Islam - in der Moschee geheiratet, er nimmt's nicht ernst?

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14 Antworten

Rechtlich gesehen ist die "Heirat" in einer Moschee (egal ob sunnitisch oder schiitisch oder wie auch immer) nur ein religiöses Fest ohne jegliche weltliche Bedeutung, zumal die Scheidung ja auch (zumindest für den Mann) sehr einfach ist.

Rechtlich verpflichtend ist nur eine standesamtliche Trauung.

Und dein Partner nimmt offensichtlich seinen Glauben nicht ernst - sonst würde er keinen Alkohol trinken!

Wieso heiratet ihr nicht standesamtlich und islamisch? Als meine Schwester standesamtlich geheiratet hat, haben wir 2 Tage später auch die islamische Heirat gemacht. So ist die Ehe bei Allah und in Deutschland gültig. Es wird auch in vielen Moscheen ausdrücklich empfohlen auch standesamtlich zu heiraten, weil viele die islamische Heirat nicht ernst nehmen.

Das "Eheversprechen" in der Moschee hat keine große Bedeutung, da ja durch den Mann die Scheidung jederzeit leicht erfolgen kann. Sie haben nur die Möglichkeit, hier in Deutschland standesamtlich zu heiraten, alles andere ist zivilrechtlich ohne Belang. Sie sollten sich - wegen der kulturellen und religiösen Eigenheiten des Islams - unbedingt überlegen, ob Sie einen Moslem heiraten wollen. Sollten Sie selbst zum Islam übertreten, gibt es kein Zurück mehr.

Die eigentliche Problematik ist doch die Tatsache, dass man als Muslima eigentlich keinen Kontakt zu Männern haben darf, wenn man dann die 'Heirat' als Eselsbrücke für den Bruch von religiösen Verboten betrachtet, dann ist der Islam als Gegenmodell zu unserer freiheitlich demokratischen und in solchen Dingen sehr liberalen Gesellschaft doch schon gescheitert...

Offenbar war dies der einzige Grund für IHN sich Dir zu nähern, selbst wenn Du jetzt schwanger bist, kann er mit einer lapidaren "ich verstosse Dich" Geste, die gesamte Heirat anulieren. Immerhin wird er sich danach um die Versorgung des Kindes kümmern müssen, nur Du bist gesellschaftlich - im Sinne des Islams - erledigt.

Wir haben genau aus diesem Grund eine strickte Trennung der Heiratsabsicht und Heirat im kirchlichen und weltlichen Sinne geschaffen. Wenn man heiratet, dann tut man das standesamtlich, dann drückt man seinen unmissverständlichen Wunsch aus, dass man für einander steht und man muss wenn man das nicht mehr tut, auch eine Scheidung mit allen Konsequenzen vollziehen.

Ein Eheversprechen gibt es auch bei Christen oder Ungläubigen, nur dann ist man i.d.R. schon recht lange zusammen, wenn man sich verlobt, dann feiert man das mit den Freunden und Verwandten, man bekräftigt seine Liebe mit der Verlobung. Bei der Heirat geht man dann den Bund der Ehe ein, mit allen Rechten und Pflichten, nur wartet man auch dort eine Weile und sicher ist es einfacher ein Verlöbnis zu beenden als sich scheiden zu lassen...

Es gibt strenge Sitten auch in vielen christlichen und sogar atheistischen Familien, nicht wenige entscheiden sich, mit dem Sex zu warten, dass ist kein islamisches Monopol. Der Unterschied ist unsere Gesellschaft, die lange für die Rechte von Frauen, aber auch für die Förderung der Familien gekämpft haben. Mit der islamischen Praxis in Deinem Fall, wird so etwas ausgehoben, dazu kommt der Scham, den Du und Deine Familie darüber empfindest. Mir tut so etwas herzlich leid, es ist aber die Folge eines falsch verstandenen Glaubens, denn die mir bekannten Moslems wären da schon viel eher eingeschritten, denn in der Tradition der Brautwerbung und der Zustimmung der Eltern, spricht man auch um die Motive seiner Kinder, wer da die Augen verschliesst macht sich schuldig, auch im Sinne des Islams...

Hallo liebe Fragenstellerin,

hast du dich eigtl. mal mit dem Islam auseinandergezetzt? *

  • Wenn ja, dann wuerdest du wissen, dass im Islam und somit vor Allah allein die islamische Heirat zaehlt (Standesamtlich heiraten hat keine verbindende Bedeutung fuer Muslime). Es ist kein Spiel --von wegen "richtige" Hochzeit!

  • Wenn ja, dann wuerdest du auch erkennen, dass du mit deinem Mann nicht die beste Wahl getroffen hast. Denn ein nicht- praktizierender Muslim wird dir nicht die Rechte als Frau geben, die du laut Islam eigtl verdient hast.

  • Wenn ja, dann wuerdest du auch erkennen, dass das Shiitentum nicht dem wahren Islam folgt und dann wuerdest du deinen Mann entweder aufklaeren wollen, oder Abstand nehmen.

Moege Allah swt dir den richtigen Weg weisen

Wuensche dir alles Gute!

sehr gute Antwort, DH

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Hallo meinBabyBarney,

Zunächst aus Wikipedia für die, die die Unterschiede nicht wissen (ich habs auch nicht gewusst):

Die Sunniten bildeten immer die große Mehrheitsströmung im Islam.Die Unterschiede zur zweitgrößten Glaubensrichtung, deren Anhänger als Schiiten bezeichnet werden, waren anfänglich nicht theologischer Natur, sondern entsprangen der Frage, wer die Gemeinschaft der Muslime leiten soll. Bei den Sunniten bildete sich das Kalifat heraus, bei den Schiiten das Imamat.

Im Laufe der Zeit kamen dann weitere Unterschiede hinzu, besonders im Hinblick auf die schiitischen Imamiten, weniger im Hinblick auf die ebenfalls schiitischen Zaiditen.

Für dich und auch für ihn hoffe ich wirklich, dass ihr weiterhin zusammen bleibt, ichweiß auch nicht, wie die Meinung deines Freundes genau ist. Was sagen die Eltern,und zwar deine und seine?

Zitat:''ja und, war ja nur sunnitisch'' (zu seiner verteildigung - wir hatten mega streit und er war angetrunken und sehr wütend)

Kinder, Narren und Betrunkene sagen die Wahrheit, das ist ein altes Sprichwort, und es hat durchaus Berechtigung. Es dürfte ihn also belasten, dass ihr "nur" sunnitisch geheiratet habt. Daher suche bitte das Gespräch, nicht Reden, Schweigen (hat auch manchmal seine Berechtigung), Probleme nicht ansprechen, das ist das Ende jeder Beziehung. Redet euch also unbedingt aus.

Gruß aus ÖsterreichAlfred

Liebe Fragestellerin! Du weißt selbst, dass Du als gläubige Muslima keinen Mann heiraten sollst, der oft übermäßig Alkohol trinkt! Du solltest Dir überlegen, wie Du Dir Deinen weiteren Lebensweg vorstellst! Überschlag doch auch mal bitte: Wie wichtig ist Dir Deine Religion (z.B. die 5 Säulen des Islam) UnD wie hält er es (z.B. in die Moschee gehen, Gebete verrichten)!Und wie soll die (religiöse) Erziehung der Kinder sein? Wollt ihr dann abw. in die sun. und die schiit. Moschee gehen? Wie wollt ihr mit den Kindern sprechen?

Salam alaykum schwester, ich glaube das das nicht das haupsächliche Problem ist... Natürlich ist es falsch von ihm zu behaupten "es war ja nur sunnitisch" Estagfirullah! Meint er, dass die Regeln, die von unserem Propheten (saw) aufgestellt wurden, gleichgültig sind? Nein! Er hat nichtmal das Recht, soetwas zu behaupten und außerdem bin ich mir nicht sicher ob du als sunnitisch und er shiitisch überhaupt zsm. sein dürft? Weil die schiiten ja wieder unterschiedlich "Regeln" wie auch z.B. bei den Gebeten haben. Ich weis nicht aber allein die aussage: "Zu seiner Verteidigung er war angetrunken" sagt doch schon alles oder? Wallahu alem..

"haben aber in der moschee geheiratet, weil wir uns jetzt schon das versprechen geben wollten"

Wollte er das so oder Du? Ich meine, von wem ging es aus. Wenn er sagt, es war ja nur sunnitisch, dann klingt es für mich als ob diese Heirat für ihnen keinen Wert hat. Das kann Dir aber genausogut in einer Moschee der Schiiten passieren. Und überhaupt, meinst Du dann wird es besser? Bist Du denn Muslima? Paß gut auf Dich auf. Ich weiß nicht wofür es zählen soll. Entweder man folgt Allah und heiratet so wie es geschrieben ist, damit eine Ehe islamisch gültig ist oder man heiratet nicht so. Hauptsache eine Ehe ist vor Allah gültig!

Dein Freund ist Shiite und ihr habt Sunnitisch geheiratet? Da ist ja ne Verlobung eine "stärkere" Verbindung.

Dazu trinkt er als Moslem! Das ist doch von vorn bis hinten totaler Unsinn!

Wenn ihr heiraten wollt, also richtig als Mann und Frau - dann standesamtlich.

Ihr müsstest standesamtlich heiraten damits richtig zählt...

Ich gehe davon aus, dass dieser Muslim keine Ahnung von seiner Religion hat, und diese Heirat nur dazu brauchte, um sich dir zu nähern, Allah weiss es am besten.

Tja, liebe ummjonas, da stimme ich Dir diesmal zu!

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Leider ist es so, dass manche nur "heiraten" damit sie auch vor Allah, wie sie meinen, auf erlaubte Art zusammen sind. Sie sollten Allah fürchten, denn die Ehe ist die Hälfte des Iman. Und heiraten mit der Absicht Allahs Wohlgefallen zu erlangen. Nicht "dafür", sondern um mit der Frau das Leben zu verbringen. Es war auch mein erster Gedanke, dass er nur darum geheiratet haben könnte. Aber wie Du auch schreibst, Allah weiß es am besten.

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@ummjonas

Da hast du recht! - Aber selbst wenn du in der Sache nicht recht hättest, bliebe immer noch - Männer sind immer böse! - :-))

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....wieder einer weniger...so langsam rutschen wir aber dann doch mal deutlich unter die eine Millarde-Grenze.....

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das kann ich nur zustimmen. Leider.

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Wieso lebst Du bei Deinen Eltern, wenn Du verheiratet bist? Du scheinst die Muslimische Ehe nicht ernst zu nehmen!

Viele Ehepartner nehmen die Ehe nicht ernst...

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