ist Ahnenforschung kostenlos?

8 Antworten

Ahnenforschung ist nicht prinzipiell kostenlos (wann immer jemand etwas arbeitet, wird er hierfür Geld verlangen). Allerdings gibt es etliche Datenbanken, deren Inhalte auch kostenlos downloadbar sind, aber "prinzipiell" kostenlos ist Ahnenforschung nicht. Wenn man etwa eine Anfrage an ein Amt stellt, wird dies eine Gebühr für die Anfrage berechnen.

Speziell zum Holocaust könnte ich mir aber vorstellen, dass es eine Menge Daten gibt, etwa auch in wissenschaftlichen Abhandlungen zu dem Thema. Die "Original-Daten" sind denke ich teilweise von den Nazi's vernichtet worden, aber es gibt sicher auch noch einiges.

Es kommt wohl viel darauf an, was Deine Quelle ist. Vielleicht hilft die Quelle ja weiter. Ein anderer Ansatz könnte sein, herauszufinden, wann und wo sie geboren ist, ob vielleicht in dem Dorf/Stadt etwas über ihr Schicksal bevor sie ins KZ deportiert wurde bekannt ist, vielleicht sogar der Tag der Deportation oder so.

Ahnenforschung bedeutet zeit und auch etwas geld aufzuwenden. Man muss rausfinden welche archive zuständig sind, welchen Zeitraum sie abdecken, und zu welchem Königreich/Kirchenverwaltungsbereich alles früher gehörte. Kleine Gebühren bezahlt man bei den Standesämtern fürs suchen von Familieneinträgen, nochmal was für Kopien. Dann kommt man selbst nicht immer in jedes Archiv rein, sondern muss Leute beauftragen die es dürfen und vorallem auch alte Schriften lesen können. Die wollen auch bezahlt werden.

Von Inline-Seiten zur Ahnenforschung halte ich nicht viel. Wenn's nach denen geht hat mein Uropa im nördlichen Deutschland gelebt, was aber falsch ist

Du solltest versuchen herauszufinden, welches KZ es war und dort näher nachforschen.

Jetzt sind schon sehr viele Dokumente online einzusehen, bzw. auch datenbanken mit Namen, z.B. online von der Gedenkstätte Ausschwitz, vom Holocaust Museum Washington, von Yad Vashem, und es gibt noch weitere Quellen (Theresienstadt, Archiv des österreichischen Widerstandes, Deportationslisten der verschiedenen Städte).

Du könntest erst mal in diesen Datenbanken nach ihrem Namen suchen...

ist Ahnenforschung kostenlos?

Grundsätzlich ja - wenn du sie selbst betreibst. Archive, selbst der Kirchen, darf man kostenfrei benutzen, du darfst die vorhandenen Archivalien einsehen und handschriftliche Auszüge machen. Aber:

An wen muss ich mich wenden um mehr über meine Urgroßeltern in Erfahrung zu bringen? An die Stadt? oder an jemand anders?

Wenn du andere Menschen beauftragen willst, für dich Daten und Fakten zu ermitteln, dann musst du ihre Arbeit natürlich bezahlen.

ich habe gestern erfahren von meiner Mutter dass meine Uroma ins KZ gekommen ist und dass an ihr Menschenversuche gemacht wurden und sie später an Tuberkulose starb. Meine Mutter meinte wahrscheinlich wäre es ein Mann namens Josef Mengele gewesen deswegen wurde ich neugierig. Ich würde nun gerne erfahren ob es möglich ist, dies nachzuweisen.

Ja, das verstehe ich gut. Wenn deine Mutter Tatsachen berichtet und sich nicht irrt, dann hast du einen Anhaltspunkt für deine Recherchen: Mengele hat seine Verbrechen im KZ Auschwitz (Polen) begangen. Deine Uroma muss also in Auschwitz gelitten haben.

Zu Auschwitz gibt es Massen an wissenschaftlicher Literatur. Du kannst dich, wenn du das willst, sehr detailliert über die furchtbarsten Verbrechen, die damals geschehen sind, und über Mengele informieren:

Was Quellen angeht, die deine Uroma speziell betreffen, könnte es problematisch werden. Denn die KZ-Mannschaft hat gegen Kriegsende massenweise Akten vernichtet. Auch Mengeles Akten sind offenbar verloren. Aber natürlich gibt es dennoch außer den erhaltenen Akten zahlreiche Zeugenberichte und sonstige Forschungen. Ich gebe dir ein paar Linktipps, die vielleicht hilfreich sein könnten:

Ich kenne das genaue Schicksal deiner Uroma nicht, aber u. U. kann dir schon Literatur wie diese weiterhelfen:

Viel Erfolg für deine Forschungen. Mögest du fündig werden! 🙂

MfG

Arnold

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich arbeite als Historiker.

Danke!! ich dachte ich hätte sie gefunden aber sie war es wohl nicht... Ist schwer zu finden vielleicht wurde sie überhaupt nicht als "Holocaust-Opfer" registriert, weil sie ja erst im Krankenhaus starb! :/

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@DerKubotan

Wenn sie in Auschwitz und Opfer von Mengele gewesen ist, dann könnte sie dennoch irgendwo verzeichnet sein. Dass sie überlebte und erst nach dem Weltkrieg in einem Krankenhaus starb, ist dabei nicht von Belang.

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Mein Vater hat von ca. 20 Jahren den Stammbaum unserer Familie recherchiert.

Er hat sich die Infos aus Kirchenbüchern aus der Umgebung und von Familysearch geholt. Ausgegeben hat er dafür nur Geld fürs Benzin. Allerdings solltest du für die Kirchenbücher Sütterlin lesen können, das dürfte heute für die meisten eine echte Hürde sein.

https://www.familysearch.org/

Wenn deine Oma Jüdin war, wird das natürlich eher nichts mit Kirchenbüchern...

Ich habe sie gefunden in der Zentralen Datenbank der Holocaust Opfer! Ihr Name war Kessler (möchte aus Privatsspäre den Vornamen etc. nicht sagen!)

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Schwieriger wird's bei der kurrentschrift. Sütterlin gab's erst ab 1911 und war eine schulschrift

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@schlappeflicker

OK, dann lag ich da falsch. Ich konnte zumindest die Schrift der Kopien von den Kirchenbüchern nicht lesen, mein Vater allerdings ohne Probleme.

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