Ist Alkoholsucht auch eine Art psychische Erkrankung - schließlich müssen Trinker nicht zwingend auch depressiv sein?

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5 Antworten

Hallo!

Nach dem internationalen Diagnosesystem wird eine Alkoholabhängigkeit als psychische Erkrankung eingestuft.

Der derzeitige Wissensensstand betrachtet sie aber als hirnorganische Erkrankung. Durch das Trinken von Alkohol verändert sich das Gehirn strukturell und bleibend. Diese Veränderungen führen zunehmend zu spezifischen Verhaltensänderungen, die man als Suchtverhalten bezeichnet. 

Das Ausmaß der Hirnveränderungen scheint von genetischen Faktoren abzuhängen (Anfälligkeit für diese Veränderungen), daher kann der eine jahrelang/jahrzehntelang exzessiv Alkohol trinken, ohne eine Abhängigkeit zu entwickeln, der andere ist hingegen schon bei kleinen Mengen und nach kurzer Zeit "drauf".

Bei Alkoholkonsum zur Stimmungssteigerung insbes. bei psychischen Erkrankungen und "Bewältigungstrinken" z.B. bei Ängsten steigt das Risiko einer entsprechenden Hirnveränderung um ein Vielfaches. Daher kann man nicht in den meisten Fällen, aber doch recht häufig beobachten, dass neben einer Alkoholabhängigkeit noch weitere, auch psychische Erkrankungen bestehen (neben depressiven und Angsstörungen v.a. Persönlichkeitsstörungen). 

Ist es zu einer Abhängigkeit gekommen, muss erst diese behandelt werden.

Alkoholabhängigkeit kann nicht durch Psychotherapie behandelt werden. Indiziert ist eine Suchttherapie, in der der Erkrankte lernen kann, mit dieser hirnorganischen Veränderung und den Verhaltensänderungen zu leben. Ziel ist hier die Abstinenz und deren Absicherung, sowie (daher) die Minimierung von  und auch der Umgang mit und die Begrenzung von Rückfällen.

Es kann sinnvoll sein, zur Absicherung der Abstinenz eine Psychotherapie an eine Suchttherapie anzuschließen, wenn eine psychische Erkrankung (häufig Persönlichkeitsstörungen) ein hohes Rückfallrisiko darstellen.

VG

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Alkoholsucht ist eine psychische Erkrankung - die Entwicklung vom Genuss über die Gewöhnung bis zur psychischen und körperlichen Abhängigkeit ist schleichend. Genaueres dazu findest Du hier.

https://www.palverlag.de/Alkoholsucht-Alkoholismus.html

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Sucht wird als psychische Erkrankung eingestuft, ja.

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sucht ist immer eine psychische erkrankung

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Kommentar von Pahana
12.05.2016, 11:11

Und wenn ein bereits psychisch erkrankter aufgrund seiner Erkrankung anfängt, zu trinken, damit er sich wenigstens eine Zeitlang gut fühlt. Um welche Form der psychischen Erkrankung handelt es sich hierbei? Viele Leute fangen ja allmählich an ( in lustiger Gesellschaft z. b.) zu trinken, bis sie auf einmal feststellen, dass sie Alkohol  schon brauchen.

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Alkoholsüchtige entwickeln sowohl eine psychische als auch eine physische Abhängigkeit.

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