Ist Anarchie gleich Chaos?

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9 Antworten

Hallo,- nein, ist sie nicht. Da sie aber Herrschaftssysteme insgesamt in Frage stellt (griech.: "An-Archos" = gegen / ohne Herrschaft) wird sie von jedem, auf Herrschaftsmacht gründenden System, insbesondere von den darin bestehenden machtwirksamen Eliten immer wieder als ein solches Schreckgespenst (möglichst noch in Verbindung mit Gewalttätigkeit) für den ordnungsbedürftigen Bürger verkauft und propagiert um diesen mit dem "Schauder vor dem Chaos bei der Stange zu halten". -Richtig ist sicher, das anarchistische Strukturen ihren Schwerpunkt stärker auf qualitative Gesellschaftsaspekte wie Gerechtigkeit, Selbstbestimmung, Solidarität, etc. legen würden und damit wohl weniger effizient in einem quantitativen Sinn z.B. eines Bruttosozialproduktes (BSP) bzw. Bruttoinlandsproduktes (BIP) wären.

Richtig ist sicher auch, dass vor allem die Anforderungen an die adäquate Selbststeuerungs- und -verantwortungsfähigkeit des Menschen die größte Herausforderung darstellen würde. Wer die Möglichkeit hat mitzuerleben oder sich berichten zu lassen wie schwer Abstimmungs- und Klärungsprozesse in heutigen genossenschaftlichen Modellen oder Eigentümergemeinschaft i. d. R. verlaufen sieht schnell wie groß die Herausforderung an die psychosoziale Entwicklung des Menschen wäre, um so einem anspruchsvollen Modell menschlicher Gemeinschaft und Gesellschaft als Individuum gerecht werden zu können.

Aber nichts ist unmöglich und alles nur eine Frage der Zeit.

Gruß

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Der politische Begriff der 'Anarchie' ist aus der Mode gekommen, bzw. nur relativ wenige Menschen haben da eine konkretere Vorstellung davon.
Es ist in der Umgangssprache praktisch zur Gleichsetzung von "Anarchie" und "Chaos" gekommen.

Diese Entwicklung kam wohl nicht von ungefähr, nachdem es keine gesellschaftlich wirklich relevanten Beispiele ('relevant' im Sinne von einflussausübend) gelungener Umsetzung gibt.
Ab und an hört man vielleicht mal was von einer alternativen Dorfgemeinschaft in den Pyräneen oder war's doch woanders ...

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Weil es oftmals in Chaos oder chaosähnliche Zustände ausartet. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Gruß Joachim

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Anarchie ist eine hierarchielose Herrschaftsform und zumindest Immanuel Kant war der Meinung, dass Anarchie kurz vor einer vollendeten zivilen Gesellschaft anzusiedeln ist. Was Kant beschreibt ist natürlich ein Idealtypus, den es in der Realität nicht gibt. Ob eine hierarchielose Herrschaftsform möglich ist, ist eine offene Frage, denn konkrete Anarchie hat es nie gegeben. 

Was das ganze mit Chaos zu tun haben soll, weiß ich nicht, denn wenn Anarchie vorhanden und nicht haltbar wäre, würde sich eine hierarchische Form der Herrschaft entwickeln, kein Chaos. Chaos in menschlicher Interaktion ist auf Situationen beschränkt, die herrschaftsfrei sein, in denen es keine Regeln gibt (Hobbes' Naturzustand ist eine solche Situation). Ob es derartige Situationen je gegeben hat, ist abermals eine offene Frage, denn das, was gewöhnlich genannt wird: Bürgerkrieg oder Revolution ist gerade kein Chaos, sondern organisierte Gewalt. 

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Nicht Anarchie bedeutet Chaos, sondern der unheilvolle Drang vieler Menschen, es sich auf Kosten anderer bequemer zu machen und dabei auch vor rüden Methoden nicht zurückzuschrecken.

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Anarchie ist normalerweise nur über eine kurze Zeit möglich. In dieser Zeit herrscht Chaos weil unterschiedliche Akteure versuchen die Macht zu ergreifen. Das sieht man eigentlich in jedem Bürgerkrieg. 

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Kommentar von AnonGhost
05.11.2016, 19:02

Das stimmt eben nicht.

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Anarchie ist Chaos

Anarchismus hat nix mit Chaos zu tun, ist vielmehr eine repressionsfreie Gesellschaft

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Es gibt nicht DIE Anarchie, wähle eine mögliche Form der Anrchie aus, dann kann man weiter reden.

Anarchie in ihrer ursprunglichen, wörtlichen Bedeutung gibt es nicht und kann es auch nciht gegen.

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Vermutlich ja. Es sei denn, der Stärkste ist so stark, dass alle Anderen sich ihm unterwerfen. Aber dann hat man keine klassische Anarchie mehr.

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