ist Bujinkan ninjutsu ?

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3 Antworten

Sagen wir es mal so, Ninjutsu ist eine Teilmenge des Bujinkan und Bujinkan ist eine Teilmenge des Ninjutsu

Ich habe gerade eine Frage in ähnlicher Form beantwortet, ich erlaube mir mal den relevanten Textauszug zu kopieren, da er passt und es gut erklärt.

Historisch: Viel Wissen der Ninja wurde mündlich überliefert und ist mit Ende der Clans verloren gegangen. Zumindest drei "Schulen" (so die wörtliche Übersetzung der Techniksammlungen) blieben erhalten, deren Großmeister, zusammen mit sechs Samurai-Schulen Toshitsugo Takamatsu war. Der hat den Großmeistertitel aller Schulen an Masaaki Hatsumi weitergegeben, der sie im Bujinkan zusammengefasst hat.

Der Bujinkan ist sozusagen die Mutter des heutigen Ninjutsu. Mehr oder weniger daraus gebildet und separat weiter evolutioniert haben sich Jinenkan und Genbukan, die für sich jeweils beanspruchen, autentischer in Sachen Ninjutsu als der Bujinkan zu sein. Aber das sind so übliche Marketing-Kabbeleien die du in allen Kampfsport- und Kampfkunst-Systemen mit mehreren Verbänden findest, jeder ist der autentischste, effektivste und überhaupt der Geilste. Wo du lernst, hängt eher von deinem Wohnort ab, da es in Deutschland Ballungsgebiete mit Genbukan und Bujinkan gibt. Mach dir nix draus wo du unterkommst. Passt schon. Einzig wenn du z.B. durch Umzug (z.B. von einer Genbukan- in eine Bujinkan-Hochburg) den Verband wechselst, könnte es spannend mit der Anerkennung deiner Graduierungen werden. Der Bujinkan ist das verbreitetste System und ein gutes obendrein.

Letztlich wird ein Mix aus Ninja- und Samurai-Kampftechniken unterrichtet. Kampfkunst halt. Fallen und Rollen, Schläge, Tritte, Hebel, Würfe und für Fortgeschrittene Waffen wie Schwert (trainiert mit einem Bokken, einem Holzschwert) und Stock verschiedener Längen (Hanbo, Jo, Bo). Da Samurai und Ninja gleiche Wurzeln haben, liegt es nahe, die Techniken miteinander zu mischen und ergänzen.

Was zu "echtem Ninjutsu" ein wenig fehlt, sind die Shinobi Iri. Denn über das Genannte hinaus konnte sich der damalige "Ninja von Welt" auch sehr elegant in verschiedensten unwegsamen Geländen bewegen (ich als Sportkletterer habe, obwohl immer noch niedrig graduierter Schüler, mit Segen meines Meisters schon eine Exkursion Felsklettern mit Schwerpunkt Ninja/Shinobi gemacht), reiten, war fit in Wetterkunde, Geologie und Geografie, konnte sich sehr effizient tarnen (das "Verschmelzen mit der Nacht" im schwarzen Anzug ist eher noch ein Klischee, gerne war ein Ninja auch einfach nur sehr gekonnt in Zivil im jeweiligen regionalen Look gekleidet um nicht aufzufallen), hatte Medizinkenntnisse (Nervendruckpunkte - Kyusho Jitsu, im chinesischen Kung Fu in ähnlicher Form auch als Dim Mak bekannt, Naturheilmittel, ...) und wusste mit schmutzigen Tricks zu beeindrucken (den Gegner einschüchtern indem der klischeehafte schwarz vermummte Krieger in einer Rauchwolke auftauchte).

Bis zu den ersten Dan-Graden (also Meister-Graden) gehören auch weitere typische Ninja-Waffen nicht zum Trainingsplan, wie die Sai (Klingenbrecher), Tonfa (Schlagstock), Kettenwaffen (Kusari Fundo, Nunchaku), Wurfklingen (Shuriken) und Weiteren (z.B. Naginata). Diese können aber auch in Seminaren erlernt werden. Kettenwaffen und Wurfklingen fielen eh einem fragwürdigen deutschen Waffengesetz (verboten ohne Ausnahme, während man an Schusswaffen ja noch recht einfach rankommt) zum Opfer, was man umso weniger versteht, wenn man mal im Yoyogi-Park in Tokio geübten Leuten bei beeindruckenden Choreografien mit dem Nunchaku zugesehen hat oder mal selbst einen in der Hand hatte und festgstellt hat, dass man sich als Ungeübter eher selbst damit blaue Flecken zuzieht ehe man jemand Anders schwerere Verletzungen beifügt, überzogenes Verbot auch von Übungs-Nunchakus mit Polsterung und Sollbruchstelle beim Einsatz als Würgewaffe. Im Ausland ist Üben aber möglich bei Seminaren, bei Wurfklingen gelten zudem ähnlich seltsam anmutende Ausnahmen (die recht leicht zu bedienenden Wurfmesser sind legal und frei erhältlich, ebenfalls Stiftklingen, Bo-Shuriken genannt, während die schwieriger zu werfenden Wurfsterne verboten sind - in deutschen Dojos wirft man gerne mal als Ersatztraining mit Bierdeckeln um zumindest die Handbewegung mal gemacht zu haben)

Mit dem zunehmenden Ruhestand der "80er Jahre Ninjas", die damals den Bujinkan in den Westen holten (Stephen K. Hayes in den USA, Brian McCarthy in Irland und alle, die bei ihnen lernten) wirst du Shinobi als Beiwerk zum Bujinkan-Trainingsplan immer seltener finden. Selbsständige Fortbildungen in dem Bereich durch Seminare oder Bücher (die Bücher von Hayes, leider nur noch gebraucht und schwer erhältlich) sind natürlich möglich.

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Ninjutsu ist der Oberbegriff. Davon leitet sich zuerst bujinkan ab, als die erste Kampfschule des Ninjutsu. Davon leiten sich Genbukan und Jinenkan ab.

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Ninjutsu ist Teil des Bujinkan. Im Bujinkan werden 6 Samurai Schulen und 3 Ninja Schulen unterrichtet.

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