Ist Buddhismus nicht vielmehr eine Religion, als eine Lebenweise oder Lehre?

13 Antworten

Ist natürlich in gewissem Maße Definitions- oder Auslegungssache, aber ich fasse den Buddhismus unter die Religionen. Gut, es werden keine Götter gelehrt und verehrt, aber es wird doch ein höheres Prinzip postuliert.

Wenn man Religion auf persönliche Götter einengen würde, wären auch die Atheisten, die an eine "höhere Macht" glauben. Oder wie die Scientologen an Außerirdische, wobei ich nicht sagen will, dass Scientology eine Religion ist, die ist eher ein Zweck, sondern ihre Lehre religiös ist.

Die strenge Wortbedeutung sollte man nicht überbewerten. Die Schöpfer des Wortes "Religion" hatten sicher nicht so viel Kenntnis vom Buddhismus.

Und der Buddhismus ist m.W. auch nicht nur Anweisung, sondern durchaus auch gesellschaftlicher Einflussfaktor, zumindest gewesen. Und das nicht nur auf die Alles-Friede-Freude-Eierkuchen-Art. Die Seelenwanderung in das passende Lebewesen soll auch als Rechtfertigung gedient haben, dass Menschen auf der Schattenseite des Lebens es nicht anders verdient hätten. Das Christentum kann man auch nicht nach einem Besuch in einem Nonnenkloster beurteilen.

Die manchmal von Buddhisten gewählte Bezeichnung als "religiöser Atheist" oder "atheistischer Gläubiger" erklärt zwar deren Einordnung, entspricht aber nicht meiner. Und das sind ja nicht die einzigen Worte, bei denen man am Beginn eines Gesprächs die genaue Definition abklären muss, um nicht in sinnlose Streitereien zu verfallen.

„Die Seelenwanderung in das passende Lebewesen soll auch als Rechtfertigung gedient haben, dass Menschen auf der Schattenseite des Lebens es nicht anders verdient hätten.“

Das finde ich auch immer interessant. Da gab es glaube ich auch diese Stufen für die Menschen. Bei der untersten Stufen sind die Menschen dafür geboren, die „Drecksarbeit“ zu machen und mussten von Mönchen die Leichen verbrennen (glaube das war verbrennen). Und das tun andere Leute nicht, damit sie kein schlechtes Karma erhalten. Also ja auch m.M.n. es ist auch eine Form der Erklärung und Rechtfertigung der Gesellschaft.

Danke für die Antwort.

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Sowohl als auch.

Der Buddhismus gibt Empfehlungen, rücksichtsvoll und mitfühlend anderen Menschen zu begegnen und im Einklang mit der Natur und der Wirklichkeit zu leben. Das ist der philosophische Teil.

Der Buddhismus liefert auch Einblicke und Thesen über das Universum sowie das Leben nach dem Tod wie z.B. Reinkarnation, Karma, Energiegesetze, usw.. Das ist der religiöse-spirituelle Teil.

So ist der Buddhismus auch Religion.

Vielen Dank!

Manchmal scheint es, als würden sie diese Thesen zu ernst und es nicht mehr als Vermutung nehmen. Viele richten ihr Leben auf das Karma aus und das was nach dem Leben passiert.

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Selbstverständlich ist der Buddhismus eine Religion. Da kommt es auf individuelle Meinungen nicht an - der Buddhismus erfüllt die Kriterien einer Religion, also darf man ihn auch so nennen. Die meisten Buddhisten tun das ja selbst.

Atheisten gefällt lediglich die Tatsache, dass der Buddhismus ohne Götter auskommt (was, streng genommen, nicht mal immer und zu 100% zutrifft). Deshalb versuchen sie, ihn aus der "Religions-Ecke" herauszudefinieren. Da es für die Definition als Religion aber garnicht zwingend notwendig ist, dass der Glaube an einen "Gott" gepredigt wird, klappt das nicht.

Buddha sagt, wenn du eine bessere Lehre/Religion als meine findest, dann nimm die an. Eine absolut edle Ansicht m.M.n.

Ich denke jeder kann den Buddhismus auslegen wie es ihm zusagt. Willst du es als Religion leben, dann tue es. Kannste machen, kannste aber auch sein lassen.

Hi, der Buddhismus heute wird als Religion gesehen, der Ursprung des Buddhismus, vor den Gründunge der vielen Schulen (ca. 250 nach christus) wird als Anschauung verwendet. Spiritualität und esotherik werden aber verhöhnt, verspottet und aktuell auch immer wieder kritisiert.... recherchiere einfach über die ursprüngliche Geschicht Gautamas , das Buch von Hermann Hesse - Siddhartha kann ich nur empfehlen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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