Ist das Adoptionsrecht der einzige Unterschied zwischen Lebenspartnerschaft und Ehe und findet ihr es gut, dass "die" nun Kinder adoptieren können?

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9 Antworten

Was zwei oder mehrere mündige Menschen miteinander vereinbaren geht niemanden irgendetwas an Es muss halt nur klar sein, welche Rechte und welche Pflichten daraus resultieren.

Bei einer Adoption geht es per Definition um Babys, Kinder und Jugendliche, die teilweise gar nicht und nur eingeschränkt mündig sind. Für mich steht außer Frage, dass unser Nachwuchs in verantwortungsvollen Händen aufwachsen sollte.

Wenn es um die Adoption geht, möchte ich folgendes wertfrei zu bedenken geben:

Es handelt sich dabei um einen Akt der ein in unserer Gesellschaft als nicht vollmündig definierten Menschen mit einbezieht. Man entscheidet also womöglich über jemanden, der in bestimmten Fällen gar keine Möglichkeit hat, ein Veto einzulegen.

Aus meiner Sicht spielen die Absichten für eine Adoption eine Rolle.

Wenn es um das Wohlergehen eines Kindes geht wäre mir jegliches liebendes und gewaltfreies Umfeld lieb, egal in welcher Konstellation das nun auftreten sollte.

Wenn man die Adoption als Verwirklichung SEINES Lebensmodells sieht, dann sehe ich das extrem kritisch.

Meistens wird es eine Kombination von Lebensmodell und Fürsorgewunsch sein, wo nach außen hin dies schwer zu unterscheiden ist, und auch ein verantwortungsvolles Umfeld darstellen kann. Aber da vertraue darauf, dass wir die Adoption an hohe Auflagen binden und zum Wohle des Kindes entschieden wird.

Insofern ist für mich die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare eine sinnvolle Erweiterung unserer gesellschaftlichen Entwicklung, damit Kinder eine individuelle fürsorgliche Umgebung erfahren dürfen.

Noch dürfen die gar nichts, da das Gesetz erst einmal im Bundesanzeiger veröffentlicht werden muss.
Dann dürfte da recht schnell beim BverfG landen, der es wg. grundgesetzwidrig kassieren wird.

Was sonstig von dem Gesetz halten soll, ist Ansichtssache.
Wenn es grundgesetzwidrig ist, ist es schlichter Rechtsbruch, das ist allein ist entscheidend.

peoplelife 30.06.2017, 23:01

Komplizierte Sache. Das Grundgesetzt ist auch zu einer Zeit entstanden, in der es diese Toleranz nicht gab. Daher ist die Ehe nur auf Mann und Frau bezogen

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soissesPDF 30.06.2017, 23:03
@peoplelife

Zweifelsohne, nur können die das Grundgesetz Artikel 6 nunmal nicht ändern. Gleich wie der Zeitgeist beschaffen war oder ist.
Eine Verfassung ist kein Spielzeug.

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lewei90 30.06.2017, 23:03

Das ist es aber bestimmt nicht...

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SaVer79 30.06.2017, 23:04

Die Juristen sind geteilter Meinung, ob das Gesetz mit dem Grundgesetz vereinbar ist.....bleibt abzuwarten, ob überhaupt jemand klagt

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soissesPDF 30.06.2017, 23:08
@SaVer79

Da kannst drauf Wetten, dass das Gesetz in Karlsruhe landet.

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SaVer79 30.06.2017, 23:10

Bisher hat noch kein Antragsberechtigter eine Klage angekündigt! Und dann wird es interessant....

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soissesPDF 30.06.2017, 23:16
@SaVer79

Kann ja noch niemand klagen.
Jetzt geht es erst noch in den Bundesrat, dann muss der Bundespräses das Gesetz noch prüfen, ob es mit dem Grundgesetz vereinbar ist oder nicht, dann unterschreibt er es oder eben nicht.

Über die Sommerpause geschieht gar nichts, nach der Wahl schaut man dann, wer klagt.

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SaVer79 30.06.2017, 23:22

Der Bundespräsident wird das Gesetz mit Sicherheit unterzeichnen!

Und wie gesagt, eine Klage bedeutet noch nicht automatisch, dass diese auch Erfolg haben wird.

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soissesPDF 30.06.2017, 23:33
@SaVer79

Der Ex-Präses Papier, des BverfG sieht es eindeutig als grundgesetzwidrig.
Ebenso die bisherige Rechtsprechung Karlsruhes.

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SaVer79 30.06.2017, 23:40

Herr Papier hat dich dazu recht öffentlich geäußert. Andere hochrangige Rechtswissenschaftler sehen das anders! Und außerdem muss Herr Uhl ja auch erstmal 157 Abgeordnete finden, die mit ihm klagen

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soissesPDF 30.06.2017, 23:41
@SaVer79

Muss er nicht, gibt nach andere mit Klagerecht, wie die Kirche, oder auch der Dackelzüchterverein.

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Islaay 01.07.2017, 00:08

Grundgesetzkonform  hin oder her. Menschen haben diese Gesetze erlassen und Menschen können sie auch ändern, wenn sie wollen ... fertsch!!!!

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soissesPDF 01.07.2017, 00:15
@Islaay

Gesetze sicher, eine Verfassung nicht.
Zumal in Deutschlnd nicht, aus historischen Gründen.
Wenn eine Verfassung beliebig wäre oder auch nur würde, wäre es schnell vorbei mit Demokratie.

Wie die Politik derartige Dinge wie Gleichstellung regelt, ist deren Problem, sie ist dabei gezwungen sich an das Verfassungsrecht zu halten.
Was sie jetzt geschaffen hast ist Rechtsunsicherheit.

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Garlond 01.07.2017, 07:38
@soissesPDF

An der Verfassung muss man ja nichts ändern, man muss sie nur wörtlich nehmen und nicht aus Ehe (bezeichnet eine durch Naturrecht, Gesellschaftsrecht und Religionslehren begründete und anerkannte, zumeist gesetzlich oder rituell geregelte, gefestigte Form einer Verbindung zweier Menschen.) und Familie (bezeichnet soziologisch eine durch Partnerschaft, Heirat, Lebenspartnerschaft, Adoption oder Abstammung begründete Lebensgemeinschaft, im westlichen Kulturraum meist aus Eltern oder Erziehungsberechtigten sowie Kindern bestehend) Mann, Frau und leibliche Kinder machen.

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peoplelife 01.07.2017, 11:42
@Garlond

Ich bin erst mal gespannt, ob sich alles vor den Wahlen entscheidet. Die SPD und die kleinen Parteien versuchen mit Gewalt das Gesetz durchzudrücken, bevor die AFD höchstwahrscheinlich EInzug findet bzw. es als Wahlkampfthema nutz. D

ie CDU/CSU ist ja auch nicht gerade mehrheitlich von der Idee begeistert und die SPD selbst wird nach den Wahlen deutlich schwächer vertreten sein.

Sehr unbeholfen manchmal, unsere Politiker. Erst auf die lange Bank schieben und dann durchdrücken wollen.

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Nein es gibt auch Unterschiede  z.b. im  Erbrecht, bei Unterhaltszahlungen oder Rentenausgleich.

Und es wird Zeit, das das endlich gleichgestellt wird. 

lewei90 30.06.2017, 22:38

Absolut! In der Stadt, aus der ich stamme (und in der meine Eltern noch immer leben), wird die Ehe für alle ganz groß in der Innenstadt gefeiert. Schade, dass ich nicht dabei sein kann.

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Es geht nur um eins: Geld

Ohne die finanziellen Vorteile, die eine Ehe mit sich bringt, würde das Thema "Ehe für alle" gar keine Rolle spielen.

Rein egoistisches materielles Denken steckt hinter dem Gesetz - alles andere ist vorgeschobene Heuchelei.

Eine im Grunde unbedeutende, aber lobbymäßig hervoragend vernetzte Minderheit, schafft es, daß sich eine gesamte Gesellschaft ihren Vorstellungen unterwerfen muß.

Das "niemanden etwas genommen wird", wie im Bundestag behauptet wurde, stimmt natürlich so nicht; mehr Ehen bedeutet immer auch eine größere finanzielle Belastung der Allgemeinheit - auch wenn sich das im Hinblick auf eine verschwindend geringe Minderheit verkraften läßt.

Allerdings ist der Rubikon überschritten worden.

"Ehe für alle" - das muß nun auch mit Konsequenz umgesetzt werden:

Also nächstes muß die Mehrfachehe erlaubt werden und daß mehrere Personen untereinander heiraten können; ich fordere auch, daß man sich selbst heiraten kann und daß auch Verwandte untereinander heiraten können; auch jede andere beliebige Konstellation muß nun ehefähig sein - die Ehe ist nun beliebig geworden - im Grunde kann sie niemandem mehr verweigert werden...

In Bolivien (immerhin katholisches Land) hat man die Homoehe auch gleichgestellt - inzwischen haben schon 3 (männliche) Personen untereinander geheiratet ("trieja" genannt).

Elbenlord 01.07.2017, 00:48

Wie stehst Du zu Mensch-Tier? Ehe für alle?

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Garlond 01.07.2017, 08:04
@Elbenlord

In welcher Weise sollte denn ein Tier einen Ehevertrag unterschreiben und seine Eiwilligung kundtun?

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Garlond 01.07.2017, 08:21

a) hinter was steckt kein egoistisches materielles Denken?
b) wenn es nur ums Geld geht und das die Gemeinschaft so sehr belastet, warum schafft man es dann nicht ganz ab, jeder bekommt Steuerklasse 1 und gut ist.
c) Polygamie ist nichts neues
d) Bolivien wird, wie andere Länder auch, kaum an der Ehe für alle oder Mehrfachehen zugrunde gehen, dafür sorgen andere, die du in deiner Angst ums Geld gar nicht erwähnst, die aber dafür Summen abgreifen, die sämtliche Differenzen bei Steuereinnahmen durch die Ehe für alle weltweit bei weitem übertreffen.

Natürlich ist das ganze eine vorgeschobene Heuchelei, wir werden in einem Thema gegeneinander aufgehetzt, dass eigentlich gar keiner großen Diskussion wert ist, um von unseren wirklichen Problemen mit unserer assozialen Elitespitze (und ich meine hier nicht zwangsläufig die Politiker) abzulenken. So wie es mit jeder Fußball WM oder anderem Quatsch gemacht wird.

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DerSchopenhauer 01.07.2017, 13:09
@Garlond

Endlich - die Süddeutsche Zeitung (Online) von heute hat es erkannt und bestätigt, was ich schon geschrieben habe:

Die Ehe dient nur der Erlangung von finanziellen Vorteilen

Sie ziehen nur einen anderen Schluß als ich und sagen nicht Ehe für alle um die finanziellen Vorteile zu erlangen, sondern die finanziellen Privilegien sollen für alle gelten, damit man nicht gezwungen sein muß, zu heiraten...

Dann wird die Ehe zu einer Institution, die einen besonderen Wert an sich hat...

Jetzt kommen wir der Sache langsam auf den Grund - hier scheint nun endlich jemand nachgedacht zu haben, welche Folgen (wie ich schon geschildert habe) eine zwangsweiese Ausweitung und Umsetzung der Ehe für alle zukünftig haben könnte...

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Garlond 02.07.2017, 00:07
@DerSchopenhauer

Danke für den Link.

In der Süddeutschen steht übrigens:

Was ändert sich durch die Ehe für alle?

Der wesentliche noch bestehende Unterschied zwischen der Ehe undder eingetragenen Lebenspartnerschaft zeigt sich im Adoptionsrecht: Bislang darf nur einer von beiden Lebenspartnern ein fremdes Kind adoptieren; der zweite kann das Kind erst im Nachhinein als das eigene annehmen. "In der Praxis ist diese Sukzessivadoption mit deutlich mehr Aufwand verbunden", sagt Rechtsanwalt Markus Wehner aus der Kölner Kanzlei Hasselbach. In Zukunft können homosexuelle Paare von Beginn an gemeinsam ein Kind adoptieren. Bereits seit

2005

können Schwule und Lesben im Rahmen der Lebenspartnerschaft das leibliche Kind ihres Partners als eigenes annehmen.

Es ändert sich also nicht viel und widerlegt deine Aussagen, das es nur um Geld geht.

Und bei dem Sermon, das die Vorteile auch für alle anderen gelten müssen, die nicht heiraten wollen wird vergessen, dass man mit der Ehe auch Plichten eingeht, deren nichteinhalten auch zur Aufhebung einer Ehe führen können.

Natürlich sollten auch andere Partnerschaften, die füreinandern einstehen die gleichen Finanziellen Vorteile erhalten, ich hoffe mal wir kommen da noch hin. Aber das Geschwister oder einfach Freunde, die füreinandern einstehen noch nicht berücksichtigt werden, ist kein Grund diesen Teilsieg herunterzuspielen.

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für mich sollte eine Ehe nur zwischen Mann und Frau existieren. Eine Lebenspartnerschaft für gleichgeschlechtige Menschen. Allerdings sollten hier dann alle Rechten und Pflichten erfüllt werden. Und es sollte normal sein, das sie Kinder adoptieren dürfen,. Ist Ungerecht und nicht hinnehmbar, das Lesben einen Vorteil haben - nur weil sie in der Lage sind, Kinder zu bekommen. Das sollten schw.Männer auch dürfen.

Garlond 01.07.2017, 07:46

Wenn es genau gleich ist und dann also Ehe = Lebenspartnerschaft bedeutet, was macht es dann noch für einen Unterschied wie man es nennt?
Zumal Ehe eben nur im traditionellen Verständnis etwas zwischen Mann und Frau ist. Eine Ehe war schon immer nur ein Vertrag zwischen Personen (nicht mal zwangsläufig zwei, siehe Polygamie) und zudem ist die Bedeutung der Ehe stark von den gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen abhängig und hat sich im Zuge der menschlichen Entwicklung immer wieder verändert.

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edmuina 01.07.2017, 10:13

Tja es ist nun mal der "vorteil" der frau dass sie kinder bekommen können. Das magst du für ungerecht empfinden, aber das eird auch der grsetzgeber nicht ändern können.

Und bei winer adoption geht. Es nicht darum wer gern ein kind hätte. Sondern es geht darum für ein kind die bestmägliche lösung zu finden. Es gibt kein "recht auf adoption" und das ist gut so.

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Saturnknight 01.07.2017, 22:48

Ist Ungerecht und nicht hinnehmbar, das Lesben einen Vorteil haben - nur weil sie in der Lage sind, Kinder zu bekommen. Das sollten schw.Männer auch dürfen.

Aha. Also Lesben haben einen Vorteil, weil sie schwanger werden können? Und das ist nicht hinnehmbar?

Was willst du den dagegen machen?

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Da bisher seitens der Politik kein haltbares Argument genannt wurde, was gegen die Ehe für alle spricht, wird im Grunde genommen endlich die Verfassung durchgesetzt (was ich selbstverständlich gut finde).

Naja, symbolisch fühlen sich diese Menschen jetzt mit ihren heterosexuellen Mitmenschen gleichgestellt und vor dem Gesetz ist das nun auch so.

Das mit dem Kinder adoptieren sehe ich kritisch. Ich zweifle nicht an den Fähigkeiten ein Kind zu erziehen, sondern mache mir Sorgen was für Auswirkungen das auf das Kind hat im Bezug auf Kindergarten und Schule.

Mobbing ist heute in Schulen an der Tagesordnung und das wegen den banalsten Sachen. Grad Kinder sind bei sowas besonders grausam, vor allem weil sie sich teilweise nicht bewusst sind, was sie damit anrichten. Daher sehe ich die Adoption von Kindern kritisch, aber sonst finde ich es mehr als gerecht, das es auch endlich als Ehe angesehen wird.


sacredrain 30.06.2017, 22:48

Genau, gemobbt wird wegen den banalsten Sachen. Ein Kind kann auch Opfer werden, wenn es keine homosexuellen Eltern hat.

Nicht das ''Anders-sein'' ist das Problem, die Mobber sind das Problem. Oder um es anders auszudrücken: Was können denn Homosexuelle dafür, wenn manche Eltern ihre Kinder nicht erziehen können?

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peoplelife 30.06.2017, 22:55
@sacredrain

Manche Eltern ist mir schon fast zu wenig^^

Auf der einen Seite sind viele Eltern lockerer wie noch die Großeltern und auf der anderen Seite ist jegliche Disziplin heute weg.

Früher bekam man in der Schule mit dem Stock eine auf die Finger und dann dafür daheim noch eine Ohrfeige und heute musst du Ansgt haben, das dich irgendein "Aktivist" anzeigt, wenn du deinem Kind vor Leuten eine leichte Backpfeife gibst oder es etwas schroff hinter dir herziehst.

Dann kam man als Jugendlicher meist zum Bund, wo man auch nochmal erfahren hat, was Disziplin und Respekt ist.

Aber so ist das heute und ich merke das ich vom Thema abschweife...

Nur wie das Problem lösen? Ich würde es Homosexuellen gönnen ein Kind zu adoptieren, aber im Sinne des Kindes sehe ich es nach wie vor kritisch innerhalb dieser Gesellschaft.

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Garlond 30.06.2017, 23:03

Also mobbing gibt es nur da, wo den Kindern beigebracht wird, dass es etwas unnormales ist und die, die andere Mobben wollen einen Grund suchen jemanden zu mobben. Mit der normalisierung der Ehe für alle ist es nichts unnormales mehr und wirkt somit nicht mehr als Faktor.

Aber lass doch mal die Betroffenen selbst reden:
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/39323/Ich-faende-es-seltsam-wenn-mein-Vater-eine-Freundin-haette

Und um sacredrains letzten Satz noch mal anders zu formulieren;
Das Recht muss dem Unrecht nicht weichen.

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peoplelife 30.06.2017, 23:13
@Garlond

Stimmt so nicht. Es muss den Kindern nicht beigebracht werden. Kinder machen das nicht selten aus Eigeninitiative. Ich weiß bescheid, habe da auch so einiges hinter mir^^

Kinder interessiert es nicht, was vor dem Gesetz normal ist. Ich war selbst mal eines.

Helfen würde es, wenn die Kinder mit Respekt vor den Mitmenschen erzogen werden würden, das gelingt aber nicht wirklich immer...

"Das Recht muss dem Unrecht nicht weichen"

Ein schöner Satz, der leider nur selten seinen Sinn entfalten kann. Auf der Welt gibt es viel zu viel Unrecht, das Recht beseitigt. Das ist aber eine andere Frage.

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Garlond 01.07.2017, 07:56
@peoplelife

Da muss ich dir widersprechen, Kinder lernen ihr Sozial- (oder Asozial-) verhalten aus dem was sie aus ihrem Umfeld aufnehmen. Kinder kopieren das was sie vorgelebt bekommen. Wenn sie mitbekommen, dass man etwas erreichen kann, wenn man z.B. jemanden anschreit, dann werden sie das selbst auch versuchen und wenn sie damit Erfolg haben und die Handlungsweise damit bestätigt wird, dann werden sie dieses Verhalten weiter ausbauen und perfrektionieren. Wenn man einem quängelnden Kind häufig nachgibt dann erzieht man es dazu, dass es durch Quängeln etwas erreichen kann. Wenn dass dann mal nicht mehr funktioniert und man mit dem gelernten auf Widerstand stößt, wird man natürlich böse.

Nur weil es auf der Welt viel Unrecht gibt, bedeutet dass doch nicht, dass man sich dem Unrecht beugen sollte.

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peoplelife 01.07.2017, 09:48
@Garlond

Natürlich machen Kinder das, was man ihnen vorlebt. Aber das bezieht sich nicht nur auf Erwachsene, sondern zum Beispiel auch auf ältere Mitschüler, Musiker etc....

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Garlond 01.07.2017, 10:28
@peoplelife

Ich hab auch nicht gesagt, dass es nur von den Erwachsenen oder gar Eltern ausgeht.

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peoplelife 01.07.2017, 10:35
@Garlond

Dann weiß ich nicht worüber wir hier diskutieren^^

Mit Eigeninitiative meinte ich eigentlich, das sie nicht angestiftet werden müssen. Sie verhalten sich so, wie sie es irgendwo aufgeschnappt haben. Ob das nun nett und höflich oder rüpelhaft ist hängt von der Situation ab.

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Garlond 01.07.2017, 11:27
@peoplelife

Wir diskutieren über deine Aussage, dass man Kindern keine homosexuellen Adoptiveltern zumuten sollte, weil sie dann in der Schule gemobbt werden könnten und meinem Widerspruch, dass dies kein Kriterium sein darf, da nicht die homosexuellen Adoptiveltern das Problem sind, sondern die Kinder (oder Erwachsenen) die andere mobben.
Das ist der falsche Weg, genauso wie zu sagen "du bist selbst Schuld, wenn dein Rad geklaut wird, wenn du es nicht anschließt" - Es ist falsch hier das Opfer zum Täter zu machen, schuld bleibt immer der, der sich strafbar macht.

Das bedeutet die Aussage, das Recht muss dem Unrecht nicht weichen.

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peoplelife 01.07.2017, 11:31
@Garlond

Eine kleine Verbesserung.

Ich empfinde es für das Kind in keinster Weise als Zumutung homosexuelle Eltern zuhaben, sondern das Verhalten was man von der Gesellschaft entgegengeschlagen bekommt und das hat leider bei Kindern oftmals sehr schlechte Auswikungen.

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Garlond 01.07.2017, 11:43
@peoplelife

Um noch mal zu veranschaulichen, was ich in deiner Sichtweise sehe, etwas nicht zu tun, weil es eine Gefahr birgt:

- Wir schaffen Weihnachtsmärkte ab, weil jederzeit ein Verrückter mit einem Lastwagen reinbrettern könnte.

- Wir schaffen Großveranstalltungen hab, weil irgendjemand eine Bombe zünden könnte.

- Wir lassen unsere Kinder nicht mehr raus, weil irgendwo ein Vergewaltiger lauern könnte

- Wir lassen Homosexuelle keine Kinder adoptieren, weil sie in der Schule gemobbt werden können.

- Wir lassen keine Ausländer ins Land, weil sie von Rassisten umgebracht werden können.

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peoplelife 01.07.2017, 11:48
@Garlond

Ich denke wir haben uns hier gerade in etwas verrannt.

Meine Sichtweise nochmal kurz und knapp:

Ehe für Alle = super

Kinder adoptieren = super

Ich stelle das gleich auf. Homos (ist keine Beleidigung, sondern einfach ein Abkürzung, wie Hetero, Transe etc...) sind bestimmt ganz tolle Eltern, wie andere Paare auch und ich würde jedem Paar auch ein Kind gönnen, gibt ja schließlich genug Kinder die keine Eltern mehr haben und so wieder welche bekommen.

Ich sagte nur wiederholt, das ich es kritisch sehe. Das ich es nicht unterstützen würde habe ich nie gesagt bzw. gemeint.


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Garlond 01.07.2017, 16:42
@peoplelife

OK, Friede.

Unter kritisch sehen, verstehe ich, etwas kritisieren, oder zumindest es zu hinterfragen.

So wie du es jetzt schreibst, klingt es mehr als sei es eine Sorge, die Sorge, dass die Kinder aufgrund ihre Eltern gemobbt werden könnten.

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peoplelife 01.07.2017, 21:01
@Garlond

Ich habe das Wort etwas aus seiner Bedeutung gezogen. Ich meinte damit aber die Sorge.

Hätte ich jetzt aber so geschrieben, hätte es die Diskussion auch ausgelöst^^

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Islaay 01.07.2017, 00:15

Wenn jeder sein Kind tolerant erzieht und über die verschiedenen Beziehungen informiert, dann können Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern keine Probleme in Schule Kindergarten usw. haben. Mit 'Ehe für alle' ist die Sache nicht getan.

Wenn Deutschland eine tolerantes und weltoffenes Land ist, dann müssen auch Schulen Kindergärten usw. dafür sorgen auch dieses Thema mit gleichgeschlechtlicher Partnerschaft behandeln.

Meine Schwester hatte eine Freundin in der Schule, die zwei Mütter hatte. Ich bin schwul  und bin Türke. Meine Familie hat kein Problem damit, dass ich schwul bin. Mir wurde von Kind auf von meinen Eltern beigebracht, dass es auch andere Konstellationen gibt als die klassische.   Weder meine Schwester, noch ich hatten ein Problem mit der ganzen Sache.

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Islaay 01.07.2017, 15:34

Ich wiederhole es nochmal. Der Staat ist dafür verantwortlich, welche Werte gelebt werden. Ganz klar sollte man Toleranz gegenüber Minderheiten und die Konstellation, dass es homosexuelle Partnerschaften gibt auf den Lehrplan bringen. Da fängt die Arbeit an. Zudem jeder einzelne sollte seine Kinder das beibringen in der Erziehung. Natürlich wird es hier und da Mobber geben, aber das ist der Grundbaustein. Demokratieverständnis wird ja auch in den Schulen beigebracht.
Mit der 'ehe für alle' ist noch weitaus nicht alles getan! Die eigentliche Arbeit fängt jetzt erst an.

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peoplelife 01.07.2017, 15:36
@Islaay

Ich würde auf dem Lehrplan soweiso gerne so einiges ändern, aber dafür habe ich keine Befugnisse^^

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Klar, warum sollten sie das nicht dürfen? Und "die" heißen auch für dich Homosexuelle!

berlina76 30.06.2017, 22:48

Nein. Deswegen heisst es ja Ehe für alle und nicht nur Ehe für Homosexuelle und Heterosexuelle. da gibt es noch die Bi, Pan,Trans,... sexuellen Einfach alles was von der Heterosexuellen Beziehung abweicht. Aber du hast recht "die" ist nicht der richtige Ausdruck.

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peoplelife 30.06.2017, 22:59
@berlina76

Wird in Sachen Ehe überhaupt nochmal unterteilt bei homo- und heterosexuellen? Auch Transen und Co. haben ja so gesehen einen männlichen oder weiblichen Partner.

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lewei90 30.06.2017, 23:01
@peoplelife

Ehrlich... JEDER darf nun heiraten, egal welche Orientierung er/sie nun haben mag. Das ist doch schön! 

"Transen" ist übrigens kein schönes Wort...

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peoplelife 30.06.2017, 23:06
@lewei90

Ups, habe mich bei einem Kommentar verlesen, sorry!

Und das mit der Bezeichnung liegt im Auge des Betrachters. Ich nehme es gerne als Abkürzung, finde ich auch umgänglicher als Transexuelle/r etc...

Wirklich beleidigende Bezeichnungen möchte ich mir und anderen ersparen...

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Nein. Finde ich nicht gut.

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