Frage stellen ob irgendetwas überhaupt möglich sein kann und wie wahrscheinlich das ist.

Beispiel: wenn jemand die Behauptung aufstellt, die Wissenschaftler der ganzen Welt seien Mitglieder einer weltweiten Verschwörung, dann kannst du das getrost in die Tonne treten (geht schon praktisch nicht).

Bei Politikern sind Verschwörungen nicht nur nicht ausgeschlossen, es gehört sogar zum internationalen Geschäft (Beispiel Irak). Aber die Irak-Story flog schon direkt nach der US-Invasion beweiskräftig auf. Und im Vorfeld gab es bereits reichlich Ungereimtheiten, die die US-Variante höchst unwahrscheinlich machte (Massenvernichtungswaffen, von denen die UN-Inspektoren nichtmal Spuren fanden).

Schönen Gruß

Du mußt Dir dann schon selber Deine Meinung bilden und die Antworten und Quellen abgleichen.

Wenn Du im McDonalds Forum frägst, wie gesund das Zeug ist, wirst Du nur die besten Lobe hören.

Genauso wird eine westliche Mainstreamzeitung den Kurs einer westlichen Regierung weniger in Frage stellen, als z.B. sputniknews.

Dafür wird sputniknews das eigene Land weniger kritisieren.

Es kann nicht schaden, verschiedene Quellen und Standpunkte zu studieren und dann abzugleichen. Die Wahrheit liegt meistens irgendwo in der Mitte oder es gibt erst gar keine Wahrheit, auch das kommt vor.

Syrien wäre so ein Beispiel für letzteres.

Ohne Fragen keine Antwort. Ohne Fragen keine Neugier. Ohne Neugier keine Entwicklung. Ohne Entwicklung ist Stagnation. Das ist kein Leben. das ist gähnende Langeweile.

Fragen stellen, gepaart mit kritischem Denken war und ist sinnvoll und gut.

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