Irgendeinen Beruf oder echte Leidenschaft?

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5 Antworten

Hallo, ja Berufswahl ist eine schwere Angelegenheit. Man ist jung, hat weder einen Überblick (über die Berufsmöglichkeiten) - noch was genau sich hinter den Berufsbezeichnungen verbirgt.

Ich war jetzt 2x zur Reha und war erschüttert, wie massenhaft viele Leute dort krank versammelt waren - erschreckend häufig durch falsche Berufswahl. Das waren Leute, die "irgendeinen" Job gemacht haben, ein Erbe antreten (Vaters Firma übernehmen) oder eine Erwartung erfüllen wollten/mussten. Es war einer dabei, der wollte für sein Leben gern Sportler sein - hatte aber aus Verpflichtungsgefühl Vaters Firma übernommen. Mit geschätzt 35 Jahren traf ihn die bittere Erkenntnis, das das nicht "sein Ding" ist - etwas das ihn krank macht. Während viele andere nach dieser Erkenntnis in ihren Traumberuf aus der Kindheit wechseln und darin aufgehen, ist dies im Sportbereich nicht möglich - als Alteisen.

Mit der Geschichte möchte ich Dich bestärken, Dich für echte Leidenschaft im Beruf zu entscheiden - was auch immer Dein Traumjob ist, egal wie schräg Dein Wunsch ist und egal wer was darüber denkt. Den Beruf übt man ca. 45 Jahre aus (Rente mit 67 - rechne selbst) und 45 Jahre chronische Unzufriedenheit ruinieren die Gesundheit. Es ist Deine Gesundheit, Du müßtest die Folgen ausbaden - und nicht irgendwelche gutmeinende Ratgeber. Gehe davon aus, das jeder nur Dein Bestes will - aber jeder hat auch eigene Prioritäten, die auf Dich übertragen werden. Bisher habe auch ich und auch meinen Kindern nach ausreichend Einkommen, Ansehen, usw. geraten. Ihr jungen Leute sollt ja später auch mal eine Familie ernähren können. Ich dachte, das sei ein guter Rat. Nach der Reha denke ich anders darüber. Und Gesundheit kann man nicht kaufen. Selbst die modernen medizintechnischen Ersatzteile sind nicht annähernd so gut wie Du im Original!!

Ich kann Dir aus der Ferne nicht sagen, was Dein idealer Beruf wäre. Das musst Du selbst herausfinden. Gehe in Dich - was hat Dich schon immer fasziniert? Suche Deine persönliche Leidenschaft, so wie Du sie bei Deinen Mitschülern siehst. Das ist Deins.

Du hast Deine Bestimmung noch nicht gefunden? Dann kannst Du Dir natürlich den Stress machen, Dich für irgendwas entscheiden zu "müssen" und dann schauen, ob's für Dich stimmig ist - und ggf. wechseln! Das gibt dann einen bunten Lebenslauf, der nicht immer gern gesehen ist. Wichtiger ist, dass es Dir gut geht, das ist unbezahlbar. Oder Du läßt Dir im Zweifelsfall einfach noch Zeit, Dich festzulegen. Viele junge Leute nutzen die Zeit, sich die Welt anzusehen. Du könntest die Vorschläge von Feynja aufgreifen (studieren, fsj) oder eine ökologische Richtung einschlagen (Freiwilliges ökologisches Jahr, NABU, WWF, BUND, OOVV) oder Praktika in diversen für Dich interessanten Firmen machen, um in die Berufsfelder reinzuschnuppern. Oder jobben in den infrage kommenden Berufsfeldern -  vielleicht ist was passendes dabei.

Wenn Du dann das machst, was Dich glücklich macht - hast Du mehr, als manch Anderer, der sich durchbeißt und eigentlich auch nichts vom Leben hat als immer mehr, schneller, höher, besser... es ist nie genug. Wenn Du meinen Rat befolgen möchtest, rechne mit Gegenwind. Es ist durchaus möglich, das Du für bekloppt erklärt wirst (oder ich). Jene, die nach Geld & Prestige entschieden haben, sind deshalb keinesfalls glücklicher und keinsfalls gesünder! Zweiflern empfehle ich ein Praktikum in der Reha Klinik in Kreischa bei Dresden. Es ist erschreckend, das eine derart große Reha-Anlage notwendig wurde. Ich finde, das spricht für sich.

Finde einen Beruf, der Dich glücklich macht und Du wirst nie das Gefühl haben zu arbeiten. Sieh Dir Deine Mitschüler an. Mein Sohn geht in elektrotechnischen Basteleien auf seit er 12 war, macht das seit 4 Jahren beruflich und wird fürstlich bezahlt. Diese tiefe innere Zufriedenheit ist schön zu sehen - der hats richtig gemacht. Diese Zufriedenheit, die Dich dann auch ergreifen wird, wird auch Deine Eltern erfreuen (falls sie erst skeptisch sein sollten).

Ach ja - ich habe auch den falschen Beruf gewählt. Mir hat nie jemand erklärt, wie ich damit umgehen, wen ich fragen könnte. Nach vielem hin & her richte ich mich nun als Selbstversorger & Schäferin ein. Das fühlt sich einfach nur gut an. Ich hätte damals, in jungen Jahren auf meine innere Stimme hören sollen.

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Kommentar von olivenheiner
26.10.2016, 22:01

hm, kleiner Fehler - der Verband heißt richtig WWOOF

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Hey. Berufswahl ist immer schwer. Ich bin gelernte Metallbauerin und arbeite mittlerweile als Piercerin, und habe einen Kurs zur Kinder Pflegeassistenz gemacht ^^ ob ich eins von den, den Rest meines Lebens machen möchte weiß ich nicht. Ich würde mich erstmal erkundigen wo du mit deinem Abschluss gute Chancen hast. Versteif dich nicht zu sehr auf dein Hobby. Sondern schau einfach welche Türen dir mit dem Abschluss offen stehen. Vielleicht möchtest du auch was studieren ? Oder ein fsj machen etc. Um Arbeitserfahrung zu sammeln. Selbst wenn du eine Ausbildung machst die dir am Ende nicht mehr so viel Spaß macht heißt es nicht das es das gewesen ist. Wenn es nach meinem Hobby geht würde ich wohl Skins für League of Legends gestalten und nichts anderes xD aber das wird nicht passieren. Schau dir an für was du qualifiziert bist und entscheide dann weiter. Was neues machen kann man immer noch :) 

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Dieser Bereich ist eigentlich nur etwas für Leute die finanziell völlig unabhängig sind oder solche die lieber mit dem Taxi durch die Stadt fahren, als irgendwelche Belege einzubuchen oder sonstigen Bürokram zu erledigen.

Aus 100 Arbeitsplätze kommen da leicht 5000 Interessenten vor der Türe (die Du aber nie sehen wirst !).

Am besten Du bedienst genau diese Leute, indem Du eine Schule für Drehbuchautoren, für Games-Tester, Drehortaquisiteure oder einfach eine Casting-Firma aufmachst, die Werbe-Modelle, (Kinder-) Schauspieler und Games-Tester kostenpflichtig vermittelt.

Dann machst Du einfach Casting-Aufrufe in den kostenlosen Stadtzeitungen und schon brummt der Laden. Dafür brauchst Du nur einen Gewerbeschein, einen Internetauftritt und ein entsprechendes Auftreten, sowie einen Anrufbeantworter. Repräsentative Räume kann man kurzfristig anmieten.

Du kannst aber auch Schülerauslandsaufenthalte in z.B. in Amerika (Nord
u. Süd) bei Gastfamilien organisieren, die Du dann als sogenannte
"Schüleraustauschprogramme" kostenpflichtig, selbstverständlich mit
strenger Bewerberauswahl (!), verkaufst.

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Wie wäre es mit Mediengestaltung? Leider ist es relativ schwer einen Job bei Gaming firmen zu bekommen...

ich würde so oder so mehr zur Leidenschaft raten...denn den Beruf wirst du vermutlich mehr als 40 Jahre ausüben...

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Wer nichts wird, wird Wirt. Und wem auch dieses nicht gelungen, der macht in Versicherungen.

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