Inwieweit ist das BGB noch vom römischen Recht beeinflusst?

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1 Antwort

Hi lovepink,

ich möchte zunächst anmerken, dass ich weder an der Veranstaltung Digestenexegese bzw. Pandektenwissenschaft, Römisches Recht oder ähnliche historische Veranstaltungen teilgenommen habe.

Dennoch resultieren - gerade im Zivilrecht - viele unserer heutigen Normen aus der Abstrahierung von Rechtssätzen aus dem römischen Fallrecht.

Ein ganz gutes Beispiel ist der Prinzip "impossibilium nulla est obligatio" (= Keine Verpflichtung bei Unmöglichkeit bzw. zu unmöglichem ist niemand verpflichtet). Bei diesem handelt es sich um einen solchen Satz. Dieser Grundsatz findet sich bereits im römischen Recht wieder (Digesten 50, 17, 185). Heute ist dieser im in § 275 BGB kodifiziert worden.

Das BGB hat unzählige dieser Prinzipien kodifiziert. Man könnte sagen, die Grundprinzipien unseres bürgerlichen Rechts bauen in erheblichen Ausmaß darauf auf. Es ist daher für das Verständnis unserer BGB sehr positiv, wenn man sich mit den Prinzipien des Privatrechts auseinandersetzt. Schnell wird man feststellen, dass fast all unsere tragenden Prinzipien auch auf ältere Tage zurückzuführen sind.

Ich habe die folgenden Links abgesehen von dem Digesten-Nachweis nicht gelesen, glaube aber, dass sie dir vielleicht helfen können:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rezeption_des_r%C3%B6mischen_Rechts

https://de.wikipedia.org/wiki/Pandektenwissenschaft

https://de.wikipedia.org/wiki/Impossibilium_nulla_est_obligatio

https://de.wikipedia.org/wiki/Rei_vindicatio_(r%C3%B6misches_Recht)

Wenn du Fragen hast oder andere Beispiele brauchst, kannst du ja kommentieren. Ich hoffe, dass ich dir etwas helfen konnte.

Viele Grüße, JS

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