Ist das Christentum seinem Ursprung treu geblieben?

12 Antworten

Das Christentum besteht aus "tausend" Erscheinungen. Und das Original, das sich ehrlich an das Wort Gottes, die Bibel hält, ist statistisch nicht zu fassen. Wir begnügen uns also mit den Gemeinden, die sich als bibeltreu bezeichnen und Gott wird am Ende sein Urteil darüber sprechen. Bezeichnend für die Zustände des "Christentums" sind die sieben Briefe an die Gemeinden in der Offenbarung: „... das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner Rechten gesehen hast, und der sieben goldenen Leuchter. Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind die sieben Gemeinden.“

„Dem Engel der Gemeinde von Ephesus schreibe: Das sagt, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt: Ich kenne deine Werke und deine Bemühung und dein standhaftes Ausharren, und dass du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die behaupten, sie seien Apostel und sind es nicht, und hast sie als Lügner erkannt; und du hast [Schweres] ertragen und hast standhaftes Ausharren, und um meines Namens willen hast du gearbeitet und bist nicht müde geworden. Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Sonst komme ich rasch über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegstoßen, wenn du nicht Buße tust! Aber dieses hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hasst, die auch ich hasse. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der in der Mitte des Paradieses Gottes ist.“

‭‭Offenbarung‬ ‭2:1-7‬ ‭SCH2000‬‬ https://www.bible.com/157/rev.2.1-7.sch2000

und so weiter bis Offenbarung3: „Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der »Amen«, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung der Schöpfung Gottes: Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärst! So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund.“

‭‭Offenbarung‬ ‭3:14-16‬ ‭SCH2000‬‬ https://www.bible.com/157/rev.3.14-16.sch2000

Und das Original, das sich ehrlich an das Wort Gottes, die Bibel hält, ist statistisch nicht zu fassen. Wir begnügen uns also mit den Gemeinden, die sich als bibeltreu bezeichnen

Die sogenannten Bibeltreuen sind eine relativ moderne Erscheinung aus dem vorletzten Jahrhundert. Im ersten Jahrundert hieß es noch "Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig." (2Kor 3,6)

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@BillyShears

Ja, auch mit Bibelzitaten kann man das Wort Gottes VERDREHEN!

„Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.“

‭‭Johannes‬ ‭6:63‬ ‭SCH2000‬‬ https://www.bible.com/157/jhn.6.63.sch2000

„Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert? Siehe, ich komme über diejenigen, spricht der Herr, die Lügenträume weissagen und sie erzählen und mit ihren Lügen und ihrem leichtfertigen Geschwätz mein Volk irreführen, während ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe, und sie diesem Volk auch gar nichts nützen!, spricht der Herr.“

‭‭Jeremia‬ ‭23:29, 32‬ ‭ https://www.bible.com/157/jer.23.29,32.sch2000

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@Nefesch
Ja, auch mit Bibelzitaten kann man das Wort Gottes VERDREHEN!

Du kannst mir gerne zeigen wo ich Paulus' Worte verdreht habe.

„Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts.  Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.“

So ist es. Gottes Wort ist immer geschehendes Wort. Es sind nie Buchstaben. Daher ist in Joh 1 mit dem Logos auch keine Schrift gemeint.

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Nein und Ja.

Man weiss zu wenig vom sog. "Urchristentum" in den Städten der heutigen Türkei (Paulus ab 44 nC). Man fühlte sich aber immer noch dem Judentum zugehörig; man wusste ja nichts anderes.

Ab dem Frühchristentum (ab 110 nC) setzte eine unglaubliche Entwicklung mit fortgesetzten Veränderungen ein – bis heute.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung
Ist das Christentum seinem Ursprung treu geblieben?

Im Prinzip Ja - nur viele Menschen nicht.
Die Orientierung an der Botschaft Jesu - wenn sie denn erfolgt - hat sich nicht geändert.
Richtig ist, daß viele Religionsgemeinschaften - darunter auch die aus der Reformation - den Fokus ihrer Lehre auf nachrangige Aussagen der Botschaft Jesu (auch manche Aussagen der Apostel) ausrichteten oder gar den Kern der Botschaft verdrehen.

Nein. Die ursprünglichen Christen verhielten sich so wie in der Bibel beschrieben bzw. lebten streng nach der Bibel.

Gott sei Dank finden wir in den meisten Teilen Europas eher einen liberalen Glauben vor und eher einen christlichen Dialiekt - oft auch den sogennanten U-Boot-Christen.

Die ursprünglichen Christen verhielten sich so wie in der Bibel beschrieben bzw. lebten streng nach der Bibel.

Die ursprünglichen Christen hatten noch keine Bibel.

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@BillyShears

Das hängt davon ab was genau Du als "ursprünglichen" Christen verstehst bzw. welche Zeitspanne gemeint ist.

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@BillyShears

Doch, die Urchristen hatten eine Bibel: Die Septuaginta (LXX).

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@UW1969

Das war die griechische Übersetzung von dem was wir heute das Alte Testament nennen, welches da allerdings da noch nicht fertig kanonisiert war (siehe Synode von Jabne)

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@BillyShears

Richtig. Die im 3. und 2. Jhd. v. Chr. entstandene Septuaginta ist das, was wir heute Altes Testament oder Erstes Testament nennen (die Septuaginta enthielt die Apokryphen).

Was allerdings die "Synode von Jabne" betrifft: Hier bist nicht auf dem aktuellen Forschungsstand. Diese Synode, die gegen Ende des 1. Jahrhunderts den alttestamentlichen Kanon festgelegt haben soll, hat es nicht gegeben.

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@UW1969
Hier bist nicht auf dem aktuellen Forschungsstand. 

Gut, das finde ich jetzt kleinlich. Wiki schreibt 'Es ist deswegen üblich geworden, von einer „Zeit von Jabne“ zu sprechen, die bis zum Bar-Kochba-Aufstand währte.' Ich verwende den alten Begriff, aber trotzdem weiß jeder was gemeint ist. Und die Kanonisierung des AT fand eben erst in diesem Zeitraum statt.

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@BillyShears

Nix kleinlich. Ich lege nur darauf Wert, dass auch in der Theologie korrekt wissenschaftlich gearbeitet wird. :-)))

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@UW1969

Dann würdest Du die LXX nicht als die Bibel der Urchristen bezeichnen. ;-)

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@BillyShears

Langsam macht es mir Spass, mit dir zu diskutieren, da du dich argumentativ nicht so schnell unterkriegen lässt. :-)

Ich habe damit kein Problem, die LXX als "Bibel der Urchristen" zu bezeichnen, da im Judentum für das Alte Testament die Bezeichnung "Hebräische Bibel" (=Tanach) üblich ist.

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@UW1969
Ich habe damit kein Problem, die LXX als "Bibel der Urchristen" zu bezeichnen

Ich lege nur darauf Wert, dass auch in der Theologie korrekt wissenschaftlich gearbeitet wird. :-)))

Langsam macht es mir Spass, mit dir zu diskutieren, da du dich argumentativ nicht so schnell unterkriegen lässt. :-)

;-)

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@BillyShears

Dein Versuch, mich mit meinen eigenen Waffen zu schlagen, könnte ein Indiz sein, dass du für die Apologetik berufen bist. Analytisches Denken ist dafür wichtig und da könntest du, soweit ich ein kleines bisschen Einblick durch deine Antworten habe, gut sein.

Trotzdem: Bitte nicht den letzten Satz in meinem letzten Kommentar ignorieren.

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@UW1969

Also gut. Ich gebe dir ein Stück weit recht. Habe gerade mit meiner Frau gesprochen (hat auch Theologie studiert). Sie meint, es wäre besser gewesen wenn ich Bibel der Urchristenheit in Anführungszeichen gesetzt hätte.

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@BillyShears

Oh. Ich habe meinen neuen Kommentar versehentlich an mich gesendet. :-)))

Also gut. Ich gebe dir ein Stück weit recht. Habe gerade mit meiner Frau gesprochen (hat auch Theologie studiert). Sie meint, es wäre besser gewesen, wenn ich Bibel der Urchristenheit in Anführungszeichen gesetzt hätte. Sie gab mir den Rat, dass ich nicht so perfektionistisch sein soll. Na ja, was wären wir Männer ohne Frauen. :-)))

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@UW1969
Sie gab mir den Rat, dass ich nicht so perfektionistisch sein soll.

Sag ihr, da braucht sie sich keine Sorgen machen, denn wärst Du perfektionistisch, hättest Du mir zugestimmt ;-)

Wir reden hier nämlich vom Ursprung des Christentums, und der lag in Jerusalem direkt nach den Osterereignissen. Dort verwendete man hebräische und aramäische Texte des Tanachs, nicht die LXX. Diese spielte im 1.Jhdt durchaus auch eine große Rolle außerhalb Palästinas (besonders bei den Evangelienschreibern), aber sie ist nicht die Bibel der Urchristen, sondern ein Teil der von griechischsprachigen Christen verwendeten Schriften (für die noch in 2Tim 3,16 geworben werden musste). Andere verwendete Schriften sind zB die Paulusbriefe und der 1.Henoch. Und gerade a1Hen hat einen enormen Einfluss auf das NT, wurde aber in keinen Kanon (ausser dem äthiopischen) aufgenommen. Und erst ab dem 2.Jhdt (quasi ab Marcion) begann die lange Diskussion darüber, welche christlichen Schriften authentisch und welche zu verwerfen seien.

Daher sage ich: Die ursprünglichen Christen hatten noch keine Bibel.

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@BillyShears

Ich biete als Konsens an: Die Septuaginta ist über das hellenistische Judentum im 1. Jahrhundert n. Chr. in das hellenistische Judenchristentum übergangen und wurde dadurch zur Heiligen Schrift der griechisch sprechenden Christen (ich nehme den Begriff "Bibel" zurück). Die Unterscheidung von Alten und Neuen Testament wurde dann ja sowieso erst mit der Festlegung des neutestamentlichen Kanons notwendig.

Das ändert aber aus bibelwissenschaftlicher Sicht nichts daran, dass im Prozess der Ablösung des Christentums vom Judentum die LXX immer offensichtlicher zur Heiligen Schrift der Christen wird, da das rabbinische Judentum mit einer griechischen Übersetzung nicht einverstanden war.

Ebenfalls unbestritten haben die Autoren des Neuen Testamentes bei ihrer Aufnahme alttestamentlicher Zitate mehr die LXX als die hebräischen bzw. aramäischen Texte als Grundlage, obwohl man davon ausgehen kann, dass die Autoren den hebräischen Text kannten. Daher spielt die LXX für die neutestamentliche Exegese ja so eine wichtige Rolle.

Offen ist jetzt allerdings noch die Frage, ob zur Zeit Jesu der Kanon des Alten Testaments bereits feststand. Hier gibt es in der Bibelwissenschaft (und auch in der evangelikalen Theologie) unterschiedliche Auffassungen.

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@UW1969
Das ändert aber aus bibelwissenschaftlicher Sicht nichts daran, dass im Prozess der Ablösung des Christentums vom Judentum die LXX immer offensichtlicher zur Heiligen Schrift der Christen wird

Das bestreite ich ja auch gar nicht. Aber wir reden hier immernoch vom Ursprung, und nicht von 100 nChr.

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Ja, aber leider gibt es immer wieder Gruppen und Sekten die sich abspalten und völlig seltsame Lehren als christlich verbreiten, ob Zeugen Jehovas, Mormonen oder auch viele sogenannte freien Christen in den USA die seltsame Vorstellungen davon haben was christlich ist.

Auch die großen Kirchen machen nicht alles richtig insbesondere gibt es dort viele im Laufe der Jahrhunderte entstandene Rituale die es bei den ersten Christen nicht gab. Aber trotzdem tragen diese Kirchen den Grundgedanken des Christentum wie der Glaube daran dass Jesus Gott ist, dass sich Gott im Vater, Sohn und Geist offenbart hat. Das alle eine himmlische Hoffnung haben und durch Gnade gerettet werden. Das wir eine Seele haben und es ein Gericht geben wird. Der Gedanke der Nächstenliebe zeigt sich darin dass gerade diese großen Kirchen sehr viele soziale Projekte finanzieren. Auch wenn es nicht perfekt ist.

Natürlich hat die KK gerade in der Vergangenheit viel Schuld auf sich geladen aber sie hat wie auch andere aus der Vergangenheit gelernt und ist im Lernprozess beständig. So wie auch die evangelische Kirche.

Fakt ist, es gibt zwar zig tausende christliche Gruppen aber die meisten vereint der Glaube an Jesus Christus und die Besinnung auf die ursprünglichen christlichen Werte. Ausnahmen wie genannt gibt es natürlich auch. Insbesondere in den USA hat sich rund um das Thema christliche Religion eine Vielzahl an seltsamen Kirchen gebildet welche zurück in die Vergangenheit wollen oder wo Wohlstand angeblich ein Zeichen von Gott ist und Geld im Vordergrund steht. Wo man Waffen segnet und am liebsten jeden der anders ist bestrafen möchte. Also man muss leider schon genauer hinschauen um die Spreu vom Weizen zu trennen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Bin bei den ZJ aufgewachsen und dann Christ geworden

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