Ist atonale Musik schön?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Die mit Abstand meiste atonale Musik verweigert sich ausdrücklich der Kategorie des ästhetisch 'Schönen'. Vgl. dazu z.B. Arnold Schönbergs Aussagen über das Prinzip der "Fasslichkeit" in Stil und Gedanke: Schönberg macht das Empfinden von Befriedigung beim Hören von Musik nicht an Schönheit im Klang fest, sondern an ihrer Fasslichkeit, die er mit der Fähigkeit des Verstehens und Verfolgenkönnens -folglich einer wesentlich horizontalen Komponente- in Zusammenhang bringt. Auf diese Weise wird der Rezeptionsprozess und die Herleitung des Genusses dort rationalisiert, wo zuvor das Gefühl vorgeherrscht hatte. Im Verfolgen des Gedankenverlaufs sieht Schönberg auch in Brahms einen Vorläufer (siehe seinen Aufsatz Brahms der Fortschrittliche, in dem er über das Prinzip der "Entwickelnden Variation" schreibt).

Generell haben die Ästhetiker der ausgehenden Spätromantik sich an einer Grenze geglaubt und vielfach die Zukunft in der Ausweitung des Materials gesehen. Der Wegfall der tonikalen Bindung an eine Tonart hängt damit eng zusammen.

Tatsächlich gibt es aber auch atonale Musik (und zwar im Sinne von Nicht-Tonalität, nicht im Sinne von ausdrücklicher Konsonanzvermeidung), die man als "schön" im traditionellen Sinn bezeichnen kann. 

Nur zwei beliebige Beispiele...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hi Zugzwang2

Das wird niemand beantworten können außer du.

Ich werde mein Leben lang wahrscheinlich von einem perfekt intonierten C-Dur-Akkord begeistert sein und von den einfachsten harmonischen Fortschreitungen- wohl aus Dummheit oder warum auch immer. Es tut mir weh wenn einfache Musik als minderwertig abgeschrieben wird nur weil irgend jemand meint es müsse alles an das Gehirn guter Musiker appellieren oder fortschrittlich sein/gewesen sein.

Als "Fan" alter Musik auch vor Bach (den man nun wahrlich nicht belächeln kann) hab ich solche Ressentiments öfter gehört.

Meine Rache ist dann die: Ich habe keinen Respekt vor z.B. der Zwölftonmusik. Mag sein dass ich es nicht verstehe. Ist mir egal. Wenn man Musik als dumm kritisieren kann dann auch als zu verkopft. Und als unsinnlich. Dissonanzen heißen nicht umsonst so.

Und mal im Ernst: Wer hat gewonnen? So im Geschmack des Durchschnittspublikums? Auch und besonders der Hörer klassischer Musik? Die neue Musik ganz sicher nicht. Die führt fast ein Schattendasein verglichen mit der Menge der historisch informierten Einspielungen alter Musik und klassischer Werke. Warum wohl? Vielleicht sind die Menschen zu dumm, das wird es wohl sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Eromzak
02.03.2017, 04:32

Ich finde es nicht gut das du Respektlos gegenüber etwas bist nur weil du es nicht verstehst. Die Leute die die typische Chartmusik verabscheuen verstehen diese in der Regel, und das ist der Grund warum sie sie verabscheuen. Nicht zuletzt sind diese Charthits daran schuld das der Musikgeschmack der Bevölkerung immer mehr geschwächt wird.

Du hast vollkommen recht die Leute sind zu dumm. Das ist aber meist nichtmal ihre eigene SChuld - die werden wo sie auch sind zugespammt mit Musik die zu einem großteil keinen Inhalt hat. Die Texte und der Gesang - ja manchmal - die Musik selbst sogut wie nie.  Noch vor 3Jahren war z.b. ''Selling England by the Pound'' in den Charts - viel weiter weg könnte man von heutigem Pop eigentlich garnicht sein. Queen steht da ähnlich da. Die haben einfach gestrickte songs wie we will rock you - aber die haben auch sehr komplexe Stücke die zuhauf gekauft wurden.

Erschreckend ist die Entwicklung von Queen zu einem Justin Bieber. Versteh mich nicht falsch - der Junge kann schon singen - kann ihm eigentlich keiner bei Verstand absprechen - aber die Background Musik ist im vergleich zum Durschnitlichen Charthit der 70er ein schlechter Witz und nicht mehr. Und die Leute hatten mal ein Gefühl dafür - und haben sich mal 5minuten zeit genommen um ein Lied zuhören - macht ja keiner mehr - warum sollte man auch innehalten und mal zuhören bei dem geduddel das im radio läuft - da schaltet das Gehirn automatisch ab - da muss man nichtmal den ausknopf drücken.

Für mich das beste was ich je gemacht habe war ein Instrument zulernen und mich auch mit Musik zubeschäftigen die ich selbst so nicht mochte - das hat sich nach dem bewussten hören nämlich ganz schnell verändert und nicht Falschverstehen, ich gebe durch bewusstes hören jedem chartsong für mich ne Chance - und tendenziel schaffen das seit 2015 mehr als die Jahre davor - diese Entwicklung finde ich gut.

0

Was möchtest Du wissen?