Ist Alkohol wirklich so schädlich?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Tja... es steht schon an erster Stelle. Und auch zu Recht. Denn Alkohol (eigtl. heißt es ja "Ethanol", die Bezeichnung "Alkohol" ist umgangssprachlich) ist zwar legal aber seine Schädlichkeit wird oft verkannt. Die Gesellschaft sieht ihn nicht mal als Droge an, weswegen man auch immer von "Alkohol und Drogen" spricht, wenn mehrere Substanzen im Spiel sind. Er ist ein "Genussmittel", mehr nicht.

Alkohol wird auf jeder Feier gern gesehen. Dass man ohne ihn Spaß haben kann, stimmt zwar aber wir alle müssen ehrlich sein - mit ihm ist es viel leichter. Seine Wirkung ist so vielfältig aber auch begehrt, dass er schon einen Sonderstatus genießt. Alkohol wirkt auf die GABA-Rezeptoren und beeinflusst viele Funktionen im Gehirn. Es werden Neurotransmitter ausgeschüttet, die die typischen Symptome hervorbringen: man kommt mehr aus sich raus, die Stimmung steigt und fühlt diesen wärmenden Schleier um sich. Die wärmsten Jäckchen sind die Cognäcchen (Con-jäckchen).

Alkohol führt zu Selbstüberschätzung und in der Folge zu Aggressionen, Fahren trotz Fahruntüchtigkeit und anderen Sachen. Das Resultat sind 100.000e Verkehrsunfälle, zig Gewaltverbrechen, so viele Polizeieinsätze, bei denen diese Droge die Finger im Spiel hat. Die Kosten, die durch die volkswirtschaftlichen Schäden enstehen, sind enorm. Das Elend der Abhängigen noch enormer.

Das Suchtpotenzial von Alkohol ist gewaltig. Und die Sucht kommt nicht etwa schnell, sondern schleichend - heimtückisch eben. Alkohol macht psychisch und physisch abhängig. Die Folgen des Konsums auf den Körper sind so fatal, dass da kaum eine andere Droge mithalten könnte. Denn im Körper entfaltet Ethanol (der einzige Alkohol, der vom Körper abgebaut werden kann; mit Methanol o.Ä. klappt das nicht und man stirbt) eine zytotoxische Wirkung. Es werden praktisch alle Zellen aller Organe angegriffen. Die Leber am meisten, da sie den Giftstoff abbauen muss. Die dabei entstehenden Abbauprodukte sind ihrerseits giftig und schädigen Nerven- und andere Zellen. Langjähriger schwerer Alkoholabusus verwandelt das Gehirn in einen löchrigen Schwamm (Korsakoff-Syndrom). Alkohol ist kanzerogen (krebserzeugend) und kann bösartige Tumore aller Art heranzüchten. Und das alles ohne Streckmittel. Es genügt des Wodkas reine Seele.

Der Entzug von Alkohol ist noch härter als ein Opioid-Entzug. Dass ein Heroin-Turkey sehr unangenehm ist, ist ja bekannt. Ein kalter Alk-Entzug kann tödlich sein (Delirium tremens). Somit ist das Abhängigkeitssyndrom noch dramatischer als bei der Bahnhofsklo-Droge Heroin. Von den sozialen Folgen braucht man nicht sprechen. Die Sucht führt unweigerlich in eine sich selbst erhaltende Spirale in die Hölle. Wer den Entzug geschafft hat, hat lebenslang an den Folgen zu knapsen. Was für uns normal ist (das Gläschen Sekt an Silvester, das Feierabend-Bierchen), wäre für den trockenen Alki das Tor in den Abgrund. Ein Tropfen des Stoffs reicht in der Regel aus, damit alles wieder von vorne losgeht.

Doch das allerschlimmste an der Sache ist die Glorifizierung. Im Gegensatz zu Cannabis und jetzt auch Nikotin, wird Alkohol im TV regelrecht angehimmelt. Kaum ein Kinofilm als Free-TV-Premiere, der nicht von Rotkäppchen-Sekt oder Wodka Gorbatschow präsentiert wird. Und in der katholischen Kirche ist Rotwein das Blut Christi. Solange sich das Gesellschaftsbild nicht ändert, wird Alkohol nicht als das anerkannt, was er wirklich ist - eine harte Droge.

Cheers!

Da kann man ja richtig froh sein, wenn man ein Junkie ist.......

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:O unglaublich! Aber von welchem Abuse sprechen wir hier? Einmal die woche oder jeden Tag? Was reicht, um den Alkohol zu verfallen? Das bedeutet also das einmaliger Alkoholkonsum schlimmer ist als einmaliger LSD, Cannabis oder Ecstasy konsum ist... Jetzt wird mir regelrecht schlecht, wenn ich darüber nachdenke wie oft ich schon zu viel davon zu mir genommen habe :(. Ich wundere mich immer noch, warum ich so viel trinken kann, ohne ein schlechtes gewissen zu haben, aber wenn n freund ein joint auspackt, ich gleich panik bekomme :D

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@Niedersachse95

Am fatalsten ist natürlich der tägliche Abusus. Wenn einer jeden Tag seine Flasche Woddy intus haben muss, wird der Körper im Zeitraffer verschrottet.

Einmaliger Alkoholkonsum reicht immerhin schonmal aus, um ein paar Nervenzellen dahinzuraffen. Und gerade diese Zellen bilden sich leider nicht neu. Was die Giftigkeit angeht, stünde Alkohol über LSD, Cannabis oder MDMA. Was bei einer Überdosis passieren kann, wirste ja bestimmt wissen. Es gibt keinen LSD- oder Cannabis-Toten. Alkohol-Tote gibt es 1000e pro Jahr.

Ich wundere mich immer noch, warum ich so viel trinken kann, ohne ein schlechtes gewissen zu haben, aber wenn n freund ein joint auspackt, ich gleich panik bekomme :D

Ja, das ist genau das, was die Alkoholsache so problematisch macht. Die harte Droge gilt als harmlos, während nachweisbar weniger schädliche Sachen wie Cannabis verteufelt werden. Cannabis hat zwar auch ein Risiko. Wenn einer nach 2 Joints lebenslang mit Schizophrenie zu tun hat, fällt die Verteufelung nicht schwer. Auch wenn das nur in 2% der Fälle passiert. Aber objektiv gesehen, ist der Schadensfaktor durch Alkohol um Lichtjahre größer. Letztens lief ein Film in der ARD mit Christiane Hörbiger als Alkoholikerin - "Wie ein Licht in der Nacht". Zieh dir den mal rein, der ist pretty erschreckend realistisch. Dann siehst du mal, wie schnell und hinterhältig diese Sucht funktioniert.

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Alkohol ist halt legal- und in vielen Köpfen ist der Gedanke, was legal ist, ist ok und wird mich nicht umbringen. In vielen 1000 Fällen funktioniert es ja auch. Aber eben nicht in allen, und entgegen der landläufigen Meinung ist man u. Umständen so dermassen schnell in eine Alkoholsucht reingeschlittert, dass man es erst realisiert wenn es schon passiert ist. Ich bin Alkoholiker, kann aber rauchen ohne Sucht. Es kommt also immer auf den Menschen an. Was der Alkohol auch bei gemässigten Konsum anrichten kann ist schon erstaunlich. Jeder der trinkt, sollte das halt wisssen.

Alkohol hat ein betrachtliches Suchtpotential, macht körperlich abhängig und schadet massiv dem Körper UND der Psyche. Sicher, ab und zu ein bisschen Alkohol ist nicht soo gefährlich, als dass man es als schlimme Droge bezeichnen würde. In Massen und regelmäßig kann es allerdings wirklich zur schlimmen Droge werden, und die Folgen können extrem sein. Und Cannabis kannste soviel rauchen wie du willst, körperlich abhängig wirste nicht, und wirklich psychisch süchtig auch nicht. Da wäre bei extremen Konsum in erster Linie der psychische Schaden nennenswert.

was am wichtigesten ist beim thema cannabis/Alkohol:

an cannabis ist noch NIE jemand gestorben!!!!

P.s.: psychisch kann man sehr wohl abhängig werden ;) und da man meist mit Tabbak mischt führt es leider auch (wenn auch nicht wegem cannabis) zur körperlichen abhängigkeit... und trotzdem ist es bei weitem unschädlicher als etlich andere Drogen wie zum beispiel eben alkohol und zigaretten (würde man es pur rauchen)

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@SophiePe

Mit der psychischen Abhänigkeit meinte ich das so, dass man nicht so abhängig werden kann wie von NIkotin, und man von einer Cannabissucht viel leichter loskommt. Denn Nikotin verändert sehr viel im Gehirn, da es ja unter anderem den Dopaminabbau steuert. Cannabis/THC greift in so komplexe Prozesse gar nicht ein.

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