Inwieweit kann Tiefgründigkeit gefährlich sein?

34 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Tiefgründigkeit birgt die Gefahr, dass man sich selbst in der Tiefe verliert. Dass man sich so weit in einen Abgrund hinunterwagt, bis man oben gar kein Tageslicht mehr erkennt und die Orientierung verliert.

Ich bin der Ansicht, dass Tiefgründigkeit das Leben bereichert. Darüber sollte man aber nicht vergessen, dass Oberflächlichkeit mehr ist als die Geisteshaltung von platinblondierten Chantals mit Hund in der Handtasche. Es ist ein notwendiger Schutzmechanismus um sich in der großen Welt und dem komplizierten Leben zurechtzufinden.

Oberflächlichkeit und Tiefgründigkeit schließen sich nicht aus. Im Idealfall ergänzen sie sich. Es gibt zu viel zu tun und zu wenig Zeit um alles tiefgehend zu ergründen. Also muss man an einigen Stellen vorläufig an oberflächlichen Urteilen und Ansichten festhalten, damit man den Überblick nicht verliert, wenn man Anderes versucht in der Tiefe zu ergründen. Daran ist nichts falsch, solange man seine eigene Oberflächlichkeit realisiert und in der Lage ist, sie im Zweifel zu hinterfragen und nicht dogmatisch an ihr festhält.

Die Gefahr der Tiefgründigkeit liegt genau an der Schnittstelle zur Oberflächlichkeit. Wenn man gleichzeitig alles in Frage stellt und Leitplanken verloren gehen, dann ist es möglich die Orientierung zu verlieren und aus seinen Gedankenkarussells nicht mehr hinauszufinden. Man braucht manchmal einfach ein paar Wegweißer um weiterzugehen, selbst wenn man im Nachhinein feststellen muss, dass sie in die falsche Richtung gezeigt haben. :)

Dann können die falschen Wegweise wohl auch einmal die richtigen sein, sofern sie aus einem Wirrwarr von Gedanken heraus zu kommen. Das zeigt zumindest, dass das "Negative" auch etwas "Positives" hat. Aber wie kommt man denn zu diesen Wegweisern? Oder kommen die ganz von alleine zu einem?

Ich denke , dass Oberflächlichkeit tatsächlich ein Schutzmechanismus ist, denn ansonsten geht, wie du sagst, die Orientierung verloren und man weiß nicht mehr, wie die Welt im Licht aussehen könnte. Vermutlich ein gefährlicher Zustand für sich selbst... Eine ewig düstere Nacht ist sicher nichts, worin man sich wohl fühlt und wo man seinen Verstand und sein Herz wach halten kann.

Also liegt es letztendlich wieder daran, eine Mischung zu finden aus Oberflächlichkeit und Tiefgründigkeit, um sich selbst einen Gefallen zu tun.

Vielen Dank für deine Antwort roma2701. Ich fand sie hilfreich und habe mich wirklich sehr darüber gefreut.

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@JackySmith

Schließe mich dem an. Ich kann mich mit romas Antwort absolut identifizieren. Toller Beitrag!

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@JackySmith

Danke für dein Lob. Mir gefällt es, dass du auf die Antworten wirklich eingehst, was hier ja selten genug ist. Und dann auch noch so schwere Gegenfragen stellst. ;)

Ich muss zugeben, dass die Wegweiser ein wunder Punkt von mir sind. Wahrscheinlich können andere Menschen mit mehr Erfahrung und Sicherheit im Leben besser beantworten, wie man Wegweiser für sich findet.

Jeder Mensch bekommt durch seine Sozalisation bestimmte Wegweiser im Gesamtpaket mitgeliefert. Als Kind weiß man, dass man ein paar Jahre in die Schule geht, sich verliebt und später heiratet, Feuerwehrmann oder Busfahrer wird und immer nett zu anderen Menschen ist. Man weiß wo es lang geht und diesen sicheren Plan braucht man auch, wo es doch so viel zu verstehen und entdecken gibt, man mit so viel Neuen und Unbekannten konfrontiert wird.

Irgendwann beginnt man dann, nicht nur die Welt sondern auch sich selbst zu entdecken, existenzielle Fragen zu stellen und in die Unsicherheit einzutreten, als die sich der eigene weitere Lebensweg entpuppt. Bei manchen wird das ganze Gerüst erschüttert. Andere behalten wichtige Stützpfeiler.

Wegweiser können je nach Persönlichkeit und Lebenslage fast alles sein. Familie, Beruf, Freunde, Bildung, Religion, individuelle Lebensziele usw. Leichter sind die Wegweiser, die man von Umfeld, Familie und Gesellschaft einfach mitbekommt. Schwierig sind die, die man sich selbst erkämpfen muss. Man findet sie, wenn man in der Tiefe und Haltlosigkeit der eigenen Zweifel nicht nur noch fällt, sondern auf einen Grund stößt. Etwas, das man für sich selbst als wahr und richtig betrachtet. Wenn alles gut geht, dann heißt Tiefgründigkeit nicht nur in die Unedlichkeit fragen, sondern auch eigene Antworten finden. In denen man ein bisschen Sicherheit findet, einen Wegweiser eben.

Nur sind solche Wegweiser sehr hart erarbeitet und ich weiß nicht wie lange es dauert bis man sie findet, oder ob man sie denn überhaupt findet. Deshalb ist es meiner Ansicht nach wichtig Ziele, Vorstellungen und Wegweiser von Außen zu übernehmen. Die Zweifel an ihnen zurückzuschrauben und möglichst viel Vertrauen in sie zu legen. Es mag zwar inkonsequent sein, sich von etwas leiten zu lassen, dass ebenso gut in die falsche Richtung zeigen könnte. Aber wie soll man sich ohne irgendeinen Halt und jegliche Sicherheit in die Abgründe hineinwagen, in denen man nur nicht fallen darf? :)

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@roma2701

Kein Problem ;-)

Deine Erfahrungen reichen mir vollkommen aus, weil du anscheinend einen ziemlich großen Schatz davon hast. Deswegen bin ich damit voll und ganz zufrieden.

Aus meiner Erfahrung kann ich dir sagen, dass es nicht so einfach ist, Wegweiser von außen zu übernehmen. Ich muss mich da schon ziemlich mit meiner Oberflächlichkeit arrangieren, um über ihre eventuelle Falschheit hinweg sehen zu zu können. Aber ich glaube, ich habe da schon ein paar gute Wegweiser. Sowohl innerhalb als auch außerhalb von mir. Ich habe mich halt nur noch nicht wirklich getraut, mich danach tatsächlich zu richten. Mit Allgemeinen außerhalb von mir kann ich mich auch ganz gut arrangieren, wenn ich sie nicht hinterfrage.

Nun gut. Ich denke dein Rat wird mir weiter helfen, denn an sich ist er auch schon ein guter Wegweiser, der mir Richtungen aufzeigt, die ich vorher nicht gesehen habe. Nochmals vielen Dank :-)

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tiefgründigkeit.hat oftmals auch etwas mit intelligenz zu tun. intelligente menschen ( also tiefgründige menschen) sind statistisch gesehen oftmals depressiver veranlagt als dumme menschen. die frage die sich hier stellt ist, welchen weg WILL ich gehen?

zu tiefgründig beinhaltet dass man alles hinterfragt, dass man sich oft auch über die zwischenmenschlich dummen menschen aufregt. aber es bringt auch mit sich, dass man sich oftmals unverstanden fühlt. viele oberflächliche menschen stellen sich gar nicht erst solche fragen. sie sind traurig weil der freund sie verlassen hat, oder weil ihre frisur nicht sitzt.

Tiefgründige menschen sind sensibler. auf eine andere art. das heisst jetzt nicht, dass sie mehr heulen oder so. aber tiefgründige menschen nehmen kleine signale besser war. so behaupte ich jetzt mal frech: das herz von tiefgründigen menschen kann schon nur gebrochen werden wenn sie zur tür hinaus gehen. der tiefgründige leidet oft auch unter den oberflächlichen menschen. er wünscht sich manchmal villeicht seine gedanken einfach abstellen zu können und einfach den tag geniessen.

ich weiss keine antwort auf diese frage. villeicht muss man nicht umbedingt glücklich sein im leben. habt ihr das schon mal überlegt? ja villecht kommt es nicht darauf an. die hauptsache ist zu fühlen, sich klar zu sein, dass man gefühle hat. seht euch die künstler an. und ich spreche jez nich von rihanna und co. ich rede von den grossen künstlern mit den inhaltlich ,, teifgründigen,, texten wie edith piaf, bob dylan, leonard cohen... die sind oder waren wohl kaum glücklich, aber sie haben gefühlt, gelebt.

Liebe JackySmith,

vielleicht spielerisch? Ein wenig kommt es mir vor wie Apnoetauchen; du bewegst dich in der Welt, von der du sonst nur die Oberfläche siehst. Du kannst es oft tun und wirst immer mehr entdecken. Doch gerade bei tiefgründigen Menschen ist der Grund einfach zu tief. Und zum Leben ist dieses Element nicht dauerhaft geeignet. Dein Leben würde ich mit dem Segeln auf einem Schiff vergleichen. Du bewegst dich auf der Grenze zwischen deinem Ich und der Welt voran, getrieben und treibend. Doch die Luft, die du zum Atmen brauchst, die auch zum Sturm werden kann und das Meer aufpeitschen, diese Luft fehlt dir dort unten. Es muß immer ein Ausflug bleiben im Bewußtsein, daß du den letzten Grund nicht erreichen kannst. Dein Leben geht weiter und so verändert sich auch der Grund. Du müßtest stillestehen, um ihn wirklich genau kennenzulernen, doch dieser Stillstand ist nur in einer sehr ungesunden Umgebung möglich und macht dich vielleicht schlauer über deine Untiefen, er wird dich aber auch zerstören.

Wahre das Gleichmaß. Der Segler muß wissen, wo die Untiefen sind, das ist wohl wahr. Vergißt er jedoch darüber den Wind und das Wetter, segelt er nicht lange. Und versucht er gar, in dieser stillen Welt voranzukommen anstatt an der Oberfläche, ertrinkt er. Es ist hochinteressant, dem Glitzern aus der Tiefe nachzujagen, aber man darf nicht vergessen, daß das Leben an der Oberfläche stattfindet. Das ist nicht Oberflächlichkeit, sondern der normalen Physik vergleichbar: wenn sich Dinge berühren, dann zuerst an der Oberfläche.

Nur ein Narr hielte diese für die innere Natur eines Dinges. Diese Gefahr besteht bei dir nicht. Doch die Natur eines tiefgründigen Menschen bringt es mit sich, daß Fragen immer in Fragen münden. Und Fragen brauchen Zeit. Wie auch das Leben. Dein Wissen über die Tiefen ist umfangreich. Genug, um dein Schiff zu segeln. Nimm dir die Zeit dafür ...

LG andisazi

Großartige Bilder - schade, dass man Deine Antworten zur Zeit nicht bewerten darf.

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@lichtschatten

Wieso darf man die nicht bewerten ???

Ich dachte, die Technik spinnt schon wieder !?!

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Danke vielmals für deine Antwort andisazi.

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Großartige Antwort. Danke.

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