ist Arbeitgeber bei so einem aushilfs vertrags fehler schadenersatzpflichtig zu seinem arbeitnehmer?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Wenn du "abhängig" beschäftigt bist, hast du sowohl Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall als auch den gesetzlichen Urlaubsanspruch. Den kann der Arbeitgeber nicht durch Vertrag aushebeln. Ein solcher Vertrag ist im Ganzen unwirksam.

Ihr Arbeitgeber hat entweder wenig Ahnung von Arbeitsrecht, oder er möchte Sie über den Tisch ziehen! Da Ihr Arbeitsvertrag nicht komplett vorliegt, ist keine abschließende Bewertung möglich, ich empfehle Ihnen aber den Arbeitsvertrag rechtlich überprüfen zu lassen, um über eine Klage zu entscheiden.

Dort können Sie den Arbeitsvertrag prügfen lassen:

- Als Gewerkschaftmitglied bei der zuständigen Gewerkschaft.

- Bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.

- Eventuell bekommen Sie auch hier bei gutefrage belastbare Antworten, Sie müssen allerdings prüfen ob jemand Ahnung hat, oder nicht.

Arbeit auf Abruf:

Gemäß §12 Absatz 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz gilt folgendes:

Arbeitgeber und Arbeitnehmer können vereinbaren, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall zu erbringen hat (Arbeit auf Abruf). Die Vereinbarung muss eine bestimmte Dauer der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit festlegen. Wenn die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, gilt eine Arbeitszeit von zehn Stunden als vereinbart. Wenn die Dauer der täglichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, hat der Arbeitgeber die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers jeweils für mindestens drei aufeinander folgende Stunden in Anspruch zu nehmen. 

Auf gut Deutsch:

Wurde nichts zur Arbeitszeit vereinbart, muss der Arbeitgeber Sie wöchentlich für 10 stunden beschäftigen. Wurde nichts zur Dauer der Arbeitszeit festgelegt, muss der Arbeitgeber Sie bei jedem Einsatz mindestens 3 Stunden beschäftigen. Kann er Sie nicht beschäftigen, muss er Sie trotzdem bezahlen.

Urlaub:

Der Mindesturlaubsanspruch beträgt, gemäß §3 Bundesurlaubsgesetz mindestens 24 Werktage. Dies entspricht 4 Wochen bezahltem Urlaub, den Ihr Arbeitgeber Ihnen pro Jahr gewähren muss.

Entgeltfortzahlung:

Gemäß §3 Absatz 1 Entgeltfortzahlungsgesetz haben Sie Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, wenn Ihr Arbeitsverhältnis sei mindestens 4 Wochen ununterbrochen bestand.

Probezeit:

Es ist nicht zwingend erforderlich, dass eine Probezeit vereinbart wird. Steht dazu nichts im Vertrag gibt es auch keine Probezeit.

Kündigungsfrist:

Wurde keine Probezeit und keine andere Kündigungsfrist vereinbart, dann gilt die gesetzliche Kündigungsfrist, gemäß §622 Absatz 1, als vereinbart. Die Kündigungsfrist beträgt dann 4 Wochen zum fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats. Der Kündigungsschutz greift erst, wenn Sie seit mindestens 6 Monaten bei Ihrem Arbeitgeber sind und mindestens 11 Arbeitnehmer im Betrieb beschäftigt sind.

Bewerbung beim Auftraggeber:

Natürlich steht es Ihnen frei sich beim eigentlichen Auftraggeber zu bewerben, das kann Ihnen der Arbeitgeber nicht verbieten.

Arbeitsbedingungen generell:

Ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer darf wegen der Teilzeitarbeit nicht schlechter behandelt werden als ein vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer, es sei denn, dass sachliche Gründe eine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen.  Gibt es bei Ihrem Arbeitgeber vergleichbare Vollzeitkräfte, dann wäre dies zu prüfen. Stellt der Arbeitgeber Sie ungerechtfertigt schlechter, wäre das ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot, gemäß §4 Absatz 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz.

Fazit:

Sie sehen, eine rechtliche Überprüfung Ihres Arbeitsvertrages würde sich mit Sicherheit lohnen! Tun Sie sich mit Kollegen zusammen und lassen Sie stellvertretend für alle Arbeitsverträge einen Arbeitsvertrag überprüfen.

Peter Kleinsorge

Den Vertrag einem Rechtsanwalt vorlegen. Frag mal nach, ob es kostenlose Rechtsberatung im zuständigen Amtsgericht gibt. (Evtl. auch ein anderes in der Nähe).

Keine Probezeit ist nicht negativ, dann hast du eben keine.

Keine Einschränkung bei Bewerbungen ist nicht negativ, dann darst du.

Kein Urlaub: läuft der Vertrag über eine bestimmte Anzahl von Wochen? Oder ist der Vertrag langfristig angelegt? Diesen Punkt muss ein RA prüfen!

im vertrag steht keine laufzeit...gibt es hier kein anwalt?

0
@elliot

arbeitest du usonst? rechtsanwaelte auch nicht ! ausserdem muss der gesamte vertrag von a-z geprueft werden.

kannst auch al bei der gewerkschaft nachfragen!

0

Was möchtest Du wissen?