Ist Acrylamid wirklich so gefährlich?

9 Antworten

Acrylamid ist erbgutschädigend und krebserregend. Allerdings kommt jeder täglich mit ganz vielen krebserregenden Substanzen in Berührung, aber nicht jeder bekommt Krebs.

In den seltensten Fällen kann man Krebs auf einen bestimmten Auslöser zurückführen. Wer aber jeden Tag nur verbrannten Toast isst, sich zu wenig bewegt, raucht, sich regelmäßig betrinkt und auf Urlaub nach Fukushima fährt, hat eben im Vergleich zu jemandem, der genau das Gegenteil davon tut, ein signifikant höheres Risiko. Verrückt machen muss man sich deshalb nicht, aber wenn sich manche Dinge (wie verbrannter Toast, der sowieso nicht schmeckt) leicht vermeiden lassen, ist das doch schon mal gut zu wissen.

Egal, welches Lebensmittel man untersucht, es wird sich immer irgend ein Stoff finden, der enthalten ist oder sich durch die Verarbeitung bildet, der irgend eine schlimme Krankheit verursacht.

Doch wenn man den menschlichen Körper nur gründlich untersucht, dann wird man in einem gesunden Körper für jedweden Schadstoff auch etwas finden, das geeignet ist, diesen Schadstoff zu neutralisieren.

"Gesund" und "krankmachend" wurde in längst vergangenen Zeiten einfacher gehandhabt, weil da die kommerziellen Interessen diverser Industriezweige bei der Beurteilung noch keine Rolle spielten. Zwar wurde damals auch vieles verzehrt, das der Gesundheit abträglich war, aber die Krankheit "Dauerstreß durch Überbesorgnis" gab es damals nicht.

Wie alles im Leben ist es die Menge die es ausmacht.

"Details zum Einfluss von Acrylamid auf den menschlichen Stoffwechsel sind noch weitgehend unerforscht. Aus Tierversuchen sind zwei Wirkungsweisen bekannt: Acrylamid greift zum einen direkt die DNA an, zum anderen wird es von Leberenzymen in Glycidamid umgesetzt. Diesem reaktiven Stoff wird eine starke genotoxische Wirkung zugeschrieben. Acrylamid wie auch Glycidamid bilden Verbindungen mit Aminosäuren und Nukleinbasen und können so die Struktur und Funktion beispielsweise der DNA und des Hämoglobin verändern. Im Tierversuch wurde die Weitergabe der erbgutverändernden Wirkung auch an Tochtergenerationen beobachtet.

Die Einordnung als krebserregend basiert auf Untersuchungen mit hohen Acrylamiddosen an Ratten und Mäusen. Beim Menschen fehlen trotz langjähriger Suche klare epidemiologische Ergebnisse für ein erhöhtes Krebsrisiko. Im Gegenteil: Eine Studie von 2003 fand kein erhöhtes Krebsrisiko („no measurable impact“), das Darmkrebsrisiko nahm mit zunehmenden Acrylamidgehalten in der Nahrung sogar ab.[8] Hierbei ist zudem zu beachten, dass nur in die Blutbahn gelangtes Acrylamid relevant ist; Studien legen nahe, dass die Aufnahme von Acrylamid mit der Nahrung kaum zu einem erhöhten Blutspiegel führt.[9]"

https://de.wikipedia.org/wiki/Acrylamid

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