Ist das eine Schenkung?

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5 Antworten

Nun ist es so, dass mein Großvater eine stattlich Rente bekommt und wir uns so geeinigt haben, dass die Summe, die am Ende eines jeden Monats übrigbleibt, mir gehört. Gilt das schon als Schenkung?

Selbstverständlich.

Eine sittlich begründetet Anstandsschenkung ist hier keinesfalls gegeben und damit wären diese Entnahmen - selbst wenn sie bewilligt wären - als Schenkung ergänzungspflichtig :-)

Du bist als Alleinerbin und Pflegegeldberechtigte bereits mehr als begünstigt :-O

Wie kann ich dafür sorgen, dass diese Beträge später nicht in die Pflichtteilsergänzungsansprüche eingerechnet werden können?

Du musst jede Verfügung über sein Konto beleghaft als für ihn aufgewendet darstellen, also Belege mit seinem Namen beibringen und darfst dir monatlich höchstens 430 EUR als Pflegeld anrechnen.

Alles andere oder darüberhinausgehende wäre 10 Jahre lang rückwirkend als Schenkung dem Nachlass hinzuzurechenen und von diesem erhöhten, sog.* fiktiven Nachlasswert* errechnet sich der Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsanspruch des Sohnes.

Gem. § 2314 BGB hat der Pflichtteilsberechtige eine umfassende Auskunfstpflicht, kann die Nachlassgegenstände in Augenschein nehmen und bewertet verlangen, ein notariell erstelltes Nachlassverzeichnis beanspruchen, fiktiven Nachlassbestand durch beleghaften Nachweis aller Kontobewegungen und Auszahlungen der letzten 10 Jahre verlangen und dies auf deine Kosten sogar gerichtlich durchsetzen (Stufenklage).

Es ist sehr riskant, sich als Alleinerbin noch zusätzlich aus dem Vermögen des Erblassers was auf die Seite zu schaffen. Ich kenne annährend ergleichbare Fälle, wo hier auf Strafanzeige wegen fortgesetzter Unterschlagung und Erbunwürdigkeit erkannt wurde und die Pflichtteilsberechtigten Erben wurden :-O

G imager761

duct4402 30.03.2012, 16:42

Wie soll ich denn jede einzelne Ausgabe belegen können....

Beispiel 1. : Anfang des Monats hole ich ca. 600 € von seinem Konto ab um für die Ausgaben wie Essen und Co. aufkommen zu können.

Wie soll ich in so einem Fall belegen können das ich das Geld für den Lebensunterhalt benötige und nicht für mich?

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Was weg ist, ist nicht mehr da. Wenn Du Deinen Opa pflegst, wirst Du das Deinem Vater doch später auch nicht verweigern.

imager761 30.03.2012, 16:05

Nicht für den pflichtteilsberechtigten Sohn :-O

Mit dem Erbfall wird es dem Vermögen des Erblassers als fiktiver Nachlasswert wieder hinzugerechnet :-)

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Mal eine ganz andere Theorie.

Mal angenommen der Großvater holt am Ende des Monats sein Restgeld ab und übergibt es mir.

Ist das dann auch eine Schenkung oder Veruntreuung?

Ein Geldbetrag bis jährlich 5.600 Euro ist steuerfrei, muss nirgendwo erscheinen. Was keiner weiß, macht ihn nicht heiß.....

schwabinggirl 30.03.2012, 10:23

Meine Antwort ist falsch, denke ich. Du hast ja eine Bankvollmacht, da darfst du eh machen, was du willst.

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imager761 30.03.2012, 16:09
@schwabinggirl

Darf sie nicht.

Erstens geht es hier nicht um steurliche Erträge sondern Pflichtteilsergänzungsansprüche durch lebzeitige Vermögensentnahme des Nachlasses.

Zweitens darf sie mit der Vollmacht lediglich namens und im Auftrag des Vollmachtgebers Zahungen vornehmen, die für ihn bestimmt sind, aber keinesfalls in die eigenen Tasche stecken, um den Nachlass zum Schaden der Pflichtteilsberechtigten zu schmälern.

Für dieses ernbrechtswidrige Verhalten, selbst wenn es vom Erblasser geduldet ist, sind Pflichttelsergänzungsanspruch und Auskunftspflicht der Enterbten gedacht.

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Was er dir zu Lebzeiten gibt, ist weg

imager761 30.03.2012, 16:04

Nicht für den pflichtteilsberechtigten Sohn :-O

Mit dem Erbfall wird es dem Vermögen des Erblassers als fiktiver Nachlasswert wieder hinzugerechnet :-)

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