Ist Abraham Lincoln Schuld am Sezessionskrieg der U.S.A?

Abraham Lincoln - (Geschichte, Amerika, bürgerkrieg) James Buchanan  - (Geschichte, Amerika, bürgerkrieg)

4 Antworten

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 Die Schuldfrage ist also noch das, was nach Klärung der Fakten übrigbleibt. Natürlich sind die Ursachen des Krieges bekannt, genau wie seine Folgen, doch um die Schuldfrage zu klären, müsste man eigentlich die rationale Ebene verlassen und sich mit den Wirren der menschlichen Gefühle vertraut machen. Denn Antworten wie : “ Die Südstaaten sind schuld, weil sie Fort Summer angegriffen haben !”oder: “Die Nordstaaten mit ihrer aggressiven Sklavenpolitik haben schuld! ” sind zwar teilweise korrekt, doch eigentlich viel zu banal um diese grundlegende Frage zu klären. Würde man solche Gedanken aber weiterspinnen gäbe es auch einige die behaupten die Sklaven seien schuld, weil ohne sie der Krieg nie stattgefunden hätte, doch soweit sollte man es dann doch nicht treiben.
“Die Kriegskosten betrugen nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 10 Milliarden Dollar. Knapp 50 Prozent dieser Summe hätten genügt, um das Sklavereisystem, die Ursache des Konfliktes, gegen angemessene Entschädigung der Pflanzer rechtzeitig zu beseitigen.
Man sollte also überlegen, wieso die Politiker sich diese Überlegung nicht schon vorher gestellt haben, denn des Rechnens waren sie sicher mächtig. Sie haben es nicht getan, was mich zu zwei verschiedenen Schlüssen führt. 1. Sie dachten, der Krieg wäre viel schneller vorbei und somit auch billiger. Aber da Bürgerkriege bekanntlich sehr intensiv, brutal und anhaltend sind, wäre diese Überlegung ein Fehlschluss der wohl keinem Politiker dieser Zeit passiert wäre. Schluss Nummer 2 besagt, so traurig wie es auch ist, das die verschiedenen (Teil)Nationen einfach ihre aufgestauten Aggressionen abbauen mussten. Das Sklavereisystem war sicherlich der Auslöser des Konflikts, aber sollte man als Ursache nicht vielmehr das Auseinanderleben zweier, seit der Gründung der Vereinigten Staaten existierender, Staatenblöcke ansehen ? Dieses Auseinanderleben, das Vorurteile beider Seiten mit sich führte, wurde unterstützt und beschleunigt durch die rasende Besiedelung Nordamerikas.
Meiner Meinung nach war der Konflikt unausweichlich, es gab keine Chance ihn abzuwenden. Wenn nicht 1860, dann 10, 20 oder 100 Jahre später, aber der Konflikt war immer da, und wird, leider Gottes auch immer, wenn auch in abgemilderter Form bestehen. 
Die Grundproblematik ist: Zwei völlig unterschiedliche Systeme mit unterschiedlichen ethischen Ansichten und völlig verschiedener Struktur können nur sehr, sehr schwer koexistieren , und es wird die Aufgabe der Menschen in den nächsten Jahrhunderten sein, dieses Problem zu lösen. Miteinander statt Gegeneinander.


Quelle des Fazit: studenthelp.de

Für mich ist Lincoln kein Held, denn für ihn waren die Indianer doch etwas ungleicher als die anderen Menschen. In seiner Jugend hat er gegen Indianer Krieg geführt, weil wohl die weißen Amerikaner fanden, dass sie mehr Recht auf das Land hätten, als die Ureinwohner. Sein Eintreten für die schwarzen Sklaven finde ich dann etwas unehrlich.

Meiner Meinung nach hätten die Südstaaten auch irgendwann die Sklaverei aufgegeben, auch wenn sich von den "Vereinigten Staaten" abgespalten hätten. (Und hätten sie durch innere Entwicklung die Sklaverei aufgegeben, hätte es wahrscheinlich nie den Cuclux Clan gegeben. Aber das wird jetzt zu viel Spekulation.)

Danke für deine Erbliche Antwort aber ist er für dich Schuld am Krieg? 

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@AppleWatch

Da würde ich ähnlich wie napolini antworten. Niemals hat eine einzelne Person die Kriegsschuld. 

Was dein Streitpartner vielleicht meint, ist die moralische Frage: Ist es (unabhängig von der rechtlichen Lage) nötig, einen Krieg zu führen, um zu verhindern, dass ein Teil des Landes sich abspaltet, oder soll man die Seperatisten (Sezessionisten) einfach gehen lassen? 

(Washington hat die Südstaaten mit Blut gezwungen, zu bleiben. Russland hat die Tschetschenen mit Blut gezwungen zu bleiben. Kiew zwingt gerade die Ostukraine, zu bleiben. Das Reich Österreich/Ungarn ist erst im Krieg zerfallen. Die jeweiligen Präsidenten hatten eben auch einen Eid geschworen, das Land zusammenzuhalten. Wie wird es in Zukunft dem Baskenland, Katalanien, Schottland, Tibet, Xinjang, Taiwan, Kurdistan ergehen? Werden sie sich abspalten dürfen?)

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Man sollte die Kriegsschuld nicht in einzelnen Personen suchen.

Als Lincoln gewählt wurde, hatte er eine überwältigende Mehrheit im Norden und kaum Stimmen im Süden. Das bedeutet: Das Land war bereits tief in zwei Lager gespalten. Letztlich hat Lincoln die Wahl gewonnen, weil auch die Gegenpartei, die Demokraten, sich gespalten hatten. In einen Sklaverei befürwortenden Süden und den sich davon distanzierenden Norden.

Lincoln selbst war ein moderater Sklavereigegner. Er mochte die Sklaverei nicht und war der Ansicht, dass diese langfristig beendet werden müsste. Aber er dachte keineswegs daran, für die Abschaffung der Sklaverei zu sorgen, zumal er das Land zusammenhalten wollte. Erst in Laufe des Krieges machte er die Sklavereifrage zu einem Kriegsziel. Insofern muss man  hinterfragen, inwieweit man Lincoln als Helden bezeichnen darf ;o)

Die Überlegungen, sich von der Union loszusagen, waren auch nicht mehr neu. Anlässlich Lincolns Wahl setzte sie der Süden dann aber in konkretes Handeln um.

Ich vermute, auch bei anderen Präsidenten hätte sich das Land entzweit. Und die Frage, wie weit die Souveränität der Bundesstaaten geht und wie weit die Befugnisse der Union gehen; sie hätte irgendwann eh entschieden werden müssen.

Ich habe ja geschrieben dass sich die Staaten schon unter seinem Vorgänger losgesagt haben und es schon vorher starke Spannungen zwischen Süd und Nord gab

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