Ist das eine manuell durchgeführte Landung, oder übergibt man i.d.R. an den Rechner?

3 Antworten

Die Frage ist schnell geklärt: Auf Deutschland bezogen ist eine automatische Landung nicht zugelassen, auch wenn der Autopilot dies ermöglichen würde.

Simulatorflüge ersetzen nicht den Realflug. Im Simulator werden hauptsächlich Notverfahren geübt, die im realen Flugbetrieb zu riskant wären, weil es Bruch geben könnte. Im Simulator kann man multible Systemversagen einspielen, um den Piloten bzw. seine Stressresistens zu prüfen. Ein Simulatorflug kostet nur ein Bruchteil der realen Flugstunden.

Ein Pilot eines heutigen modernen Verkehrsflugzeugs ist mehr Systemmanager als Pilot. Er hat sicher das Handwerk von Grund auf gelernt, aber fliegerisches Gefühl ist nicht mehr erforderlich. Aber überfordert ist er sicher nicht. Heutige Autopiloten prüfen ständig, ob Steuereingaben "logisch" und situationsangemessen sind. Sind sie es nicht, übersteuert der Autopilot die Eingabe des Piloten. Will der Pilot diese "Bevormundung" nicht, muss er den Autopiloten ausschalten.

Meine Meinung ist die, dass ein Pilot eines Verkehrsflugzeugs gut beraten ist, einen aktiven Autopiloten nicht komplett wegzuschalten, weil sein fliegerisches Gefühl ihn narren kann, dann nämlich, wenn er in eine räumliche Disorientierung gerät.

Du behauptet doch nicht etwa, dass man in Deutschland grundsätzlich kein Autoland benutzen darf, oder? ;-)

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@GearUp

Ich habe 2003 meine IFR-Berechtigung gemacht. Da war es so. Ich möchte nicht ausschließen,  dass sich die Vorschriften zur automatischen Landung in Deutschland mittlerweile geändert haben. Ich bin seit 2006 raus aus der Fliegerei,  und habe mich seit meiner Pensionierung 2006 nicht mehr um Flugregeln gekümmert. Wenn du neuere Erkenntnisse hast, dann bitte teile sie mit. Ich lerne gerne dazu. 

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@GearUp

Na er schreibt, es dürfe nicht automatisch gelandet werden.

Ich bin nicht vom Fach, es würde mich wundern, da man auch aus "Die lustigsten Cockpitdurchsagen auf spon.de Sätze wie:"Ich lasse das den Autopiloten landen, der kann es kann das eh besser."

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Natürlich kann die Crew auch eine automatische Landung durchführen, das bleibt ihr überlassen. Und wenn die Sicht gut ist so wie im Video spricht nichts dagegen, weil sie immer noch rechtzeitig eingreifen kann. 

Die europäischen Vorschriften (nach denen auch Emirates ausbildet und fliegt) verlangen allerdings von jedem Piloten innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine bestimmte Anzahl von manuellen Landungen (es waren mal drei Landungen innerhalb von 90 Tagen - ob sich da etwas geändert hat, weiß ich jetzt nicht). 

Aber das Video zeigt vier Dinge: 

1. Der A380 reagiert sehr schnell auf Steuereingaben 

2. Diese Eingaben waren sicher zu viele und zu schnell hintereinander, also vermutlich "pilot error" (ist aber für Laien schlecht oder kaum zu beurteilen, da wir die aktuelle Situation an Bord gar nicht kennen wie z. B. Zusammensetzung der Crew, Gesamtflugstunden eines Piloten, Flugstunden auf A380, letzter Simulatorcheck unter welchen Trainingsszenarien etc.). 

3. Es gibt keine Garantie, dass nicht einen Sekundenbruchteil vor dem Aufsetzen (außerhalb der Messtoleranz der Flugzeugsensoren) eine Wind- bzw. Sturmbö noch das Flugzeug erfasst und versucht, es auf die Seite zu drücken 

4. Ein dichtes und langsames Schweben über der Bahn in "Bierflaschenhöhe" ist gefährlich, im Gegensatz zur Meinung der Passagiere, nur eine sanfte Landung sei gut. 

Airbus wird sicher die Auswertung der Daten nutzen, um das System weiter zu verbessern und sicherer zu machen. 

Und ja, die Vorschriften der Airlines können durchaus voneinander abweichen, so lange sie sich innerhalb der Toleranzen der gesetzlichen Vorgaben bewegen. 

Das ist auch ein Grund, warum Piloten nicht einfach den Arbeitgeber wechseln und sich in das gleiche Flugzeug setzen können, sondern eine Einweisung in die Airline Procedures bekommen müssen. 

Aber, zur Beruhigung: Weder bei av-herald noch bei der BFU ist aktuell eine Erwähnung oder gar ein Bericht dazu zu finden. 

Zuerst möchte mich ganz herzlich für deine ausfürhliche Antwort bedanken.

Ich denke auch, wäre es nicht zu verantworten gewesen, hätte man das nicht durchgeführt oder eben auch irgendwann abgebrochen.

Ich war als Laie über die Vielzahl der Eingriffe, insbesondere am "Heckruder" erstaunt, aber auch darüber, wie sauber das Luftfahrzeug dann in der Spur lief.

Manches soll man eben Profis überlassen, dies sage ich unseren Kunden auch.

Habe ich dich richtig verstanden, du gehst davon aus, dass die Landung manuell durchgeführt wurde?

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Die genauen Vorschriften kenne ich auch nicht, aber bei dem Wetter kannst du davon ausgehen, dass die Landung manuell durchgeführt wurde.

Eine vollautomatische Landung benötigt zusätzlich Ressourcen am Boden und höhere Sicherheitsabstände der Maschinen zueinander, daher ist das System nur bei sehr schlechter Sicht in Betrieb, wenn eine manuelle Landung nicht möglich ist, weil der Pilot den Boden beim Aufsetzen nicht sieht.

Die automatischen Landesysteme haben aber auch Beschränkungen bezüglich des Windes. Da müsste man bei Airbus mal im Manual nachschauen. Die Airline kann in ihren internen Richtlinien natürlich noch engere Grenzen festlegen.

Für mich sieht das Beispiel nicht mehr nach einer sicheren Landung aus.

Eine automatische Landung erfordert am Boden KEINE ZUSÄTZLICHEN Resourcen. Solche Landungen werden auch nicht nur bei schlechter Sicht durchgeführt und sind ein ganz normales Procedure

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@BerWatch

CATIII als ganz normales Prozedere? Dafür muss doch die Staffelung erhöht werden.

Bei den technischen Anforderungen bin ich nicht sicher. Ich dachte, dass da immer noch was zum Abschirmen eingeschaltet werden muss.

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