Ist das Christentum durch die Evolutionstheorie widerlegt?

57 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Evolutionstheorie gilt nicht als "fast schon bewiesen", die Evolution ist Tatsache und die Evolutionstheorie beschreibt diese Tatsache richtig.

Nichtsdestotrotz hat das kaum Bezug zur biblischen Schöpfungsgeschichte. Denn diese ist nicht wörtlich zu verstehen. Bei der Schöpfungsgeschichte handelt es sich um einen Mythos, eine Art Märchen. Auch wenn das darin Gesagte nicht die konkrete Realität beschreibt, hat dieser Mythos dennoch Wahrheiten in sich. Diese Wahrheiten sind jedoch nicht wörtlich, sondern nur symbolisch zu erfassen. Biblische Texte beschreiben keine historischen Fakten, sondern relgiöse Ideen.

Für uns Gläubige ist die Bibel aber eben kein Märchen, sondern das Wort Gottes.

Diskutieren kann man über verschiedene Auslegungen. Mir persönlich ist es zum Beispiel völlig egal, ob es wirklich 7 Tage waren, oder vielleicht 7 Wochen oder 7 Millionen Jahre. Die Quintessenz der Schöpfungsgeschichte ist: GOTT hat die Welt gemacht.

6

OnkelSchorsch, die Evolutionstheorie ist der Mythos, nicht der Schöpfungsbericht. 

3
@stefanbluemchen

Wie kann man eine Person ernst nehmen, die nicht einmal Kameleon richtig zu schreiben vermag?

1

Die Menschheit tut zwar so als wäre die Evolutionstheorie eine Tatsache.
Aus wissenschaftlicher Sicht, bleibt es allerdings tatsächlich eine Theorie.

Die vorgehensweise der Menschen ist aktuell so, dass man erst einmal davon ausgeht dass es keinen Gott gibt. Und dann versucht die Welt zu erklären.

Die Evolutionstheorie fühlt sich daher für mich sehr erzwungen an. Es ist wahrscheinlich die beste Erklärung um den Ursprung des Lebens ohne ein mächtige, tugendhaftes Wesen zu erklären. Allerdings kann ein wirklicher Wissenschaftler die Existenz eines Schöpfers nicht ausschließen.

2
@firehawk86

firehawk 86 schrieb:

Die Menschheit tut zwar so als wäre die Evolutionstheorie eine Tatsache. Aus wissenschaftlicher Sicht, bleibt es allerdings tatsächlich eine Theorie.

Und offensichtlich gehörst du zu denjenigen, die nicht wissen, was in der Wissenschaft der Begriff "Theorie" bedeutet. Ich habe jetzt aber weder die Zeit noch die Buntstifte, dir das zu erklären.

0
@OnkelSchorsch

Jemand hat eine Idee, wie etwas sein "könnte" und nimmt dann Fakten zur Hand welche diese Idee unterstützen, macht vielleicht ein paar Tests und schaut ob die Idee dem stand hält.

Ein aufrichtiger Mensch bleibt offen für andere Ideen, ein verschlossener bleibt es nicht und propagiert weiter seine eigene Idee und sieht die Welt auch nur noch durch die eigene.

0

Kurz: Nein ist es nicht.

Erklärung:

Es tangiert es/sie nicht. Die Bibel enthält Mythen, Geschichten und Parabeln teils eingebettet in reale Orte/Begebenheiten, teils auch rein fiktiv oder angepasst. Du darfst allerdings nicht das "Christentum" auf Fanatiker reduzieren, die alles was ihnen in den Kram passt möglichst wörtlich auslegen, auch wenn man in einigen Foren den Einruck bekommt. Das Gros des Christentums hat mit der Evolution kein Problem und auch andersherum meist auch nicht. Problematisch wird es immer dann, wenn religiöse Fanatiker -meist ohne jegliche wissenschaftliche Bildung- meinen, alles besser zu wissen.

Ein weiteres Problem -jedenfalls für Fanatiker- ist, dass im Laufe der letzten Jahrhunderte, die Wissenschaft "Gott" immer mehr in den Hintergrund gerückt hat, weil man die Welt Stück für Stück entmystifizierte. Damals wusste man nicht, wie ein Gewitter entsteht, also muss es Gott gewesen sein, Fluten, Stürme, Vulkanausbrüche etc. etc. Jetzt kommt dann noch etwas hinzu, was dem Menschen nur als Teil der Natur, sogar "animalisch" beschreibt und nicht als Abbild Gottes... quasi die letzte Bastion der Eitelkeit. So was darf natürlich nicht sein und was nicht sein darf, kann es ja auch nicht geben. 

Zum Thema Evolution:

Die gesamte Biologie erklärt sich nur durch die Evolution, es gibt nichts was auch nur ansatzweise einen so hohen Erklärungswert wie die Evolution hat und sich sowohl in Fossilien, DNS-Analysen, Mosaikformen, Ringspezies und Co-Evolution nachweisen lässt. Gerade in der Mikrobiologie lassen sich evolutive Vorgänge hervorragend beobachten... Evolution ist ein Fakt, die ET das was diesen Fakt bisher am genausten beschreibt.

Allerdings: nichts davon tangiert Religion... jedenfalls nicht direkt. Es ist schlicht und einfach eine Mischung aus Manipulation, Arroganz und Wissenschaftsfeindlichkeit, die zu diesen Konflikten führt. Man muss sich nur die üblichen Methoden der Kreationisten mal näher ansehen... da werden ellenlange Pamphlete verfasst, die z.T. nach der Strohmann-Methode aufgebaut sind oder absichtlich ganze Texte verfälschen bzw. aus dem Zusammenhang reissen, um ihren Glauben verkaufen zu können. Wissenschaftliche Analysen, die auch nur einem Mindestmaß an Sorgfalt genügen, wird man kaum finden, im Gegenteil... es ist teils haarsträubend was einem da vorgelegt wird und auch noch ernsthaft geglaubt wird.

 Wo dann wieder das nächste Problem beginnt: Durch die dauernde Indoktrinierung, dass die ET "Gott" abschaffen will und ja alles nur auf "Zufall" reduziert wird, soll ein greifbares Feindbild aufgebaut werden und gleichzeitig der vermeintliche "Gegner" lächerlich gemacht werden... und wie man leicht erahnen kann, ist ein Feindbild offenbar bei jeder fanatischen Glaubensform etwas, was man unbedingt braucht und wenn der auch noch lächerlich ist, darf man sich dabei sogar noch überlegener fühlen, als man als direktes Abbild Gottes sowieso schon ist...

Kurz: Nein, die ET hat das Christentum nicht widerlegt, es ist eine Erkenntnis, die aber ein Umdenken religiöser Strukturen notwendig macht... und da haben Fanatiker nunmal Probleme mit.

Abgesehen davon, dass Evolution eben KEIN Fakt ist, und dass Fanatiker nicht nur im Religiösen, sondern auch auf zum Teil sehr dünnem, Möchtegern-Wissenschaftlichen Eis zu finden sind, würde ich dieser Antwort zustimmen.

Ein Denkanstoß: Die Bibel spricht von Adam als ersten Menschen. Skeptiker sprechen von Inzucht, so wir denn alle von Adam und Eva abstammen sollten.

Dann erkläre mir bitte, was die Evolution dazu sagt. Punkt 1: Eine Zelle entsteht nur durch Zellteilung. Ausschließlich. Ausnahmslos.

AUßER: Die erste Zelle. Die entstand durch "Zauberei in der Ursuppe" - wie auch immer. Völlig egal. Auf jeden Fall war die erste Zelle irgendwann da. Und irgendwann gab es den ersten Menschen. Da waren doch wohl sicherlich nicht von Anfang an 5 Millionen Menschen auf der Welt? ;-)

Es geht (den meisten Menschen) nicht um Feindbilder oder Indoktrinierung. Ich bin beispielsweise ein Christ, der die Wissenschaft liebt und unheimlich spannend findet. Das muss sich überhaupt nicht ausschließen. Aber man sollte beim Thema Wissenschaft auch nüchtern herangehen. Gott muss man aus der Wissenschaft raushalten (was nicht heißt, dass es keinen Gott gibt). Und ich bin ein Fan der empirischen, exakten Wissenschaft. Eine Theorie, die mir erzählen will, was vor angeblichen Millionen oder gar Milliarden Jahren passiert sein soll, kann für mich nur eine Theorie bleiben.

Man bedenke, dass wir (bislang) nicht mal in der Lage sind, einen mathematisch bestätigten, neunten Planeten zu sehen, der über die zehnfache Masse der Erde verfügen soll. Wir können das Wetter von übermorgen nicht exakt voraussagen. Aber dann von Urknall und Urspuppe sprechen? Das KANN nur Spekulation sein.

3
@danhof
Die entstand durch "Zauberei in der Ursuppe" - wie auch immer. Völlig egal. Auf jeden Fall war die erste Zelle irgendwann da.

Hier bewegen wir uns im Bereich der Abiogenese, was eigentlich ein eigenes Thema für sich ist, und mit der ET a priori nichts zu tun hat. Mit "Zauberei" hat das auch wenig zu tun (ich weiss war nicht ernst gemeint), aber man kann sich mal ein paar Gedanken dazu machen:

Erstmal ist eine Zelle nichts anderes als ein getrenntes Reaktionskompartiment. Das ist recht einfach in der Natur zu finden, z.B.  Liposomen. Aussen herrschen andere Konzentrationen/Verhältnisse als im Inneren und es gibt eine Schutzbarriere. Damit gibt es schonmal stabilere Voraussetzungen für chemische Reaktionen und  auch für chem. Gradienten, also der Grundvoraussetzung für Potentialbildung, was man als einen Grundstein des Lebens bezeichnen könnte. Wie es dann aber genau weiter ging, ist schon spekulativ. Interessant ist aber, dass so ziemlich alle grundlegenden Biomoleküle spontan entstehen können, es auch selbst vervielfältigende Prozesse abseits der DNA gibt (Ribozyme). Man darf halt nur nicht davon ausgehen, dass die ersten "primitiven" Zellen auch nur im Ansatz ähnlich komplex waren wie z.B. humane Zellen. Aber wie gesagt, das ist eigentlich Abiogenese und nicht Evolutionstheorie/Evolution... 

Mehr dazu auch auf:

http://www.talkorigins.org/faqs/abioprob/originoflife.html

oder 

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK6360/

Da waren doch wohl sicherlich nicht von Anfang an 5 Millionen Menschen auf der Welt?

Nein, ganz sicher nicht. Es wird selbstverständlich auch Inzest gegeben haben, keine Frage, findet sich in der Natur in etlichen Populationen. Die Frage bei der "Entstehung des Menschen" ist ja auch, wie viele Individuuen z.B. isoliert wurden und somit (allopatrische Artbildung) diese neue Art bildeten und stabilisierten.

Eine Theorie, die mir erzählen will, was vor angeblichen Millionen oder gar Milliarden Jahren passiert sein soll, kann für mich nur eine Theorie bleiben.

Die ET beschränkt sich ja bei weitem nicht nur auf die Vergangenheit, über diese großen Zeiträume lassen sich aber die Verläufe darstellen und tragen somit zur Aufklärung der Deszendentenlinie mit bei. Zur Bestätigung der ET braucht man aber schon lange keine Fossilien mehr, dazu reicht die DNA, dennoch geben sie interessante Einblicke in die Entwicklung. 

Gerade mtDNA-Analysen geben sehr vielfältig Aufschluss über die Verwandtschaftsgrade und die Entwicklung und was die Mechanismen angeht, so kann man die sich an Prokaryonten sogar quasi in "Echtzeit" ansehen. Ebenso kann man sich die Fähigkeit einiger Retroviren zur Implantation von "Fremd-DNA" in die Wirts-DNA ansehen und sich dann fragen, wieso ein großer Anteil der menschlichen DNA retroviralen Ursprungs ist.

Abgesehen davon, dass Evolution eben KEIN Fakt ist

Evolution an sich ist ein unumstößlicher Fakt, worüber man sich streiten kann, ist die Rolle einiger Evolutionsmechanismen oder die Deszendentenlinie. Wie gesagt, Evolution lässt sich beobachten, direkt und indirekt, DNA-Analysen geben vielfältige Rückschlüsse auf Evolution, analog dazu die Fossilien etc. Die vermeintliche Trennung von Mikro- und Makroevolution existiert auch nur als Hypothese (wo genau sollen die Grenzen liegen?) und bisher konnte mir auch noch kein ET-Kritiker diese Grenzen aufzeigen, geschweige denn eine konsistente Artdefinition erbringen, die diese Grenzen berücksichtigt (... und dann auch noch mit der Bibel übereinstimmt ;-) ). Von der systematischen Einteilung z.B. von Art- oder Gattungshybriden will ich erst gar nicht anfangen.

5

Also, ich habe nicht alle VorAntworten gelesen, aber viele, und eine ziemlich einfache Antwort fehlte mir bisher:

Ja, die Evolutionstheorie (Die durch die Beweise dafür und die zutreffenden vorraussagen aus ihr als Tatsache angesehen werden muss)
widerlegt das Christentum aus einem ganz einfachen Grund:

Es gab keinen Adam und keine Eva, die keine Frucht von einem verbotenen Baum essen konnten und so keine Ursünde auf sich luden für die es dann keinen ErlöserZombie brauchte um dafür den Tod/Sünde/was auch immer von der Menschheit zu nehmen. Also gibt es ohne Die Vorgeschichte schlicht keinen Grund für einen Christus und damit ... keinen Grund für ein Christentum.

Natürlich kann man das alles ignorieren und trotzdem dran glauben, weil man sich selbst so wichtig nimmt, das man sich für ein Ebenbild des Schöpfers des Universums selbst hält.

Was möchtest Du wissen?