Ist das Artensterben gravierender als der Klimawandel?

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3 Antworten

Gravierender in welcher Beziehung?

Beides, Artensterben und Klimawandel sind Veraenderungen, die der Mensch angerichtet hat.

Klimawandel ist das juengere Phaenomen: in nur 200 jahren haben wird das hingekriegt. Der Klimawandel hat vermutlich mehr wirtschaftliche Auswirkungen, und wird den Verlust vieler Menschenleben durch Unwetter und Hungersnoete nach sich ziehen. 

Das Artensterben hat ja schon vor der Agrarevolution angefangen, als unsere Vorfahren in neuen Gebieten siedelten, und auf fast allen Kontinenten fast alle Grosstiere ausrotteten. 

Das Artensterben ist in den letzten Jahren ausser Kontrolle geraten und nur noch 10% der Tiere auf der Welt sind Wildtiere, waehrend 90% Nutz- und Haustiere sind. Die Nutztiere sind zum groessten Teil Tiere, die ein fuerchterliches Leben haben. 

Es ist unfassbar, wieviel Leid wir verbreiten, und wenn wir bedenken, dass wir selbst Tiere sind, moralisch auf keinen Fall vertretbar. Unsere "Menschlichkeit" ist arg in Frage gestellt.

TheStone 01.07.2017, 21:53

"Das Artensterben ist in den letzten Jahren ausser Kontrolle geraten und nur noch 10% der Tiere auf der Welt sind Wildtiere, waehrend 90% Nutz- und Haustiere sind." Was sind denn das für Zahlen? Geht's dabei um die Anzahl individueller Tiere, um die Gesamtmasse, etc.? Angesichts dessen, dass in allen Kategorien die mir einfallen, Insekten, Spinnentiere, Weichtiere und ähnliche Kleinsttiere die Oberhand haben, fällt es mir schwer das zu glauben.

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TheStone 01.07.2017, 22:48
@Steffile

Hmm...die Tierart mit der weitaus größten Biomasse sind Ameisen und die dürften zum allergrößten Teil nicht domestiziert sein.

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Steffile 02.07.2017, 15:10
@TheStone

Tut mir leid, ich habe nochmal nachgelesen: es geht um Wirbeltiere.

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Ein großer Teil des gegenwärtigen Artensterbens wird von der gegenwärtigen, menschenverursachten globalen Erwärmung und dem daraus folgenden Klimawandel verursacht oder beschleunigt. Insofern ist das zum Teil Ursache und Wirkung, und damit nicht wirklich vergleichbar. http://www.smithsonianmag.com/science-nature/climate-change-will-accelerate-earths-sixth-mass-extinction-180955138/

Als langfristige Folge des menschlichen Tuns finde ich das Artensterben sogar noch schlimmer als den Klimawandel.

Falls wir es schaffen, die Treibhausgaskonzentrationen in der Luft wieder zu senken, sinken auch die globale Temperaturen wieder; selbst wenn dann einige Folgen wie der Meeresspiegelanstieg noch tausende Jahre wirksam sein werden. https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/meeresspiegel-ueber-die-jahrtausende/

Arten, die ausgestorben sind, lassen sich dagegen nie wieder neu schaffen und bleiben verschwunden. Alle Arten sind aber in eine Ökologie eingebunden, auf deren Abläufe wir Menschen uns zu einem großen Teil verlassen. Das Stichwort dazu sind Ökosystemdienstleistungen oder eco systems services. https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kosystemdienstleistung

Diese Dienstleistungen lassen sich nur schwer und mit Aufwand ersetzen, und viele Zusammenhänge sind noch gar nicht erkannt. Insofern sind die Risiken für uns Menschen und unsere Zivilisation noch gar nicht ganz abzuschätzen. https://en.wikipedia.org/wiki/Extinction_risk_from_global_warming

globale Temperaturen, CO2 und Sonneneinstrahlung 1950 bis 2016 - (Biologie, ökologie, Klimawandel)
realfacepalm 04.07.2017, 23:45

ganz aktuelle Forschung:

"On the causes of mass extinctions" http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0031018216306915

aus dem Abstract:

Here we review almost twenty biotic crises between the early Cambrian and end Cretaceous and explore potential causal mechanisms. Most extinctions are associated with global warming and proximal killers such as marine anoxia

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Luegendetektor 08.10.2017, 21:15

Immer wieder der gleiche haltlose Blödsinn!

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realfacepalm 19.10.2017, 15:03
@Luegendetektor

Ich belege meine Aussagen mit Quellen; Du haust wie immer nur unbelegte Bezichtigungen raus. Kapierst Du den Unterschied?

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Und was hat das mit Physik zu tun?

Ich halte es für schlecht, Themen zu erfinden, nur die Experten vielleicht über den Tellerrand hinausschauen.

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