islamische bank?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hab für Dich noch mal schnell unter www.islam.de geschaut. Da kannst Du mal nachfragen. Die können sicherlich beraten und helfen:

Erste Islam-Bank in Deutschland Kuveyt Turk Bank öffnet Filiale in Mannheim - Zins, Spekulationgeschäfte, Glücksspiel, Waffen und Pornografie sind verboten Unternehmensberater schätzt, dass 15 Prozent der rund vier Millionen in Deutschland lebenden Muslime ein ernsthaftes Interesse daran haben, ihr Geld im Einklang mit dem Koran anzulegen.

Glücksspiel, Waffen oder Pornografie - was der Mensch meiden soll, damit soll er keinen Handel treiben. So sieht das auch der Koran. Entsprechend hat sich in der islamisch geprägten Welt ein Bankwesen etabliert, das im Einklang mit der muslimischen Rechtslehre steht. Verboten, weil sündhaft, sind danach unschickliche Investitionen, Spekulationsgeschäfte und Zinsen. Nach einigen Startschwierigkeiten könnten islamgerechte Finanzgeschäfte wie Fonds oder die zinslose Baufinanzierung nun auch in Deutschland an Bedeutung gewinnen.

15 Prozent der rund vier Millionen in Deutschland lebenden Muslime dürften ein ernsthaftes Interesse daran haben, ihr Geld im Einklang mit dem Koran anzulegen, schätzt Unternehmensberater Philipp Wackerbeck von Booz & Company. Dabei bestünde ein Marktpotenzial von rund 1,6 Mrd. Euro. Der Berater ist nicht der einzige, der an die Zukunft der islamkonformen Branche in Deutschland glaubt. Die Kuveyt Turk Bank hat eine erste deutsche Filiale in Mannheim eröffnet, mit der Absicht, "sobald wie möglich" die Lizenz zur Vollbank zu erhalten, so Geschäftsführer Ugurlu Soylu. Dann wäre sie die erste islamkonforme Bank in Deutschland. Bisher hat sie lediglich die Erlaubnis, Geld in Drittstaaten einzulagern - die Kunden könnten ein zinsloses Konto in der Türkei eröffnen.

"Die Quintessenz des Islamic Bankings ist, dass jedem Transfer ein reales Gut zugrunde liegen muss", erklärt Volkswirt Soylu. Daher erhalte der Anleger keine Zinsen, sondern werde am wirtschaftlichen Erfolg der Bank beteiligt. Das Finanzhaus gestalte im Gegenzug seine Tätigkeiten transparent, vermeide unangemessen riskante Geschäfte und setze nicht auf die Branchen, die der Koran ablehnt. In stark muslimisch geprägten Ländern legt die Kuveyt Turk schariakonforme Fonds im dreistelligen Millionenbereich auf, doch in Deutschland betritt die Bank fast noch unbestellten Boden mit ihrem Vorstoß. Einige wenige Finanzdienstleister wie die Schweizer UBS-Bank, die Allianz oder der Vermögensverwalter Meridio führen Fonds, die nach den Regeln des Islam aufgelegt und von einem Scharia-Rat geprüft wurden. Deren Volumina nehmen sich mit unteren zweistelligen Millionenbeträgen aber eher klein aus. "Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage auch in Deutschland langfristig steigen wird", erklärt eine Sprecherin der Allianz.

P.S.

Finanzielles

Darf ein Muslim Bankkredite aufnehmen, in Kapitalanlagen investieren oder ein Sparkonto eröffnen?

Grundsätzlich gilt im Islam das Zinsverbot. Aus diesem Grund sind die Kredite, die man in Banken aufnimmt, oder Geschäfte, in denen Zinsen eine Rolle spielen, verboten. Eine Ausnahmeregelung sehen viele Gelehrten unserer Zeit jedoch im Anlegen eines Kontos. Da man in unserer Zeit sein gesamtes Geld nicht mit sich herumtragen kann, darf man ein Konto eröffnen, muß jedoch die Zinsen, die man erhält, für islamische Zwecke spenden. Neben diesen Spenden muß allerdings weiterhin die Zakat (=soziale Pflichtabgabe, eine der fünf Säulen des Islam) gezahlt werden. Nach Meinung einiger Gelehrter ist es in Notfällen erlaubt, Kredite aufzunehmen. Wann ein Notfall vorliegt, muß aber von Fall zu Fall entschieden werden.

Unterschied zwischen Kreditgabe und Aktienkauf: Bei einem Kredit müssen in jedem Fall Zinsen in bestimmter Höhe an den Geldgeber gezahlt werden, egal ob ein Gewinn oder Verlust erwirtschaftet wurde. Bei Aktienbeteiligungen ist der Geldgeber direkt am jeweiligen Geschäft beteiligt, muß also auch damit rechnen, sein Geld zu verlieren. Aber auch beim Kauf von Aktien muß man differenzieren, siehe FAQ.

Ist Leasing erlaubt?

Was bedeutet Leasing? Es ist ein Vertrag, mit dem eine Partei (Besitzer, Eigner, Vermieter, Verpächter) der anderen (Mieter, Leaser, Pächter) den Gebrauch von Land, Gebäuden, Kraftfahrzeugen und so weiter für eine bestimmte Zeit und zu einem bestimmten Preis gestattet. Das ist ähnlich dem Mieten. Manchmal gibt es dabei eine Kaufoption, also den Mietkauf. Es trifft zu, daß Leasingfirmen beim Kauf der entsprechenden Gegenstände Zinsen zahlen und diese zusammen mit ihrem Gewinn aufschlagen und in den Leasingpreis einkalkulieren. Der Leaser/Mieter ist aber selbst von dem Zins direkt nicht betroffen. Es ist ungefähr so, wie die Zahlung der Wohnungsmiete, in die der Eigentümer ja auch die Kosten fuer Hypothekenzinsen eingerechnet hat. Somit ist nur der Vermieter, nicht aber der Mieter in das Zinsgeschäft verwickelt. Aus diesem Grunde ist weder gegen das Mieten noch Leasing etwas einzuwenden.

Quelle: DML Rundbrief für Mitglieder und Freunde der Deutschen Muslim-Liga e.V., Hamburg, Nummer 02/98.

Ist der Erwerb von Aktien erlaubt?

Grundsätzlich gilt es als eine islamisch einwandfreie Sache, Beteiligungen an Firmenbesitz - und nichts anders stellt die Aktie dar - zu erwerben. Hier spricht man vom sog. Muscharaka-Prinzip. Vorbehaltlich der Aktien, also Beteiligungen, die Ihre Renditen aus Alkohol - Sex und sonstigen unethischen Wirtschaftsgütern wie z.B. die Waffenproduktion für den Export u.a., erwirtschaften. Grundsätzlich gilt es auch als verboten, Aktien zu erwerben, welche sich aus Zinsen (also Entgelte für Beleihung gemäß dem hiesigen Zinsprinzip) zusammensetzen.

Da die meisten Banken nicht nur aus dieser Sparte ihren Umsatz erbringen, sagt eine Minderheit der Gelehrten, daß man die Dividende nicht annehmen darf (bei Unterstellung das dies der Zinsanteil ist und das der somit ausgenommen wird) aber an der Zu- und Abnahme der Aktien sich beteiligen kann.

Zu Zinsverbot und Aktien

Im Koran (2:275) heißt es: "Diejenigen, die Riba (Zins) nehmen, werden dereinst nicht anders dastehen als jener, der vom Satan erfaßt und geschlagen ist. Dies wird die Strafe dafür sein, daß sie sagen: Kaufgeschäfte und Riba sind ein und dasselbe. Aber Gott hat nun einmal das Kaufgeschäft erlaubt und die Riba verboten." Demnach dürften nur zinslose Geschäfte getätigt werden. An anderer Stelle, Sure 3:130, steht aber wiederum: "Ihr Gläubigen, nehmt nicht Riba, indem ihr in mehrfachen Beträgen wiedernehmt, was ihr ausgeliehen habt!" Demnach könnte die Auffassung vertreten werden, daß das "normale" Zinsgeschäft (weit unter 100%, wie heute üblich) nicht unter das Zinsverbot des Koran fällt. Wucherzins ist selbstverständlich ohne Zweifel verboten. Die Zinsverbote haben den Effekt, daß überschüssiges (nicht lebensnotwendiges) Geld angelegt (investiert) wird und somit zum Wirtschaftswachstum der Bevölkerung beiträgt. Im Unterschied dazu verwenden Banken das Geld teils dazu, es zu höherem Zins weiterzuverleihen. Dadurch kann ein Mindestzins garantiert werden, der unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg des Schuldigers an die Bank und damit weiter an den Sparer gezahlt werden muß. Vermieden wird dies z.B. durch Direktbeteiligungen (z.B. Aktien) oder auch deren Fonds, wobei darauf zu achten ist, daß die geschäftlichen Aktivitäten der Aktiengesellschaften im islamischen Rahmen laufen (kein Verkauf von Alkohol uvm.

Die Einnahme der Bank ist der Aufschlag auf Geldgeschäfte, gemeinhin als Zins bekannt. Wie soll also eine Bank ohne Einnahmen existieren ??? Nur weil eine Bank statt "Zinsen" sowas wie "Rosa Blümchen" proklamiert, ändert sich nichts am System.

0

Es gibt auch christliche Banken. Deutsche Bank, Commerzbank. Unter islamische Banken verstehen manche Banken aus arabischen Ländern.

Unsinn. Die Deutsche Bank ist keine christliche Bank. Sie ist in Deutschland mit der größte Anbieter von Islamic Banking Produkten. Ausserdem wird dort weder Jesus, noch Mohammed , sondern das Geld angebetet.

0

Was möchtest Du wissen?