Ist das Diebstahl wenn mir der Verkäufer mehr Geld rausgibt als ich bekäme und ich ihn nicht darauf hinweise?

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8 Antworten

Wie das rechtlich ist, weiß ich nicht...vermutlich trifft Artus01 den Kern....sofern es Absicht von dir ist...

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht...

Ich vermute das trifft jetzt hier in dem beschriebenen Fall so nicht zu...du hast ja keine Straftat begangen

Du kannst durchaus davon ausgehen dass der Verkäufer richtig heraus gibt, und sogar das Geld nicht mal nachzählen.... 

Schwierig wird es nur ( beidseitig) wenn dann eine spätere Reklamation erfolgt....

WENN Du eine moralische Wertung dafür suchst, falls du es bemerkt hast:

"handle so, wie du dir es im umgekehrten Fall für dich wünschen würdest.."

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Wenn dir der Kassierer zu viel Rückgeld gibt und du es bemerkst, bist du rein rechtlich nicht dazu verpflichtet ihn auf seinen Fehler hinzuweisen. Du darfst nur nichts tun  um diesen Fehler des Kassierers absichtlich herbeizuführen um dich so zu bereichern.
Sollte er seinen Fehler aber bemerken und dich sofort und unverzüglich auffordern das zu viel bezahlte Rückgeld herauszugeben bist du dazu natürlich verpflichtet.

Sollte er das übrigens später bemerken während du den Laden bereits einige Zeit verlassen hast, gehe ich davon aus das der Laden keinen Anspruch auf das zu viel bezahlte Rückgeld hat, zumindest wenn der Laden selber die Aufstockung von zu wenig bezahltem Rückgeld an den Kunden zu einem späteren Zeitpunkt ausschließt. Das müsste eine unangemessene Benachteiligung des Kunden sein.

Rein rechtlich ist man in der Regel nicht verpflichtet anderer Leute Fehler zu korrigieren, wie das moralisch zu bewerten ist steht auf einem anderen Blatt.

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Kommentar von wien3000
16.07.2017, 07:27

Auf meine Ansicht ist eher §807 Abs.1 BGB anzuwenden, der den Umgang mit Klauseln regelt die den  Kunden unangemessen benachteiligen. Ich gehe davon aus das die o.g Klausel unter den beschriebenen Bedingungen den Kunden benachteiligt. Das ist natürlich immer Auslegungssache.

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Hallo! Wenn das ist das rechtlich eine Unterschlagung. Diebstahl setzt mehr voraus. Beispiele : 

  •  Ein Kugelschreiber eine Kollegen liegt auf einem Schreibtisch und Du nimmst ihn mit - Unterschlagung
  • Du öffnest den Schrank eine Kollegen und entnimmst einen Kugelschreiber - Diebstahl. 

Alles Gute.

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Nein, das ist kein Diebstahl und in vielen Fällen, bei Kleinbeträgen, überprüft man als Kunde ja auch nur flüchtig den Betrag.

Allerdings haften die Verkäuferinnen also die Kassierinnen selber für die Differenz. Sonst könnten ja massenhaft Kumpels an der Kasse was kaufen und rein zufällig ausversehen zu viel Rückgeld bekommen.

Wenn man also bemerkt, daß man zu viel Rückgeld bekommt, sollte man das fairerweise schon sagen.

Was anderes ist, wenn sich eine Verkäuferin verzählt. Du kauft z.B. 10 Sack Zement, aber sie zählt nur 8 Sack. Du hast leider dann eben auch nicht richtig gezählt - aber die Verkäuferin haftet nicht persönlich dafür.

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Wenn Du es absichtlich machst, dann ist dies nicht schön und moralisch verwerflich. Wenn Du es nichts merkst, dann hat der Verkäufer einen Fehler gemacht den keiner von euch beiden bemerkt hat und da kann man nichts machen.

Die juristische Frage was das ist, ist da für mich zweitrangig. Da frägst Du am besten einen Rechtsanwalt. Wobei ich denke, wenn sowohl der Verkäufer als auch Du nichts bemerkt haben, hast Du keine Strafen zu befürchten.

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Das wäre kein Diebstahl, sondern Unterschlagung (§ 246 StGB). Allerdings muß auch hier Vorsatz nachgewiesen werden, was schwierig werden dürfte.

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Kommentar von Emily0499
15.07.2017, 21:07

Da lässt sich schon viel früher ansetzen. Nämlich bei der Fremdheit. Geld ist eine Sache und kann auch zivilrechtlich übereignet werden. Bei der Unterschlagung muss auch ein taugliches Tatobjekt, eine fremde, bewegliche Sache vorliegen.

Wenn nun die Kassiererin 11,61 euro rausgeben muss und gibt einen 10 Euro-Schein, ein Euro Stück und vier 20 ct- Stücke und ein ct-Stück.

Dann ist die Frage, hat sie alle Geldstücke übergeben und übereignet? Vermutlich schon, auch wenn ein 20ct-Stück zu viel dabei ist, auch das wurde übereignet. Damit ist es nicht mehr fremd.

Ist es nicht fremd, kann weder Diebstahl noch Unterschlagung vorliegen. Dann sind wir beim Betrug, wobei deine sonstigen Einwände auch hier gelten.

Nur Unterschlagung würde ich wirklich ganz sauber beim Tatobjekt ansprechen, das ist nämlich nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick aussehen mag.

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Der Anstand sollte dir gebieten, das Geld zurückzugeben. Ganz ohne Übrlegung, ob es Diebstahl ö.ä. ist.

Bei der Abrechnung muß der Kassierer das fehlende Geld nämlich aus eigener Tasche zuzahlen. Das dürfte dir nicht egal sein!

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Das wäre doch nicht der Weltutergang xD Es gibt so viel schlimmeres

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