Ist das einstecken von Waren bereits eine Straftat, auch wenn man sie an der Kasse bezahlt. Wie sieht es gesetzlich in Österreich aus?

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1 Antwort

Interessant, dass das so in Deutschland ist. Ich packe öfter Waren in eine Tasche, weil ich z.B. vercheckt habe, einen Einkaufswagen mitzunehmen und bezahle diese Waren dann.
Wurde auch noch nie angehalten, dass ich das nicht dürfe.

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Kommentar von Jurasuppe
12.07.2016, 20:55

Es erfüllt in Deutschland lediglich den objektiven Tatbestand des Diebstahls § 242 I StGB.

Hintergrund ist, dass es hierfür die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache bedarf.

Wegnahme ist abgekürzt der Bruch fremden und die Begründung neuen Gewahrsams. Ganz kurz: Ein Gewahrsamswechsel in diesem Sinne tritt nach der gängigen Enklaventheorie sofort ein, wenn ein Gegenstand in eine Gewahrsamsenklave verbracht wird. Das sind kleine, rechtlich geschützte ("höchstpersönliche") Gegenden/Räumlichkeiten. Jackentaschen, Handtaschen, Tüten etc. gehören hierzu.

Der objektive Tatbestand des Diebstahls wurde daher erfüllt.

Ein Diebstahl ist materiell-rechtlich tatbestandsmäßig trotzdem nicht gegeben. Grund dafür ist, dass natürlich auch der sbubjektive Tatbestand verwirklicht werden muss. Dafür bedarf es des Vorsatzes  für die Wegnahme und eine Zueignungsabsicht sowie die Rechtswidrigkeit derselben vorliegen muss. Diese Fälle scheitern daher an dem subjektiven Tatbestand, soweit die Sache auf diese weise nur zur Kasse transportiert werden sollte.

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