Ist an diesem Zitat wirklich etwas dran?

 - (Geld, Arbeit, Psychologie)

19 Antworten

Die meisten in dem Zitat aufgegriffenen Themen waren früher genauso ein Problem. Ich denke es kommt sehr auf den Menschen selbst drauf an.

Grosse Häuser kleine Familien. Auch früher schon wurden die Mädchen wegverheiratet. Die Männer blieben um den Familienbetrieb weiter zu führen. So eine Mehrfamilien und Mehrgenerationen Wohngemeinschaft war jedoch oft alles andere als einfach. Selbst als Erwachsener Mensch ständig unter der Beobachtung und der Fuchtel der Eltern und vielleicht auch noch der Grosseltern zu stehen ist nicht einfach. Heute sind die Menschen selbstständigkeit gewohnt und wollen sich selbst verwirklichen. Dies empfinde ich nicht wirklich als schlecht. Ausserdem ist die "Nestflucht" mit dem Jungen Erwachsenenalter oftmals die Rettung für die Familienbeziehung.

Mehr Bildung weniger gesunder Menschenverstand.
Wenn man geschichtlich zurückblickt, sehe ich viele Beweise die dafür sprechen dass die Menschen auch früher schon Probleme mit dem gesunden Menschenverstand hat. Man denke an die unnötigen Kriege, den Experimenten an Kindern da man überzeugt war dass Kinder noch keine Menschen sind und daher nicht gleich fühlen oder verstehen, die Gesellschaftlich anerkannte Pädophilie.... u.s.w

Bessere Medizin aber schlechterer Gesundheitszustand.

Früher starben viele Menschen an Kleinigkeiten. Eine Grippe oder eine Lungenentzündung konnte Tödlich sein. Mundfaule war normal. Und genau wie heute gab es viele die an Psychischen Krankheiten leideten. Nur gab es damals keine Bezeichnung dafür und es wurde auch nicht öffentlich darüber geredet. Ein Mann der Depressionen hatte trank sich eben zutode. Eine Frau litt bei jedem abnormalen Verhalten sogleich an weiblicher Hysterie. Selbstmorde gab es auch damals oft. Und Schizophrenie oder Epilepsie erkrankte waren Dämonenbessesene.

Auf dem Mond gewesen aber seinen Nachbarn nicht kennen

Ich persönlich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Nachbarn. Aber das kommt auch auf die Persönlichkeit des Menschen an. Der Grosse Unterschied zu früher wird wohl darin bestehen dass wir im näheren Umkreis nicht immer nur von den gleichen Personen umgeben sind. Früher gab es einfach die Umliegenden Bauernhöfe oder die altbekannten Häuser im Dorf. Natürlich kannte man da alle und war gewissermaßen auch ein wenig auf sie angewiesen. Ich glaube nicht dass wir heute weniger Sozialkontakte haben. Wir haben nur die Möglichkeit sie und selber und gezielter auszusuchen.

Den Rest überspringe ich jetz da er in den obigen Antworten mehr oder weniger ebenfalls enthalten ist. Nur der letzte Ansatz:

Viele Menschen aber wenig Menschlichkeit:

Heute setzen sich viele Menschen für die Ärmsten ein. Man versucht Hilfsorganisationen zu gründen. Menschen in Ländern wie Deutschland oder Schweiz haben sogar ein Sicherheitsnetz das sie auffängt falls sie arbeitslos werden.

Früher wurde kein Finger krumm gemacht da Armut von Gott gewollt war. Man war davon überzeugt dass arme Menschen es wohl verdient haben mussten. 

Natürlich gibt es immer noch Kriege, Ungerechtigkeiten und Folter... aber wenn man bedenkt, früher wurden die Männer von unterlegenen Stämmen festgebunden und mussten zusehen wie ihre Frauen und Kinder von den Kriegern des stärkeren Stammes vergewaltigt und getötet wurden. Danach wurden die Männer mit Öl übergossen und lebendig verbrannt.

Ich würde sagen. Die Welt war nie einfach. Die Menschen haben immer Fehler gemacht und machen sie noch heute. Aber wir sind auf einem guten Weg und ich würde nicht in der Vergangenheit leben wollen.

gruss

Ich würde sagen, stark angefangen und schwach fortgesetzt. Man sollte jeden Satz für sich betrachten und die Beurteilung von Folgesätzen nicht von Vorsätzen anstecken lassen.

  • Große Häuser, kleine Familien: Isso
  • Mehr Bildung, weniger gesunder Menschenverstand: Quatsch
  • Fortschrittlichere Medizin, aber schlechterer Gesundheitszustand: Auch wenn die Menschen älter werden, irgendwann kommen die Wehwehchen. Da es mehr alte Menschen gibt, da Menschen immer älter werden, stimmt der Satz vermutlich. Offensichtlich ist aber, dass der direkte Schluss, dass fortschrittliche Medizin die Leute krank macht, ein Fehlschluss. Das ist so offensichtlich, dass es jedem klar sein müsste. Ich bin jedenfalls froh, dass unsere Medizin so fortgeschritten ist und bin immer dafür, noch weiter zu forschen.
  • Auf dem Mond gewesen, aber Nachbarn nicht kennen: Total unsinniger Satz. Ein Mensch war auf dem Mond und der wird mit allen Menschen auf der Erde verglichen.
  • Hohes Einkommen, wenig Seelenfrieden: Kann sein. Hatten früher die Leute mit hohem Einkommen mehr Seelenfrieden, ist die Frage.
  • Höchster IQ, aber verdrängte Emotionen: Kann sein. War früher aber bestimmt nicht anders.
  • Voller Erkenntnisse ohne Weisheit: Auch hier: Früher waren die Menschen nicht weiser. Der Satz sagt nur aus, dass es einen Unterschied zwischen Erkenntnis und Weisheit gibt. Das ist ja auch schon eine erwähnenswerte Erkenntnis. Oder Weisheit? ;P
  • Viele Menschen, aber wenig Menschlichkeit: Subjektives Empfinden des Schreibers. 

Dem Autor kommt die Welt offenbar sehr kalt vor. Er wird sehr viel Zustimmung dafür bekommen von denen, die sie ebenso kalt empfinden.

Außerdem stecken in so etwas immer Selbstlobe und Rechtfertigungen. Wahrscheinlich ist der Autor arm, versucht sich einzureden, dass es mit Geld auch nicht besser wäre, einsam, versucht sich einzureden, dass es bei anderen an Menschlichkeit fehlt, hält sich für weise und findet keinen Diskussionspartner, lebt mit einer großen Familie in einer kleinen Wohnung und hält das für besser als wenn er mit einer kleinen Familie in einer großen Wohnung lebte,...

Wen soll das ansprechen? Ich denke, dass es vor allem die treffen soll, denen das Glück aus den Händen entronnen ist. Es soll außerdem die Gegenseite, einen fiktiven Kaltmenschen, davon überzeugen, mehr so zu sein wie er.

So pauschal ist die Aussage, früher war alles besser, natürlich Unsinn.

Allerdings hat man heute einige Werte über Bord geworfen, denen man ruhig nachtrauern darf.

Unser Gesundheitswesen zum Beispiel ist heute natürlich weitaus fortschrittlicher als früher. Dafür hat man es inzwischen deutlich zum Objekt betriebswirtschaftlicher Überlegungen gemacht. Krankenhäuser werden, wenn sie "uwirtschaftlich" sind, geschlossen, und das obwohl sie durch Heerscharen von Experten ständig optimiert werden. Früher konnten sie ohne diese "Experten" jahrzehntelang unbehelligt arbeiten.

Und die Betreuung von Patienten oder Insassen von Pflegeheimen unterliegt strengen Zeitvorgaben, während die menschliche Seite in den Hintergrund gerät.

Weiteres Beispiel ist die Arbeitswelt. Hier haben wir durch Automatisierung deutliche Erleichterungen geschaffen. Allerdings kommt die Erleichterung nicht bei den Arbeitnehmern an, denn die Erkrankungen durch Belastungen im Arbeitsleben sind am Steigen. Wir haben also die körperlich extremen Belastungen abgeschafft, haben aber dafür jetzt psychische Belastungen, durch Zeitdruck, Angst um den Arbeitsplatz und Konkurrenzkampf. Scheinbar ist die Arbeit heute bei acht Stunden täglich auch nicht gesünder als früher bei 12-14 Stunden.

Früher hatte man allzu oft Sorge um das tägliche Leben, man war froh, wenn man die Menschen vernünftig ernähren konnte. Heute haben wir Überfluss, aber auch der macht uns das Leben schwer. Die Menschen sind nicht etwa zufriedener, sondern sie sind den Wohlstand gewöhnt und wollen immer mehr. Und sie sind ungeduldig dabei. Denn schließlich gilt man schnell als rückständig, wenn man nicht sofort das neueste Smartphone besitzt.

Mit unserem körperlichen Wohlbefinden könnten wir heute auch sehr zufrieden sein, denn viele Beschwerlichkeiten (ungesunde Zähne, Kurzsichtigkeit oder anderes) sind heute leicht zu beheben. Allerdings sind wir dabei, unsere Ansprüche derart hoch zu schrauben dass allzu viele Leute trotzdem unzufrieden sind. Daher leiden heute viele körperlich vollkommen gesunde Menschen darunter, dass sie kein Sixpack, keinen "definierten Körper", einen nicht ganz flachen Bauch, zu schmale Lippen oder sonstige vermeintliche Unzulänglichkeiten haben. 

Wenn ich in Gutefrage die Fragen zum Thema Sport lese, hab ich den Eindruck, dass es vor Allem darum geht, Kalorien zu zählen, irgendwelche Fitnessprogramme zu absolvieren oder bestimmte Körperregionen zu verändern. Oder man betreibt Sport mit dem Hintergedanken ein großer Star zu werden und viel Geld zu verdienen. Ich dagegen bin sehr froh darüber, dass ich früher mal einfach aus Spaß Fußball spielen konnte. Das scheint heute die Ausnahme zu sein.

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