Inzucht bei Tieren - was passiert in der DNA?

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5 Antworten

Wir haben alle "kranke" Gene in uns drin, aber weil wir zwei Sets haben (eins vom Vater, eins von der Mutter), werden die Fehler auf dem einen Set normalerweise vom anderen Set kompensiert, und umgekehrt. 

Wenn aber der Fehler auf beiden Sets vorkommt, dann tritt die Krankheit zu Tage (das ist alles jetzt sehr vereinfacht erklärt). Wenn Vater und Mutter eng verwandt sind, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass der Fehler eben auf beiden Gensets vorkommt, die sie jeweils dem Kind weitergeben; das Kind ist dann krank.

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Es sind weniger die Gene selbst, die sich verändern und zu ungewöhnlichen Phänotypen führen, sondern die Wahrscheinlichkeit ein "fehlerhaftes" Gen zu vererben.

Bei der Inzucht kommt es im Gegensatz zur "normalen" Fortpflanzung, zu keinen Austausch von neuem genetischem Material. D.h. das ein fehlerhaftes Gen da bleibt wo es ist und nicht mehr ausgetauscht wird.

LG

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Es geschieht nichts in den Genen oder mit den Genen, sondern es passiert was im Körper oder mit dem Körper, wenn bestimmte ungünstige Gene in der Zygote zusammen kommen.

Du solltest schon sorgfältig denken, bzw. dich informieren.

OK, wenn man ganz ganz sorgfältig denkt, kann natürlich auch mitten in den Genen ein Cross-Over stattfinden, aber erst in der Kinder-Genneration, mit Auswirkungen auf die Enkel-Generation.
Aber das ist sehr selten, und sicher nicht das Hauptproblem der Inzucht.

Man sollte das auch nicht genetisch überbewerten, eher gesellschaftlich kritisch. Es gibt Verbindungen, die sind einfach moralisch inakzeptabel, juristisch sowieso.
Genetisch ist es aber harmloser als eine Tradiotion, wo die Heirat von Cousin und Cousine die Regel ist, über Generationen und Jahrhunderte.
Und die sind eigentlich recht normal, nach meinen Informationen.

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Kommentar von Wurzelstock
29.06.2016, 07:30

Thomas, die Antwort von Luteka ist besser - wenn die Sache auch dort sehr vereinfacht dargestellt ist. Aber darauf weist sie ausdrücklich hin.

Das Crossing-Over ist kein spezielles Problem bei Inzucht, sondern kann immer vorkommen, und die Heirat zwischen Cousin und Cousine über Jahrhunderte ist genetisch keineswegs harmlos. Durch eben diese Beobachtung wurden die negativen Folgen für die Population ja festgestellt. Der Dorftrottel ist sprichwörtlich.

Wissenschaftlich lässt es sich leicht nachvollziehen. Die sexuelle Rekombination der Gene dient nicht der Vermehrung einer Art, sondern ihrer Widerstandsfähigkeit. Durch Inzucht wird die Vielfalt des genetischen Pools reduziert, was dem biologischen Ziel zuwider läuft.

Zudem kann sich eine Selektion - egal ob positiv oder negativ - nicht nur bei den Kindern und Enkeln, sondern sieben Generationen lang zeigen. (Das ist die Generationenzahl, mit der die Genetiker rechnen.)

Was Du moralisch inakzeptabel nennst, gehört nicht in den biologischen Zusammenhang, sondern in den Bereich der Gesellschaftswissenschaften, die mit den Fragen der sozialen Abhängigkeiten eigenen Begründungen folgen. Sie stützen am Ende aber wiederum die biologistische Grundlage.

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Es kommt zu einer Degeneration, mit ein Grund warum Inzucht verboten ist.

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