Ist das Abitur an einer Waldorfschule dasselbe wie an einem normalen Gymnasium?

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2 Antworten

Nicht ganz: Die Fragen sind natürlich die gleichen, aber der Leistungsdruck ist höher als an einer staatlichen Schule.

Die Einzelheiten unterscheiden sich je nach Bundesland, aber allgemein kann man sagen: An einer staatlichen Schule hat man die Möglichkeit, bereits ab der 11. Klasse Punkte zu sammeln. Auf diese Weise kann man einige Fächer bereits vor der Abiprüfung erledigen und sich dann auf den Rest konzentrieren - so kommt man relativ entspannt durchs Abitur.

Da das Abitur eine staatliche Prüfung ist und die Waldorfschul-Oberstufe vom Staat nicht als gymnasiale Oberstufe anerkannt wird (Hessen bildet da, glaube ich, eine Ausnahme), ist für Waldorfschüler alles, was sie vorher geleistet haben, bedeutungslos - für sie hängt die Abinote ausschliesslich von der Abiturprüfung ab (auch da gibt es leichte Ausnahmen je nach Bundesland).

Das kann natürlich ein Vorteil sein: Wenn man in der 11. und 12. Klasse faul war, hat das keinen direkten Einfluss aufs Abi und man kann das Ruder mit guten Prüfungsergebnissen noch komplett herumreissen.
Die meisten aber empfinden den Druck als unangenehm: Selbst, wenn man zwei Jahre lang ein ausgezeichneter Schüler war und tolle Klausuren geschrieben hat, nützt einem das nichts und man hat nicht - wie auf den staatlichen Schulen - ein Polster erworben, sondern muss alles Wissen in dem kurzen Zeitraum der Prüfungen parat haben.

Es scheint aber so zu sein, dass die Waldorfabiturienten mit diesem Druck klarkommen, denn ihre Abiturnoten unterscheiden sich im Durchschnitt nicht wesentlich (so weit ich das eruieren konnte) von denen der staatlichen Abiturienten:
http://www.effenberg.de/waldorf-abitur.htm

Ja, was für Schüler, die mit der Waldorfpädagogik aufgewachsen sind, recht schwierig ist.

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