Ist das Christentum eine jüdische Sekte?

14 Antworten

Das Christentum hat jüdische Wurzeln. "In Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt" (Apostelgeschichte 11,26).

Ich beantworte die Frage mal anhand der Bibel:

Die Heilige Schrift der Juden heißt Tanach, besteht aus 39 Büchern und ist exakt gleich mit dem Alten Testament der christlichen Bibel, die zusätzlich die 27 Bücher des Neuen Testaments enthält.

Das Alte und Neue Testament bilden eine Einheit und sind deshalb miteinander verbunden. Bei der Bibel handelt es sich also um ein Buch, das aus 66 einzelnen Büchern besteht (die 39 Bücher das AT und die 27 Bücher des NT). Deshalb sollte man keine Wertung vornehmen.

Das Alte Testament etabliert Prinzipien, die im Neuen Testament veranschaulicht werden. Das Alte Testament enthält viele Prophezeiungen die im Neuen Testament erfüllt werden. Das Alte Testament liefert Geschichte über ein Volk, während das Neue Testament sich auf die Person fokussiert. Das Alte Testament zeigt den Zorn Gottes gegen Sünde (mit kurzem Blick auf Seine Gnade); das Neue Testament zeigt die Gnade Gottes gegenüber Sündern (mit kurzem Blick auf Seinen Zorn).

Das Alte Testament sagt einen Messias voraus (Jesaja 53), und das Alte Testament offenbart wer der Messias ist (Johannes 4,25-26). Das Alte Testament zeigt Gottes Gesetz auf, das Neue zeigt wie Jesus, der Messias, das Gesetz erfüllt (Matthäus 5,17; Hebräer 10,9). Im Alten Testament handelt Gott meist mit Seinem auserwählten Volk, den Juden; im Neuen geht es hauptsächlich um Gottes Umgang mit Seiner Gemeinde (Matthäus 16,18).

Das Alte Testament sah das Paradies für Adam verloren; das Neue zeigtwie das Paradies wiedergewonnen wurde durch den zweiten Adam (Christus). Das Alte Testament verkündet, dass der Mensch durch seine Sünde von Gott getrennt wurde (1. Mose) und das Neue Testament verkündet, dass die Beziehung zwischen Mensch und Gott wieder hergestellt werden kann (Römer 3; 6). 

Das Alte Testament legt also die Basis für das Kommen des Messias nieder, der sich Selbst geopfert hat für die Sünden der Welt (1. Johannes 2,2). Das Neue Testament zeichnet den Dienst von Jesus Christus auf und schaut zurück, auf was Er getan hat und wie wir darauf reagieren müssen. Beide Testamente eröffnen den gleichen heiligen, barmherzigen und gerechten Gott, der Sünde verdammt und sich wünscht Sünder zu retten durch das Sühnopfer. In beiden Testamenten eröffnet sich Gott selbst für uns und zeigt uns, wie wir zu Ihm kommen können durch unseren Glauben (1. Mose 15,6; Epheser 2,8).

Zuerst einmal: Das Christentum ist keine Sekte! Christentum allgemein gehört wie der Islam und das Judentum zu den Weltreligionen und unterscheidet sich in den Wesentlichen Dingen sehr vom Judentum!

Klar, das Christentum hat seinen Ursprung im Judentum. Als Jesus - er war Jude - damals auf die Erde kam, galt noch der "Alte Bund". Das bedeutet, noch war es nicht möglich, durch Glauben gerecht zu werden. Man musste das Gesetz halten und weil man nicht ohne Sünden leben kann, ein Tier opfern. Denn: "Ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung!" (Hebr. 9,22b) Aber als Jesus, der perfekt und rein war, und Gott in Person, starb für uns Menschen und all unsere Sünden auf sich nahm und somit auch die Strafe, die wir verdient hatten, wurde der "Neue Bund" gegründet und damit das Christentum. Juden haben in ihr damals eine Sekte gesehen, aber sie haben auch die wahre Aussage nicht verstanden.

Das Hauptaussage des Christentums ist: "Der Gerechte wird aus Glauben leben!" (Röm 1,17; Gal 3,11) Wir brauchen keine Opfer mehr, der Glaube allein kann uns rein machen und somit vor Gott gerecht darstehen lassen. Für Christen ist Jesus der von Gott schon viele Jahre vorher versprochene Retter und Messias, Gottes eingeborener Sohn! Der einzige Weg in den HImmel! Juden glauben das nicht. Sie haben Jesus nicht als Retter erkannt, sie warten noch und bleiben so im "Alten Bund".

So, ich hoffe, ich konnte dir deine Frage verständlich beantworten: Das Christentum kommt zwar aus dem Judentum, aber es ist eine komplett neue "Religion".

Danke. Und bedeutet das etwa das die Juden daran glauben erst mit einem „Opfer“ sündenfrei zu sein oder hab ich das falsch verstanden?

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@Ryannnn

Gerne! :-)

Gott hat den Juden damals Gebote gegeben, die sie halten müssen, um vor ihm gerecht zu sein. Natürlich schaffen wir das nicht. Deswegen gibt es die Möglichkeit, durch ein Opfer rein zu werden. Das glauben die Juden immer noch und versuchen außerdem, das Gesetz zu halten. Sie haben das Opfer nicht zusätzlich, sondern sie nehmen Jesus nicht als Retter an. Wenn du verstehst, was ich meine...

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@Jewel1522

Was sich Gott wohl dabei gedacht hat, als er den Juden Gesetze gab, die sie "natürlich" nicht halten können?

Und warum steht er bloss so auf tote Tiere, die er - als Geistwesen - nicht mal essen kann?

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@Zicke52

"Darum: Aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden; denn durchs Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde." Römer 3,20

Wie sehen denn diese egoistischen Menschen, von welchen ich der größte bin, denn sonst ein, dass sie Sünder sind, wenn ihnen niemand einen Maßstab gibt?

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@Jewel1522

Ich habe ja nichts gegen einen Massstab, aber der sollte Ziele festlegen, die erreichbar sind. Sonst ist er reine Schikane.

Nein, Menschen sind nicht Sünder, weil sie Unerreichbares nicht erreichen können. Da lobe ich mir das menschliche Gesetzeswerk - da wird nichts Unmögliches verlangt.

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Blanke Dogmatik und damit religionsgeschichtlich wertlos!

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Zuerst dachte ich, dass du wirklich ein Christ bist gemäss den Lehren der Apostel und der Propheten des Alten Testaments.

Daher hab ich deine Antworten nachgelesen.

Jetzt aber mit dieser Frage kommen mir alle Zweifel der Welt.

Warum glaubst du nicht was der Apostel Pauls diesbezüglich schrieb?

Auf welches Evangelium gründest du deine Hoffnung?

Denn der Apostel Paulus schreibt

Gal 1,8 Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht.

Gal 1,9 Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht.

und weiter

Röm 11,16 Ist die Erstlingsgabe vom Teig heilig, so ist auch der ganze Teig heilig; und ist die Wurzel heilig, so sind auch die Zweige heilig.

Röm 11,17 Wenn nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden, du aber, der du ein wilder Ölzweig bist, in den Ölbaum eingepfropft wurdest und Anteil bekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums,

Röm 11,18 so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.

Die Wurzel des Evangeliums ist wie du hier ja erwähnst Israel und die Lehren des Mose auf der Verheissung Gottes an Abraham. Und Gott wird hat seine Verheissung an Abraham nicht zurückgezogen sondern erfüllt sie durch den Neuen Bund.

https://www.bibleserver.com/text/LUT/Jeremia31

Jesus der Gott ist der in sein Eigentum kam hat somit hier klar und Deutlich gesagt, dass er nun den Neuen Bund erfüllt.

Lk 22,20 Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!

Er gibt denen die seine Bundesgenossen sind nun den Heiligen Geist durch den wir den Gott Abrahams selbst als Vater erhalten.

Wir sind nicht mehr abhängig von Menschen die uns Lehren und Führen, sondern er selbst ist unser Lehrer und Führer.

Joh 16,13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

Joh 10,27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir;

Den Hirten oder Leitern der Gemeinde ist es daher auch untersagt, durch irgend welche Herrschaftsansprüche über die Gemeinde zu Herrschen.

1Petr 5,3 nicht als die, die über ihren Bereich herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde werdet!

Leitung der Gemeinde Christi soll also im Vorbild sein geschehen und nicht in der Kontrolle und im Herrschen wie es in der Welt und in den Kirchen dieser Welt geschieht.

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@Kosmike

Ich verstehe nicht genau, was du meinst und was du mir eigentlich sagen willst...

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@Jewel1522
Zuerst einmal: Das Christentum ist keine Sekte! Christentum allgemein gehört wie der Islam und das Judentum zu den Weltreligionen und unterscheidet sich in den Wesentlichen Dingen sehr vom Judentum!

Das Wort Sekte ist die Bezeichnung einer Lehre die vom Ursprünglichen Abweicht. Für die Juden ist das also eine Neue Lehre abweichend von ihnen die aber als zum Judentum gehörig anerkannt wird.

Klar, das Christentum hat seinen Ursprung im Judentum. Als Jesus - er war Jude - damals auf die Erde kam, galt noch der "Alte Bund". Das bedeutet, noch war es nicht möglich, durch Glauben gerecht zu werden. Man musste das Gesetz halten und weil man nicht ohne Sünden leben kann, ein Tier opfern. Denn: "Ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung!" (Hebr. 9,22b) Aber als Jesus, der perfekt und rein war, und Gott in Person, starb für uns Menschen und all unsere Sünden auf sich nahm und somit auch die Strafe, die wir verdient hatten, wurde der "Neue Bund" gegründet und damit das Christentum. Juden haben in ihr damals eine Sekte gesehen, aber sie haben auch die wahre Aussage nicht verstanden.

Einen Neuen Bund kann man nicht Gründen, sondern wird beschlossen ist eine Abmachung eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien.

So, ich hoffe, ich konnte dir deine Frage verständlich beantworten: Das Christentum kommt zwar aus dem Judentum, aber es ist eine komplett neue "Religion".

Diese Aussage aber ist es, auf die ich hinaus wollte. Denn wie du aus allen angefügten Versen erkennen kannst sind wir Christen eigentlich Juden. Denn wir sind durch glauben zu Nachkommen Abrahams und somit auch zu seinen Söhnen Geworden.

Diese Aussage, dass das Christentum eine Neue Religion ist wurde durch einen Katholischen Priester veranlasst, der daher auch zum Beispiel das Osterfest vom Jüdischen Pesach trennt und eine antichristliche Lehre.

Dazu noch weitere klare Aussage des Apostels Paulus.

Röm 11,17 Wenn aber etliche der Zweige ausgebrochen wurden und du als ein wilder Ölzweig unter sie eingepfropft bist und mit Anteil bekommen hast an der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums,

Röm 11,19 Nun sagst du aber: »Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werde«.

Röm 11,23 Jene dagegen, wenn sie nicht im Unglauben verharren, werden wieder eingepfropft werden; denn Gott vermag sie wohl wieder einzupfropfen.

Röm 11,24 Denn wenn du aus dem von Natur wilden Ölbaum herausgeschnitten und gegen die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wie viel eher können diese, die natürlichen [Zweige], wieder in ihren eigenen Ölbaum eingepfropft werden!

ich hoffe du erkennst die Zuverlässigkeit meiner Aussage, ich gehe aus, dass du in deiner Kirche die von Lehrern die Antichristlich eingestellt sind so gelehrt worden bist und verstehst.

Denn ich selbst weiss das aus Erfahrung wie viel verkehrtes uns in den Kirchen gelehrt wird und alles zu Prüfen ist ein ding der Unmöglichkeit.

Da ich aber viel Zeit mit dem Studieren und Systematischen Suchen nach Antworten wie auch mit der Hilfe des heiligen Geistes vieles bemerken musste und meine Ansichten ändern darf ich dir das nicht zum Vorwurf machen, hoffe aber dass du nachdenkst und Prüfst.

Denn würde mich freuen dich als Echten Bruder in Christus erkennen zu dürfen.

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Kann man so betrachten

Es gab ja in den Anfängen nach Jesu Tod das Judenchristentum, danach das Heidenchristentum...

Ein großer Unterschied: Im Judenchristentum gibt es keinen weiteren Gott neben Gott(es Thron) - Jesus war 'nur' Prophet...

Dagegen im Heidenchristentum: Jesus sitzt als Gottes Sohn neben Gott...

Jesus selber war ja Jude und jüdischen Glaubens. Das haben die neutestamentarischen Forschungen ergeben. Er selbst hatte nie ein Christentum gegründet, ausgerufen oder proklamiert...

Gruß Fantho

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