Ist Antisemitismus ein Phänomen des 20 Jahrhunderts, Oder gab es den rassisch begründeten Hass gegenüber Juden schon früher, Danke schonmal :)?

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5 Antworten

Rassisch begründeter Judenhass kann zwangsläufig erst mit dem Missbrauch einer Rassenlehre entstehen (und den Missbrauch meine ich aus biologischer Sicht), und das ist vor der Mitte des 19. Jh. nicht drin. Da sind dann allerdings schnell die ersten auf den gerade anfahrenden Zug aufgesprungen.

Vorher gab es religiös motivierten Hass, meist aber v.a. als Ausrede für Sozialneid, der schon im Mittelalter die Juden in so gut wie allen Städten iin eigene Stadtviertel zwang.

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Ja, Judenfeindlichkeit gab es leider schon immer. Im Mittelalter wurden die Juden z.B. für das Ausbrechen der Pest verantwortlich gemacht. Dazwischen gab es auch immer wieder Zeiten der friedliche Koexistenz.

https://de.wikipedia.org/wiki/Judenfeindlichkeit


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Kommentar von Inscope212
20.06.2016, 19:21

Schon durch aber konnte mich nicht helfen :) trd danke ;)

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Den gab es schon früher.
Kriege mussten schon immer finanziert werden, die Fürsten und Könige ließen sich von jüdischen Geldverleihern finanzieren, Päpste auch.
Wurden die Schulden untragbar wurde ideoligiesiert und im Ergebnis ein Progrom vom Zaun getreten.
Bei diesen Gelegenheiten lösten sich die Schuldpapiere wahrlich in Rauch auf.

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Schon der mittelalterliche und frühneuzeitliche Antijudaismus diskriminierte und verfolgte Juden als fremdartiges Volk, ließ ihnen aber mit der Konversion zum Christentum stets die Integration in die herrschende Kultur offen.

Der Antisemitismus entstand seit der Französischen Revolution von 1789, als ältere antijüdische Vorurteile aufgrund der aufgeklärten Begründung und Durchsetzung der allgemeinen Menschenrechte zunehmend an Überzeugungskraft einbüßten. „Moderne“ Antisemiten betrachteten Juden pseudowissenschaftlich als geschlossene Abstammungseinheit mit erblichen negativen Eigenschaften, die diese daher durch keine Assimilation, weder christliche Taufe noch „bürgerliche Verbesserung“, ablegen könnten. In Form einer Verschwörungstheorie behaupteten sie, die jüdische Minderheit hätte einen übergroßen Einfluss auf die Gesellschaft und sei für eine Vielzahl tatsächlich oder vermeintlich negativer Entwicklungen in Staat, Wirtschaft und Kultur verantwortlich. Dabei übernahmen und erweiterten sie die schon aus dem Mittelalter bekannten Stereotype von Juden.

Der Antisemitismus war durch die tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüche der Säkularisierung, Industrialisierung und widersprüchlich verlaufenden Demokratisierung mitbedingt. Er reagierte auf europäische Moderne undAufklärung und zeigte zugleich die Krise des Liberalismus an, gegen den er sich richtete.

Die frühste bekannte Verwendung des Begriffes „Antisemitismus“ stammt von 1860, als der Bibliograph Moritz Steinschneider dem Historiker Heymann Steinthal attestierte, in einer Kritik an Ernest Renan die „Consequenzen, oder richtiger Inconsequencen seiner antisemitischen Vorurtheile“ aufgedeckt zu haben.[3][4]

Seit 1879 wurde der Begriff „Antisemitismus“ für eine rassistisch begründete Judenfeindlichkeit im Deutschen Kaiserreich populär, ausgelöst durch Polemiken des Historikers Heinrich von Treitschke, des Hofpredigers Adolf Stoeckerund des Journalisten Wilhelm Marr. In dem 1879 erschienen Pamphlet Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum hatte Marr weiterwirkende Vorurteile gegen Juden durch ihre Einordnung in eine angebliche Rasse vonSemiten begründet. Um die rechtliche Gleichstellung der Juden zu revidieren und sie aus der Gesellschaft auszugrenzen, unterstellte Marr dem Judentum einen kulturell durchgesetzten „Semitismus“. Als offizielle Bezeichnung wurde der Begriff erstmals im Namen der Ende 1879 von Marr gegründeten „Antisemitenliga“ verwendet.[5]

Wann dieser rassistische Antisemitismus entstand, ob er qualitativ neu war oder nur den Jahrhunderte alten Judenhass mit neuen Scheinbegründungen fortsetzte, ist in der Forschung umstritten. Unumstritten ist die Verbreitung, Dauer und Wandlungsfähigkeit des Phänomens: In ganz Europa und außereuropäischen Staaten gab und gibt es antisemitische Tendenzen.[6]

Zunächst im zaristischen Russland, seit 1879 und verstärkt seit 1918 auch in Deutschland und Österreich suchten Antisemiten eine „Lösung der Judenfrage“. Dazu gründeten sie neue politische Parteien, deren Programme bereits die Vertreibung, teilweise sogar Ausrottung der europäischen Juden forderten. Die Vernichtungsfantasien wurden in der antisemitischen Literatur als „Unschädlichmachung“, „Entjudung“, „Entfernung“, „Ausmerzung“, „Beseitigung“ umschrieben.[7] Andere brachten antisemitische Forderungen in bestehende staatstragende Parteien ein. Sie verfolgten neben der Ausgrenzung der Juden verschiedene antiaufklärerische, antidemokratische, antikapitalistische und antisozialistische Ziele, führten aber auch religiös begründete antijüdische Motive fort.

An diese Tradition konnte später der Nationalsozialismus anknüpfen. In dessen Weltanschauung war der rassistische Antisemitismus zentral. Er lieferte seit 1933 die Begründung aller judenfeindlichen Maßnahmen, die zuletzt im Holocaust gipfelten.

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In der Tat, das gab es schon früher, vor allem in Spanien und Russland!

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Kommentar von Inscope212
20.06.2016, 19:15

Der damalige Judenhass bezog sich allerdings rein auf den religiösen Glauben, bedeutet die Juden wurden wegen ihrem Glauben verurteilt.

Der Definition nach bedeutet aber Antisemitismus "Rassisch Begründeter Fremdenhass", im Mittelalter war der Hass aber garnicht auf Rassen, sondern Glaubensrichtungen bezogen !

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