Ist Aktienhandel unmoralisch?

10 Antworten

Bei dieser Fragestellung gilt es zu unterscheiden zwischen

  1. einer Unternehmensphilosophie sowie der daraus resultierenden Handlungen und
  2. dem Wechsel von Eigentumsverhältnissen.

Letzteres gibt es seit Urmenschen, die sesshaft geworden sind und verstärkt Eigentum für sich deklarierten. Den Wechsel von Eigentumsverhältnissen als moralisch oder unmoralisch einzuordnen ist fruchtlos, da die Alternative eben KEIN Eigentum wäre.

Der erstgenannte Punkt, also die Unternehmensphilosophie und die daraus resultierenden Handlungen, das lässt sich je nach Sichtweise schnell als moralisch oder unmoralisch einordnen. Die starke Globalisierung und der Drang den Shareholder zufriedenzustellen führt zwangsläufig dazu, dass man wohl bei den meisten Firmen mit der Moralkeule kommen müsste. Bei Firmen, die das besser machen wollen ist nur der Unterschied, dass sie weniger unmoralisch agieren als andere.

Ein wichtiger Punkt ist natürlich, dass die Frequenz des Handelns solcher börsennotierten Firmen mal mehr, mal weniger als unmoralisch angesehen werden kann. Algos, die als HFT (High Frequency Trading) abgearbeitet werden, arbeiten in extrem kleinen Zeitbereichen und können durch ungünstige Kopplungen schnell auch Kettenreaktionen auslösen, die dann bei Futures zu einem LimitDown führen und der Handel angehalten werden muss. Solche Flash-Crashs passieren und Börsen reagieren mit immer besser ausgeklügelten Sicherheitsmechanismen um das zu vermeiden. Solche HFT-Trades können also schon enormen Schaden anrichten. Oft sind es dann eher Kleinanleger und Firmen mittlerer Größe, die dadurch aus dem Markt geschüttelt werden. Hedgefonds und Institutionelle reagieren da ganz anders. Insbesondere ist bei solchen Flash-Crashs eine deutliche Umverteilung des Kapitals zu sehen.

Das (hochfrequentes Handeln mit klar negativen Seiteneffekten) ist die eine Seite, die also in die unmoralische Ecke eingeordnet werden könnte. Ein aber wesentlich wichtigerer Punkt beim hochfrequentem Handeln ist die Bereitstellung von Liquidität durch solche Algo-Trader bzw. auch Quanttrader. Sie agieren letztlich als Liquiditätsprovider und ohne dem würde ein Markt schnell austrocken und nicht mehr richtig funktionieren. Viele Kleinanleger und mittelständische Firmen könnten nicht mehr so flexibel und kostengünstig am Markt agieren, wie es i.d.R. möglich ist. Liquiditätsprovider sind wie das Öl in einem Getriebe, sie halten Dinge am Laufen. Zudem sorgen die vielen Algo-Trades, insbesondere die Arbitrage-Trades für weniger Marktturbulenzen und geschmeidigere Kurse.

Es ist also immer eine Abwägungssache, ob man stetes Handeln (und erst recht in höherer Frequenz) als moralisch oder unmoralisch ansieht. Warum habe ich HFT erwähnt? Das ist eben das eine Extremum, das andere wären Trades, die auf sehr lange Zeiträume ausgelegt sind (dann spricht man eher von Investieren). Und dazwischen sind viele Kleinanleger und Firmen, wo eben öfter man Aktien gekauft / verkauft werden. Der Einfluss ist aber deutlich nachrangig gegen über den Algotrades und den Großinvestoren, die langfristig denken.

Du hast bei deiner Fragestellung noch einen weiteren Aspekt, nämlich das Handeln, wo Nahrungsmittel über Terminkontrakte gehandelt werden können, was einen nicht unerheblichen Einfluss auf Engpässe in ärmeren Ländern haben kann. Das an sich ist ein riesen Thema für sich, was aber zum Großteil auch politische Wurzeln hat und die Art und Weise wie reichere Staaten aber auch Zusammenschlüsse wie die EU mit Drittewelt- und aufstrebenden Ländern umspringen. Die EU hat Mittel und Wege ihre eigenen Produkte zu schützen und arme Länder damit zu überfluten und die dortigen Bauern haben keine Möglichkeit selbst etwas anzubauen und vor Ort zu verkaufen. So gesehen müsste man sich bereits an die eigene Nase fassen, wenn man bereits in den Supermarkt geht.

Die Spekulation mit Terminkontrakten auf Futures im kleinen Maßstab hat darauf überhaupt keinen Einfluss, im größeren Maßstab sind es Hedgefonds / Institutionelle, die da langfristige Strategien fahren. Das ist aber auch teils eng mit staatlichen Strukturen / Interessen verknüpft und es wird sich so schnell nichts ändern, solange auf politischer Ebene dieser gewollten Umverteilung kein Riegel vorgeschoben wird. Und das ist sehr unwahrscheinlich, da das die westliche Welt extrem ändern würde, so sehr, dass viele die Moral gegenüber anderen Ländern vergessen, nur um selbst weiter so zu leben wie bisher.

Nein, Aktien handelt man eher als Investment.
Ergo, du investierst in ein Unternehmen und dies auf längere Sicht bezogen.
Mit binären Optionen spekulierst du nur, ähnlich wie beim Glücksspiel.

Davon werden keine Lebensmittelpreise direkt beeinflusst, sonst würden die Supermärkte überall stündlich die Preise ändern müssen oder gar Bauern immer nur dann ihr Korn verkaufen, wenn der Kurs oben ist.
Der direkte Einfluss zwischen Börse und Lebensmittelpreise in anderen Ländern ist somit gar nicht gegeben.

Bei deinen Sorgen würde ich mir mehr Gedanken darüber machen, warum wir unsere Auscheidungen mit Trinkwasser wegspülen während woanders Menschen wegen zu wenig Trinkwasser verdursten.

Das Handeln mit normalen Aktien ist generell nicht moralisch fragwürdig.

Jedoch sollte man sich eines immer bedenken:

An der Börse sind immer nur Großkonzerne vertreten. Und hast du schon einmal von einem Großkonzern gehört, der moralisch gut handeln würde, der seine Angestellten fair bezahlt, möglichst umweltschonenen und nachhaltig produziert, usw.? All diese Konzerne sind ja nur so groß geworden, weil sie sehr viele Gewinne machen und dies geht immer auf Kosten der Angestellten, der Natur usw. Von daher würde ich persönlich niemals einem solchen Konzern mein Geld auch noch in Form von Aktien geben. Es ist doch schon wirklich schlimm genug, wenn man deren Produkte kauft. Muss man denen jetzt auch noch das Geld über die Aktien geben?

Moralisch ganz fragwürdig sind natürlich Spekulationen auf Lebensmittel oder andere Rohstoffe. Wer sich darauf einlässt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Hierzu möchte ich anmerken, dass man nur dann dem Konzern Geld für seine Anteile bezahlt, wenn man bei der Erstnotierung berücksichtigt worden ist. Werden danach die Anteile an der Börse gehandelt, bekommt das Unternehmen keinen Cent mehr.

Gleichwohl sind natürlich alle gewinnorientierten Unternehmen (nicht nur AGs) eher wenig umweltschonend und auch nicht immer fair. Aber wer von uns Wohlstandsbürgern ist das denn überhaupt???

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