Ist alle Wissenschaft Theorie und alle Religion Phantasie?

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9 Antworten

Wissenschaft soll Wissen schaffen. Mehr nicht. Dazu bedient sie sich der wissenschaftliche Methode. Grob beudeutet die wissenschaftliche Methode:

"Alte Modelle, die falsch oder ungenau sind, werden gegen genauere Modelle ausgetauscht."

Religion will Handlungen von Menschen beeinflussen. Mehr nicht. Dazu bedient sie sich Indoktrination. Grob bedeutet Religion:

"Ein Weltbild, welches auf einem dogmatischen Modell beruht und dafür ausgelegt ist einfache (und damit sehr ungenaue) Erklärungsansätze für Phänome zu liefern und Menschen zu einem bestimmten Sozialverhalten zu zwingen."

Phantasie ist relevant bei der Modellbildung. In der Wissenschaft sind diverse Erklärungsmodelle nur daraus entstanden, dass Wissenschaftler "phantastisch" gedacht haben. Einstein hat mit dem Begriff der "Raumkrümmung" einen Effekt formuliert, den wir uns als Menschen schwer vorstellen können und tatsächlich fast nie sehen können. Faktisch existiert sie.

Auch bei der Religion wurde "phantastisch" gedacht. Man muss schon eine gehörige Portion Phantasie haben, sich Fabelwesen auszudenken und Geschichten so zu schreiben, dass sie Menschen berühren und ihre Handlungsweise beeinflussen oder Naturphänomene durch Göttereinwirkung erklären.

Religionen können heute ihre phantastischen Märchen nicht mehr aufrecht erhalten und die entsprechenden Kirchen versuchen sich in Schadensbegrenzung durch etwaige "zeitgenössisch" kompatible Auslegungen ihrer Schriften.

Während die Erklärungsansätze von Religionen sich immer weiter von den konkreten Aussagen ihrer Schriften entfernen, wurde und wird Wissenschaft immer spezifischer.

Phantasie hat damit Vorteile wie auch Nachteile. Sie erlaubt unzensiert Gedankengebäude aufzubauen. Unterwirft man Phantasie der Falsifikation und zieht daraus die logischen Schlüsse, kommt entweder Unsinn heraus oder man findet tatsächlich manchmal nützliche Erklärungsmodelle. Man muss dann nur noch den Mut haben, Unsinn nicht mehr weiterzuverfolgen. Wissenschaft schafft das, Religion in sehr vielen Fällen nicht.

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Kommentar von jorgang
17.07.2017, 18:13

Widerspruch. Religion basiert auf dem festen Glauben der Menschen. Diesem festen Glauben wird unbeirrbar über die Jahrhunderter gefolgt. Wer davon abweicht wird im schlimmsten Fall als Ketzer vernichtet.

Wissenschaftler sind dauerhafte Zweifler, die die Gründe unseres Seins immer intensiver erforschen wollen und überwiegend das Ziel verfolgen, die menschliche Existenz zu erleichtern, so sagt Galilei laut Brecht "Ich halte dafür, daß das einzige Ziel der Wissenschaft darin besteht, die Mühseligkeiten der menschlichen Existenz zu erleichtern."

Da gerade die Naturwissenschaften den geistigen Horizont vieler überbeanspruchen, kann man leicht die Wissenschaft als Scharlatanerie verunglimpfen und mit einfachen mehr für den Laien glaubhaften Hintergründen eine Pseudo-Realität aufbauen. So wollen wir Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke abschaffen, wo sich gleichzeitig herausstellt (was weder Politik noch die Journaille akzeptieren wollen in ihrer eigenen Welt), dass auch die Windenergie die Wende ins Nichts ist (s. Prof. Sinn). "Wir schaffen das" ist die heutige Mentalität und die Politiker wollen die Stahlwerke mit den subventionierten Sonnenzellen auf den Einfamilienhäusern betreiben.

Hätte doch die Wissenschaft einen solchen Rückhalt in der Bevölkerung wie die Religion, dann würden wir nicht ins Chaos stürzen, wenn die Energieversorgung abgeschaltet wird. Aber wir haben ja unsere Freunde, die Franzosen als Nachbarn, die werden uns mit ihren Kraftwerken dann helfen.

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Wissenschaft ist das systematische Erlangen von Wissen aufgrund von Beobachtung, Versuch und Irrtum und Beweisen. Eine Theorie ist ein wissenschaftliches Modell welches die Wirklichkeit zu erklären versucht, durch Beweise und Fakten gesichert, jedoch unter dem Vorbehalt überholt oder widerlegt werden zu können.

Religionen sind allerdings nur Fantasie. Fiktion, Märchen und Mythen und Massenkontrolle.

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Kommentar von Bodesurry
14.07.2017, 17:40

Für Dich stimmt das so. 

Für mich als Gläubiger zum Glück nicht. 

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Nur Phantasie?

Also wenn wir jetzt mal Phantasie mit Kreativität, mit Kants produktiver Einbildungskraft oder mit einem konstruktiven Vermögen der Vernunft gleichsetzen, dann sind sowohl Wissenschaft, als auch Religion auf eine solche geistige Energie angewiesen. Wir müssen uns hier nicht auf einen bestimmten Begriff oder eine bestimmte erkenntnistheoretische Position festlegen, um das Problem aufzuzeigen:

Wissenschaft beobachtet die Wirklichkeit. Wissenschaftliche Theorien stellen jedoch nicht einfach die Wirklichkeit da oder beschrieben sie nur. Das wäre nur der Anfang wissenschaftlicher Arbeit. Naturwissenschaft versucht z.B. (oft) Regelmäßigkeiten in den Beobachtungen und Gesetze zu erkennen und diese z.B. mit mathematischen Formeln zu beschreiben. Die mathematischen Formeln werden jedoch erst durch die Arbeit des Wissenschaftlers bzw. der Wissenschaftlerin Wirklichkeit. Sie waren den Beobachtungen noch nicht eingeschrieben. Eine Ingenieurin würde versuchen die erstellten Formeln zu nutzen, um damit etwas nützliches zu basteln, auch das benötigt etwas Phantasie oder Kreativität. Ein Historiker untersucht historische Quellen und benötigt dann eine ganze Menge produktiver Einbildungskraft, um daraus einen Geschehens-Zusammenhang zu rekonstruieren.


Auch Religion deutet Wirklichkeit. Sie tut das freilich nach ganz anderen Prinzipien und mit anderen Zielen, als die Wissenschaften. Aber auch in der Religion ist ziemlich viel Phantasie am Werk.

Wenn z.B. ein pfingstkirchlicher Christ dafür betet, beruflich befördert zu werden und einige Zeit später befördert wird, deutet er dies als Gebetserhörung. Nun waren Gottes Hände aber bei der Beförderung nicht sichtbar. Gott hat ja schließlich nicht die Angewohnheit in Talkshows auf zu treten oder kleine Klebezettel, an all seine Werke zu stecken. So deutet nun der pfingstkirchlich geprägte Christ Gott in das Erlebte hinein. Letztlich kann natürlich niemand nachprüfen, ob Gott gehandelt hat oder nicht. Hier liegt ein Unterschied zur Wissenschaft.

Ein anderes Beispiel: In einer katholischen Messe hebt der Priester nach der Wandlung die Hostie hoch. Für eine gläubige Katholikin ist darin unsichtbar der Leib und das Blut Christi gegenwärtig. Wenn man die geweihte Hostie wissenschaftlich untersuchen würde - was der Himmel verhüten möge (schlimmes Sakrileg) - würde man weder Blut noch Gammelfleisch drin finden. Das ist für die katholische Lehre auch kein Problem, den man behauptet ja keine physische Wandlung der wahrnehmbaren Eigenschaften, sondern eine Wandlung des eigentlichen metaphysischen Wesens. So real, die neue Bedeutung der Hostie, der Gläubigen erscheinen mag, auch hier ist Phantasie im Spiel.


Kurz: Ich gehe davon aus, dass sowohl Wissenschaft, als auch Religion, eine Art produktive Einbildungskraft - nennen wir es Phantasie - benötigen, um zu funktionieren. Ich würde aber nicht sagen "nur Phantasie". Damit würde man die Leistung, die damit vollbracht wird, nicht ausreichend würdigen.



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Kommentar von Mahpee
14.07.2017, 20:54

Phantasie muss nicht falsch oder ein Irrtum sein. Belegen musst du sie aber schon, wenn alle sie ernst nehmen oder im idealfall annehmen sollen

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Kommentar von flunra39
15.07.2017, 10:57

- die produktive Einbildungskraft will bei WISSENSCHAFT eine stets kontrollierte und selbstreferenzielle sein, bei RELIGION aber eine unkontrollierte und dogmatisch "Glauben" fordernde !

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Wissenschaft und Religion ist nicht vergleichbar.

Die Wissenschaft untersucht, prüft, vergleicht und korrigiert Naturwissenschaftliche Abläufe, was man im Laufe der Zeit durch Erfahrung dazugelernt hat. Die Wissenschaft unterliegt durch neue Erkenntnisse, einer stetigen Entwicklung. (Sie lernt und wächst durch Kritik.)

Religionen, stellen Glaubens-Hypothesen auf, (Vergleichbar mit Philosophie, jedoch ohne Logik,) und wollen nichts dazu lernen. Es sind reine Behauptungen die weder überprüft noch nach dem aktuellen Wissensstand angepasst werden. 

 Fehler und Ungenauigkeiten werden nicht hinterfragt.

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Kommentar von Franz1957
14.07.2017, 17:02

Zuerst sagst Du, A und B seien nicht vergleichbar. Anschließend vergleichst Du A und B. Das ist logisch inkonsistent. Dieser Fehler wird ziemlich häufig begangen. Er scheint mir darauf zu beruhen, daß "Vergleichen" mit "Gleichsetzen" durcheinandergebracht wird.

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Kommentar von Bodesurry
14.07.2017, 17:47

Es wäre ein Traum, wenn die Wissenschaft dem entsprechen würde, was Du ihr zusprichst. Es gibt Frauen und Männer die sich so verhalten. Doch die Zahl derer ist beachtlich, die täuschen, lügen, betrügen, Fehler nicht entdecken und ihr Theorien darauf aufbauen usw. 

Woher hast Du die - falsche - Weisheit, dass die Religionen sich nicht verändern? 

Hättest Du recht, dann hätte es die Reformation der katholischen Kirche nie gegeben.  

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Das kann man als Schlagwort durchaus so formulieren.

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Kommentar von Mahpee
14.07.2017, 20:45

Ist auch nur eine Theorie. Mehr geht nicht

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Wissenschaft ist niemals Fantasie, sondern basiert auf intelligentem Denken.

Religionen sind immer Fantasie, weil sich da irgendwelche unwissenenden Menschen irgendwas aus dem Ärmel geschüttelt haben, weil sie sich nicht erklären konnten, was das für weiße Punkte am Nachthimmel sind. Außerdem verbreiten Religionen Hass und Gewalt und das kann nicht gut sein.

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Kommentar von Mahpee
19.07.2017, 21:03

Wissenschaftliche Erkenntnisse können sich wohl von vorher phantastischen Vorstellungen herauskristallisieren, müssen aber dann doch auch belegt werden. Dass es z.B. nichts Schnelleres als Licht gibt, konnte bisher immer wieder nachgewiesen werden. Trotzdem bleibt diese Erkenntnis Theorie

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wissenschaft kommt von wissen?

gaube kommt von gaube?

den unterschied muss jeder slbst erkennen?

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Kommentar von Mahpee
19.07.2017, 20:51

Auch Wissenschaftler glauben an ihre Hypothese oder Theorie, bis sie halt widerlegt wird. Was bleibt ihnen auch anderes übrig?

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Wie kommst du den auf diese Idee? Das musst du mir mal erklären! Danach kann ich dir vielleicht Antwort geben. 

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Kommentar von Mahpee
14.07.2017, 20:47

Wer erklärt, sät Zweifel

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Nein.

Wissenschaft ist Theorie und Praxis, teilweise belegt, teilweie unbelegt.

Religion ist keine Phantasie, da sie existiert.
Woran Gläubige glauben ist dann nochmal was anderes und davon ist sicherlich manches Phantasie, aber manches auch Wahrheit.

Man kann es definitiv nicht so pauschalisieren, wie du es tust.

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Kommentar von Mahpee
14.07.2017, 16:37

Was nicht nachweisbar ist,  bleibt Phantasie. Und Nachgewiesenes kann jederzeit widerlegt werden, auch Wissenschaftliche. Erkenntnis

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