Ist Benzin oder Diesel umweltbelastender?

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das lässt sich so pauschal nicht sagen. 

Grundsätzlich verbrennt Benzin sauberer. Es fällt praktisch kein Ruß und nur recht wenig Stickoxid an. Dafür wird mehr Kohlendioxid freigesetzt. 

Diesel verbrennt nicht so sauber. Es entsteht Ruß, der bei modernen Autos durch den Partikelfilter aufgefangen und kontrolliert abgebrannt wird. Weiter entsteht durch die höheren Verbrennungstemperaturen und den Luftüberschuss deutlich mehr Stickoxid. Durch die höhere Energiedichte des Dieselkraftstoffes wird jedoch bei gleicher Leistung weniger CO2 freigesetzt. 

Je nachdem, ob man CO2 oder Stickoxide für das grössere Übel hält, hat der eine oder der andere Kraftstoff Vorteile. 

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Produzieren Benziner nicht bedingt durch die turbos sogar mehr Partikel? Damit erreichen die Benziner ja effektiv auch extrem hohe Temperaturen.

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Diesel setzt mehr CO2 frei als Benzin, da die Molekülkette länger ist als bei Benzin. Daher gilt Erdgas als die "sauberste" fossile Energie, weil bei Methan auf jedes Kohlenstoffatom vier Wasserstoffatome kommen, bei Ethan sind es bloß noch drei. Allerdings ist der Unterschied zwischen Benzin und Diesel gering, der Vorteil von Diesel, liegt nur in seiner höheren Energiedichte.

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@charlynickel

Das mag in der Theorie so sein, in der Praxis zeigt sich aber, dass ein Dieselmotor bei gleicher Leistungsabgabe weniger CO2 ausstösst, als ein Benziner.

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Je nachdem, ob man CO2 oder Stickoxide für das grössere Übel hält

Nichts für ungut, aber Stickoxide werden bei beiden Motortypen durch den Katalysator aus dem Abgas entfernt.

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@Mikkey

Diese Aussage ist nur bedingt richtig. Stickoxide werden durch Katalysatoren reduziert, können aber nicht vollständig entfernt werden. Die Stickoxid-Reduktion ist aufwändig und teuer.

Da ein Diesel-Motor ein Vielfaches an Stickoxiden produziert, kommt am Ende auch ein Vielfaches aus dem Auspuff. 

Gerade die Stickoxid-Emissionen der Diesel-Modelle werden VW garade in den USA zum Verhängnis. Wäre die Entfernung der Stickoxide beim Diesel so einfach, hätte VW doch gar kein Problem.  

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@Interesierter

Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil -

manchmal wundert man sich nachträglich, was man da geschrieben hat.

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Je nachdem, ob man CO2 oder Stickoxide für das grössere Übel hält, hat der eine oder der andere Kraftstoff Vorteile.

Kohlenstoffdioxid produzieren beide Motortypen. Der Diesel produziert etwas weniger aufgrund seines geringeren Verbrauchs. Der Unterschied ist allerdings nicht ganz so groß, wie der Verbrauchsunterschied erwarten lassen würde, da bei der Verbrennung von Diesel bei gleicher Kraftstoffmenge mehr Kohlenstoffdioxid entsteht, als bei der Verbrennung von Benzin. Das liegt daran, dass Benzin kürzere Kohlenwasserstoffketten aufweist und daher mehr Wasserstoff enthält.

Der Benzinmotor prodiziert zunächst wesentlich mehr Kohlenstoffmonoxid, als der Dieselmotor, während der Dieselmotor mehr Stickstoffoxid produziert.

Zwar ist Kohlenstoffmonoxid noch viel giftiger, als Stickstoffoxid, allerdings lässt sich ersteres durch Abgasnachbehandlung in einem geregelten Oxidationskatalysator auch sehr effizient entfernen. Nach der Abgasnachbehandlung sind die Abgase eines Benzinmotors daher in der Regel "sauberer", als die eines Dieselmotors.

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Die Abgase, die direkt aus dem Motor kommen, sind bei Benzinmotoren grundsätzlich sehr viel giftiger/schädlicher, als bei Dieselmotoren. Suizid mit Autoabgasen, wie es in vielen Kriminalfilmen zu sehen ist, ist mit einem Benzinmotor ohne Katalysator bestimmt relativ leicht möglich, da relativ viel giftiges Kohlenstoffmonoxid entsteht. Mit einem Dieselmotor hingegen dürfte selbiges beinahe schon ein Ding der Unmöglichkeit sein. Da Dieselmotoren mit Luftüberschuss verbrennen, erzeugen sie kaum Kohlenstoffmonoxid. Zudem ist auch der Sauerstoffgehalt der Abgase, zumindest im Leerlauf, noch ziemlich hoch. Gerade die Abgase von alten "Saugdieseln" (ohne "Aufladung") haben daher nahezu überhaupt keine unmittelbare Toxizität. Das "giftigste" an den Abgasen dieser Motoren ist tatsächlich das Kohlenstoffdioxid und das wird erst bei ca. 5 - 8 % Vol. in der eingeatmeten Luft tatsächlich toxisch.

Allerdings ist bei Benzinmotoren die Abgasnachbehandlung einfacher, als bei Dieselmotoren. Wenn man hinter einen Benzinmotor einen geregelten Katalysator schaltet, wird ein Großteil des Kohlenstoffmonoxids und auch ein Großteil der unverbrannten Kohlenwasserstoffe eliminiert. Das lässt sich auch direkt beobachten. Alte Autos mit Benzinmotor und ohne Katalysator (findet man ab und an noch mit "H-Kennzeichen") riechen richtig "nach Tankstelle", nach unverbranntem Benzin. Neuere Autos mit Benzinmotor, die um die Jahrtausendwende entstanden, erzeugen hingegen Abgase, die süßlich und meines Erachtens fast schon angenehm riechen. Dieser süßliche Geruch stammt von kürzeren Kohlenwasserstoffketten, die im Katalysator entstehen. Der Auspuff ist häufig nahezu absolut sauber und die Abgase haben einen hohen Wassergehalt. Bei ganz modernen Benzinern mit Direkteinspritzung ist der Auspuff häufig wieder innen schwarz, da diese Ruß erzeugen. Die Abgase moderner Fahrzeuge mit Benzinmotor sind aufgrund der hocheffizienten Katalysatoren allerdings beinahe vollständig geruchsneutral.

Auch bei Dieselmotoren gibt es diese Unterschiede. Die Abgase alter Dieselfahrzeuge ohne "Aufladung" und ohne Katalysator riechen ebenfalls nach unverbranntem Kraftstoff, also in diesem Fall nach Diesel. Nun riecht unverbrannter Dieselkraftstoff nicht nur (subjektiv) "angenehmer", als unverbranntes Benzin, sondern unverbrannter Dieselkraftstoff ist auch sehr viel weniger giftig, als unverbranntes Benzin. So ist Dieselkraftstoff von der Gefahrstoffkennzeichnung lediglich als "reizend" (Xi bzw. Xn) gekennzeichnet, während Benzin als "giftig" (T) gekennzeichnet ist. Die Abgase alter Dieselmotoren sehen aufgrund des hohen Rußgehalts häufig ziemlich "dreckig" aus, sind aber tatsächlich relativ ungefährlich. (Ein Großteil des Rußes ist tatsächlich nur Kohlenstoff.) Allerdings sind diese Motoren ziemlich ineffizient, weshalb sie mit Turboladern "aufgeladen" wurden, um die Leistung zu steigern und den Kraftstoffverbrauch zu senken. Zudem wurden nun auch Oxidationskatalysatoren eingesetzt, um den Kohlenwasserstoffgehalt der Abgase weiter zu senken. Die Abgase modernerer, "aufgeladener" Dieselmotoren riechen nach Stickstoffoxid, das vom Geruch her eine gewisse Ähnlichkeit zu Chlorgas aufweist. Einerseits ist dieser Geruch ziemlich unangenehm, andererseits ist Stickstoffoxid auch ziemlich giftig (Gefahrstoffkennzeichnung T bzw. T+). Kommt nun noch ein Partikelfilter zum Einsatz, sinkt der Anteil an unverbrannten Kohlenwasserstoffen weiter, die übrige Zusammensetzung der Abgase bleibt allerdings gleich und man riecht eigentlich nur noch Stickstoffoxid. Dieses Stickstoffdioxid ist es übrigens auch, das dem Diesel derzeit seinen schlechten Ruf beschert. Neuerdings versucht man durch das Hinzufügen von Harnstoff das Stickstoffoxid zu reduzieren. Dann riechen die Abgase quasi überhaupt nicht mehr und sind auch wieder weniger schädlich. Ein gewisser Anteil an Stickstoffoxid bleibt sicher dennoch vorhanden.

Also zusammengefasst ...

Ohne Nachbehandlung, also rein nach dem, was direkt aus dem Motor kommt, würde ich sagen, dass die Abgase eines Dieselmotors sehr viel weniger schädlich sind, als die eines Benzinmotors. Das liegt vor allem am geringeren Gehalt von giftigem Kohlenstoffmonoxid in den Abgasen eines Dieselmotors, aber auch an der geringeren Toxizität des Krafststoffs an sich, der bei beiden Motorentypen zumindest in geringen Mengen auch unverbrannt ins Abgas übergeht.

Mit Abgasnachbehandlung (bei beiden Motoren Oxidationskatalysator, beim Dieselmotor zusätzlich Abgasrückführung, Partikelfilter, evtl. sogar Harnstoffeinspritzung) würde ich hingegen sagen, dass die Abgase eines Benzinmotors sehr viel weniger schädlich sind, als die eines Dieselmotors. Während man das Kohlenstoffmonoxid und die Kohlenwasserstoffe, die im Abgas eines Benzinmotors enthalten sind, durch einen geregelten Oxidationskatalysator weitgehend eliminieren kann, entsteht beim Dieselmotor durch das höhere Verdichtungsverhältnis und den stärkeren Luftüberschuss, insbesondere bei modernen, effizienten Motoren mit zusätzlicher "Aufladung" Stickstoffoxid, das sehr giftig ist und dessen Entstehung allenfalls durch Zugabe von Additiven gemindert werden kann. Um ebendiese Substanz geht es auch in der derzeitigen Diskussion um die Zukunft des Dieselmotors.

Also von der Umweltbelastung her ist Benzin schädlicher als Diesel, da die Partikel im Benzin viel feiner verstäubt sind, als im Diesel, weil aber die ganzen LKW´s, Schiffe und andere Maschinen, die viel Kraft benötigen, um vorwärts zu kommen mit Diesel laufen, denke ich, dass wenn man alles Zusammen rechnet trotzdem der Diesel Umweltunfreundlicher ist, als Benziner. 

Was haltet ihr von der Organisation "Deutsche Umwelthilfe (DUH)"?

Ich finde die Organisation irgendwie unsympatisch.

Mit einer solchen Kampagne zwang er zum Beispiel 2007 die Autoindustrie, alte Dieselautos mit Rußpartikelfiltern auszustatten. Um den Ruß rückstandsfrei verbrennen zu können, mussten die Ingenieure allerdings einen höheren Ausstoß von Stickstoffoxid in Kauf nehmen. Die erhöhten Werte aber nimmt die DUH nun zum Anlass, den Diesel aus den Innenstädten zu klagen.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-umwelthilfe-wer-steckt-hinter-der-organisation-die-dieselfahrverbote-erstreitet-a-1239713.html

Die DUH will auch Tempolimits einführen: https://www.tag24.de/nachrichten/berlin-verein-umwelthilfe-rechtsweg-tempolimit-120-autobahn-pruefen-906215

80km/h auf Bundesstraßen und 120km/h auf Autobahnen wären mir aber zu langsam und das sage ich als jemand, der nicht besonders schnell fährt. Gegen Beschränkungen auf 100km/h bzw. 140km/h hätte ich aber nichts einzuwenden.

Außerdem ist die DUH für die Dieselfahrverbote verantwortlich. Kann ja sein, dass dadurch die Luft in den betroffenen Städten besser wird. Aber was bringt es der Umwelt, wenn diese Autos die Luft stattdessen woanders "verpesten"?

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