Ist das Dasein nicht wirklich Leid?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Hat der Buddha da nicht recht?

Ich bin Buddhist und denke, dass die Aussage, dass das Leben leidvoll sei, schon richtig ist. Allerdings missverstehst du diese Lehre offenbar teilweise.

Mit "Leiden" geht es nicht nur um materielle oder soziale Nachteile, auch wenn diese natürlich ebenfalls gemeint sind.

Wir machen unseren "Seelenfrieden" (innere Ausgeglichenheit) von Faktoren abhängig, die alle vergänglich sind. Diese Dinge selbst sind deswegen nicht schlecht - aber durch unsere Anhaftung leiden wir.

  • Man liebt seinen Partner - der einen verlässt
  • Man schätzt einen Freund - der verstirbt
  • Man will Erfolg - und erreicht ihn nicht
  • Man will Ansehen - und bekommt es nicht
  • Man will Jugend - und altert
  • Man will zufrieden sein - und wird unzufrieden
  • Man will sein Lieblingsessen - und bekommt es nicht
  • Man will schönes Wetter - und es regnet
  • Man will Gesundheit - und wird krank
  • Man will frei sein - und fühlt sich gefangen

Egal woran wir unser Glück fest machen wollen - nichts ist von Dauer und Letztlich ist alles vergänglich. Deshalb befriedigen diese Dinge uns nicht.

Die meisten Menschen akzeptieren diese Vergänglichkeit nicht und lenken sich lieber von solchen Gedanken ab.

Man stürzt sich in Materialismus und Konsum, in soziales Engagement, oder in spirituelle Weltabgewandheit - nur um die Endlichkeit zu verdrängen.

Der Buddhismus sagt sogar, das wir selbst keinerlei wirkliche Substanz haben, sondern nur in Wechselwirkung mit anderen Dingen existieren.

Hätten unsere Eltern uns nicht gezeugt, wären wir nicht hier. Hätten wir keine Nahrung, würden wir verhungern - das wären ganz konkrete Beispiele.

Außerdem ist unser "Ich" ohnehin nichts festes, denn es ändert sich ständig. Wir ändern unsere Meinung, Einstellung, Gefühle...

Laut dem Buddhismus gibt es keine echte Konstante, kein dauerhaftes, unveränderliches "Ich", das wir als ewig ansehen könnten.

Diese Haltung erträgt nicht jeder, denn wir wollen Sicherheit, Glück und Zufriedenheit.

Es ist schon schlimm ...

Ob etwas schlimm ist,  ist eine Frage unserer Bewertung.

Menschen können die gleiche Situation erleben und bewerten sie dennoch völlig unterschiedlich.

  • Person A findet die Frau attraktiv, die Party toll und das Essen lecker.
  • Person B findet die Frau unattraktiv, die Party öde und, das Essen eklig.

Außerdem kann sich alles ändern.

Ein wenig betrunken, ist die Frau plötzlich viel attraktiver, mit anderen Gesprächspartnern wir die Party besser und mit einem ordentlichen Schuss Ketchup schmeckt sogar das Essen gut.

Natürlich sind Armut, Elend und soziale Ungerechtigkeit Dinge, die wir als "schlimm" ansehen und haben das Bedürfnis zu helfen.

Auch hier gilt aber: Eine Person in einem Entwicklungsland leidet nicht unbedingt an ihrer Situation, nur weil ihr Lebensstandard nicht unserem entspricht.

Allerdings bringt es aus buddhistischer Sicht auch nichts, sich in blinden Aktionismus zu stürzen, um die Welt zu retten.

Wenn wir aber uns selbst, unsere Bewertungen und unser daraus resultierendes Handeln besser verstehen, haben wir ein umfassenderes Verständnis.

Wenn wir in der Lage sind unsere Anhaftungen, Projektionen und Bewertungen zu erkennen und abzulegen, leiden wir nicht nur weniger, sondern sind auch in der Lage den Anderen zu helfen, ohne vor Mit-Leiden zu zerfließen.

Einfach gesagt: Lerne deine Illusionen kennen, Erkenne dein Nicht-Selbst und bemühe dich, nicht zur Ursache von neuem Leiden zu werden. Aus dieser Haltung heraus nutzt man Anderen mehr, als durch depressiven Weltschmerz.

Letztlich ist das größte Problem das wir haben, dass wir uns mit unseren Ich-Konzepten selbst ständig im Weg stehen und völlig blockieren. Wir sind uns selbst unser größtes Problem - und damit auch Anderen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wir müssen im Kontext zu Deiner Frage wohl zwischen dem axiologischen Gefühl von Leid (z.B. in Deiner Frage – das „Gefühl für dumm gehalten zu werden“) und dem vulnerablen Erleben und Erfahren von Leid unterscheiden (z.B.wenn Du zusehen musst, dass Dein Kind an Krebs stirbst oder vor Deinen Augen von einer Fassbombe zerrissen wird).

Das Dasein ist dort Leid wo es zum inneren und äußeren Zerbrechen und Zerbersten überdehnt wird, es ist dort aber „nur“ Leidabstrahierung, wo wir unsere Vorstellungen, Erwartungen, Ziele, Wünsche und Werte als inkohärent und inkonsistent wahrnehmen und interpretieren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein, denn das Dasein ist in den meisten Fällen eben auch Freude. Nur selten sind Menschen permanent unglücklich. Es ist auch ein Fehlschluss, zu denken, dass jemand der im Supermarkt arbeitet, unglücklicher ist als jemand, der als Arzt arbeitet.

Mir begegnen übrigens nur sehr, sehr wenige Menschen, die Angst haben, für dumm gehalten zu werden. Die meisten halten sich eher für sehr schlau.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Ice1688
25.10.2016, 01:03

Angst davor zu haben, für dumm gehalten zu werden, ist nicht das Gleiche, wie Angst davor zu haben, dumm zu sein.

0

Nein das darein ist kein leid und woher möchtest du wissen das jemand der im Supermarkt arbeitet unglücklicher ist als jemand der Arzt oder Anwalt ist ?
Jeder hat sein Leben im Hand und macht daraus das was ihm gefällt. Jemand der im Supermarkt arbeitet, war vllt in der Schulzeit viel glücklicher als jemand der jetzt ein Arzt ist. Weil der der im Supermarkt arbeitet, bestimmt in seiner Schulzeit faul war, gefeiert hat, nur yas was ihm gefallen hat getan hat und dadurch bestimmt auch viele Freunde gehabt hat. Jemand der ein Arzt ist, war bestimmt nicht jede Woche feiern, Stränge sich an, opferte seine Freizeit, war nur unter Stress und hatte vllt dadurch weniger Freunde

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Ice1688
25.10.2016, 01:12

Stimmt, Gott schütze dich! Oder Allah, oder was weiß ich wer ...

0
Kommentar von Gunibald
25.10.2016, 01:30

Das gilt nur für hier. Kinder in Afrika, die weder die Möglichkeit haben zur Schule zu gehen, ein Dach überm Kopf noch etwas richtiges zu essen zu bekommen haben ihr Leben nicht in der Hand. Leider Gottes

0
Kommentar von fragensindwow
25.10.2016, 01:49

Ja, das ist aber schuld der Menschen, die sich Luxusartikel kaufen ( z.b Bett, Couch, Parfüm, fernsehr , viel Kleidung, ....) Da das Geld begrenzt auf der Welt gibt musst du so überlegen es gibt nur 1.000€ auf der Welt und nur 10 Menschen. Sobald du 200€ verdienst, nimmst du das Geld der anderen 9 Menschen. Sobald du dir ein Parfüm im Wert von 40€ kaufst, nimmst du das Geld von irgend jemandem auf der Welt.

0

Alles was man will ist ein Problem, aber nur mit sich selbst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?