Inwieweit dürfen / sollten wir in die Natur und deren Gesetze eingreifen?

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7 Antworten

Boah, ich glaube da gibt es keine "ultimative" Antwort dafür. Das ist wieder so ein Thema wo man sich endlos Gedanken drüber machen kann und doch zu keinem Ergebnis kommt. Und wo jeder anderer Meinung ist.

Wir haben ja bereits extrem in die Gesetze und Gegebenheiten in der Natur eingegriffen. Schau nur mal aus dem Fenster, unsere Häuser, Straßen, Autos... das alles sind Eingriffe in die Natur. Mit jedem Auto verpesten wir die Luft weiter. Und mit jedem Haus das neu gebaut wird berauben wir wieder viele Tiere ihres Lebensraums.

Wenn man genau überlegt war es schon immer so, dass für die Erhaltung des Lebens eines Lebewesens andere sterben mussten. Ob das die Neandertaler waren die einen Büffel getötet haben um ihn zu essen, oder ob ein Leopard eine Garzelle reisst... Nur wenn man dann mal dagegen hält, dass es in der heutigen Zeit Fabriken gibt, in denen MINÜTLICH 27.000 HÜhner getötet werden, nur damit wir Menschen uns jeden Tag mit Fleisch den Bauch vollschlagen können, wird eben extrem klar, dass dieses Töten nicht mehr dazu da ist um die eigene Existenz zu wahren, sondern im Grunde nur aus Föllerei. Und so etwas geht zu weit. Leider macht sich heute niemand mehr Gedanken darüber. Und es ist verdammt krass, wie auch das Bewusstsein über "Fleisch" immer weniger wird. Neulich hat mir jemand erzählt er hätte in der letzten Woche nur 2x Fleisch gegessen... hat aber glatt vergessen, die Leberwurst mitzurechnen, die er sich jeden Tag auf's Brot gestrichen hat... oder den Speck, der in seinem Samstags-Frühstücks-Rührei war... Wenn die Menschen sich wieder mehr Gedanken über das Essen und vor allem darüber, wo das Essen eigentlich herkommt, machen würden, wäre vielleicht schon einiges besser...

Mindestens genauso grenzwertig ist im Grunde die Sache mit der künstlichen Befruchtung zu sehen... Ja, es ist auf der einen Seite schon toll, dass Menschen, die sich sehnlichst ein Kind wünschen, auf diese Weise die Möglichkeit bekommen, wenn es anders nicht klappt... auf der anderen Seite ist das auch wieder ein erheblicher Eingriff in die Natur und damit ist die Frage verbunden, ob sich die Natur "nicht etwas dabei gedacht hat", dass es auf natürlichem Weg nicht geht. Vielleicht sind die so entstandenen Kinder viel anfälliger für Krankheiten, Allergien etc. ...

Es gibt auch positive Seiten, die Natur zu beeinflussen... wenn man sich mal die Organisationen ansieht, die durch gezielte Zucht versuchen, bestimmte Rassen vor dem Aussterben zu retten... aber auch hier ist die andere Seite der Medaille bzw. die Gegenfrage, ob's nicht vielleicht gar nicht so weit gekommen wäre, wenn wir mit unserer Umgebung und der Natur anders umgegangen wären...

Sterbehilfe und lebenserhaltende Maßnahmen (Hirntote Menschen noch jahre Lang über Automaten leben lassen etc.) wäre ein weiterer Punkt über den man hier streiten kann...

Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, bis zu welchem Punkt die Eingriffe für ihn in Ordnung ist. Zwar kann man selbst jetzt nicht die ganze Welt verändern, aber für sich solche Sachen entscheiden, z.B. wie oft man Fleisch isst, wo man es kauft etc.

danke für die tolle antwort!

ich sehe das so wie du. es gibt viele positive, aber auch viele negative eingriffe. und es ist eine schwierige frage, ich weiß, aber ich erhoffe mir durch die frage etwas mehr klarheit zu bekommen... würde mir das nämlich gerne mal aus anderen perspektiven anschauen, damit ich das besser beurteilen kann...

auf jeden fall danke für die ausführliche antwort:)

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Meiner Meinung nach dürfen wir die Natur nutzen, aber nicht ausbeuten. Darin besteht der große Unterschied. Wir können alle Pflanzen und Mineralien nehmen, müssen aber dafür Sorge tragen, daß es nachwachsen kann, nicht verschwendet wird oder reiner Profitgier zum Opfer fällt. Leider passiert heute vielfach genau das. Es sollte so wie im übrigen auch im zwischenmenschlichen Bereich ein Miteinander und nicht Kampf bzw. ein Gegeneinander sein. Ohne die Natur können wir nicht leben und das sollten wir uns vor Augen halten. Ich habe daher auch ein Lied über die Schönheit und Intelligenz der Natur geschrieben:

Bitte teilt diesen Link auch!!!

Ich finde, wir sollten versuchen, weitesgehend gar nicht in die Natur einzugreifen. Und wenn es nötig ist, dann so, dass niemand (sei es Flora, Fauna etc.) dadurch zu schaden kommt. Leider sehen das nicht alle so und so wird das Gleichgewicht in unserer Welt immer weiter zerstört.

Hi Pinky,

mal wieder eine gute Frage von dir... :-)

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Vorneweg möchte ich die Aussage eines weiteren Users hier bestätigen: Dies ist ein Thema, wo jeder eine andere Meinung hat. Da gibt es kein richtig und falsch - entweder man vertritt die eine oder die andere Ansicht. Man kommt zu keinem Ergebnis, wie weit der Mensch denn nun vorgehen und eingreifen darf, weil einfach jeder etwas anderes dazu meint.

Daher werde ich hier eventuell etwas von meiner Meinung einfließen lassen, da es einfach keine einheitliche Antwort gibt.

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Du schreibst, dass wir versuchen, Impfstoffe zu finden und Krankheiten zu heilen, Menschenleben zu retten und damit in die Natur eingreifen. Und du fragst, ob wir das sollen/dürfen. Das ist eine gar nicht so leicht zu beantwortende Frage...

Ich glaube, jede Art von Lebewesen versucht, sich selber am Leben zu halten.

Daher ist es berechtigt, dass wir Kranke und Sterbende versuchen, zu heilen oder am Leben zu halten - schließlich machen wir nichts anderes als Tiere und die Natur an sich auch, nur dass wir dank unserem bewussten Handeln und Denken es erfolgreicher können...das ist dann allerdings auch der Punkt, wo man sagen kann, dass wir es deswegen nicht sollen. Schließlich bringen wir durch unseren "Erfolg", den die Tiere und Pflanzen nicht so stark haben (etwas ungeschickt formuliert...aber ich hoffe, dass du weißt, was ich meine) die Gesetze der Natur aus dem Gleichgewicht, stören die natürliche Selektion.

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Ob man der Natur alles selbst überlassen sollte, das kann ich ebenso nicht beantworten...eigentlich haben wir ja sozusagen das Recht, in die Natur einzugreifen, weil wir die "Fähigkeiten" dazu erworben haben. Jede Tierart, die an unserer Stelle wäre, hätte es ebenso getan. Allerdings stellt sich dann die Frage: Ist das überhaupt noch Natur? Darf man da noch mit der Natur und deren Lebewesen vergleichen?

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Die Natur würde ja auch ohne den Menschen perfekt zurechtkommen, die menschlichen "Kenntnisse", so nenne ich es mal, sind für die Natur absolut unnötig. Sie hält sich selbst am Leben, sie hat selber unzählige Gesetze, die dafür sorgen, dass alles perfekt läuft.

Wenn der Mensch nicht eingreifen würde.

Nehmen wir zum Beispiel den Naturschutz. Der Mensch jagt Tiere, holzt/rodet Wälder. An sich nichts Verwerfliches und Schädliches - der Mensch braucht dies, um zu überleben. Auch Tiere tun dies. Nur haben wir so viel "Macht", dass das alles über den natürlichen Rahmen hinausgeht. Wir nehmen mehr, als wir brauchen. Viel mehr. Und so gerät die Natur aus dem Gleichgewicht, wir zerstören sie langsam...und wissentlich, was ich ehrlich gesagt nahezu dämlich finde, wir wissen, dass wir sie zerstören, machen aber trotzdem immer weiter...das fängt schon bei uns Normalbürgern an, wenn wir aus Bequemlichkeit das Auto nehmen, aber ständig über die Naturverschmutzung und -ausbeutung jammern. Zwar kann man auch das Gegenteilige sehen, die unzähligen Naturschutzorganisationen zum Beispiel. Aber wären sie nötig, wenn wir die Natur nicht gestört hätten? Wohl eher nicht.

Dazu gibt es auch einen Satz, der eines relativ gut auf den Punkt bringt...die Natur kommt prima ohne den Menschen aus, aber der Mensch nicht ohne die Natur.

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Ja, gute Frage...was sollten wir der Natur überlassen, was nicht? Ich bin mir da echt nicht sicher. Wie gesagt ist es ja eigentlich legitim, dass wir in die Natur eingreifen, weil wir dazu einfach die Fähigkeiten erworben haben und es natürlich ist, dass wir sie auch anwenden...andererseits kann man da nicht mehr von Natur sprechen, weil es einfach ein so großes Ausmaß genommen hat, dass es einfach nicht mehr natürlich ist.

Du siehst, deine Frage ist nicht einheitlich und "richtig" zu beantworten...das kann man alles so oder so sehen. Auch habe ich nicht ganz konkret auf deine Fragen antworten können...das geht irgendwie einfach nicht, es gibt so viele Aspekte und "Zweige", die man verfolgen kann.

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Ich glaube, du solltest für dich selber eine Antwort finden. Jeder wird zu dem Thema eine andere Meinung haben, es gibt einfach keine Richtige...von daher unterstütze das, was du selber am vernünftigsten und richtigsten findest. :-)

Eine sehr wunderschöne Antwort!

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@punkrockboy

eine "sehr wunderschöne antwort"? irgendwie doppeltgemoppelt, findest du nicht?:D

also, carina2432... eine super antwort:) irgendwie bringen mich die ganzen antworten zu der zusammenfassung, dass wir manipulieren und in die gesetze eingreifen dürfen, aber es zu viel tun. und aus meiner sicht ist das ja dann im grunde genommen einfach - überpopulation der menschen.

oder? wenn es nur wenige menschen gäbe, würde es wahrscheinlich keinen riesigen krieg geben, da man ja genug platz hat und joa... dann würde die umwelt nicht verpestet werden, zwar zum kleinen teil, was aber kein riesen ausmaß hat... genmanipulation und so ein zeugs bräuchte man auch nicht mehr (eigentlich braucht mans meiner meinung nach sowieso nicht) und... von daher.

oder habe ich da irgendeinen gedanklichen fehler gemacht?

auf jeden fall erstmal danke für die ausführliche antwort:)

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@Pinky95

Der Antwort ist tatsächlich nicht viel hinzuzufügen. Ob wir eingreifen „dürfen“ oder „sollen“ entscheidet die Menschheit praktisch selber, es gibt keine Instanz, die etwas verbietet oder erlaubt, das bestimmen wir ethisch – moralisch selber. Aber Fehler werden sich irgendwann durch die Natur rächen.

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Die Ursache liegt tatsächlich in der riesigen Population der Menschheit, die praktisch den gesamten Erdball besiedelt hat und fast alles in ihrem Sinne verändert hat.

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Schau aus dem Fenster und stelle Dir vor, dass ohne den Menschen hier in Mitteleuropa alles mit einem Mischwald bedeckt wäre, der Mensch hat alleine durch seine Anwesenheit mit seiner Technik die ganze Landschaft in seinem Sinne gestaltet.

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@valentin301

ja, das stimmt wirklich... eigentlich ein trauriger und schöner gedanke zugleich, wenn man überlegt, man würde auf einmal mitten in der natur sein... überall noch tiere und pflanzen und nicht nur graue gebäude und stadt... ja, es ist schon recht schade.

aber das problem ist, dass man es eigentlich nie so wollen kann als mensch... denn die heutigen standards würden weggeweht sein, und man würde nicht mehr zurechtkommen und allgemein - es geht einfach nicht.

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@Pinky95

Ca. eine Woche lang war ich weg, und schon hab ich wieder etwas verpasst...lach

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@punkrockboy: Danke...

@Pinky und Valentin: Das mit der Überpopulation der Menschheit sehe ich genauso...es liegt wohl wirklich daran. Der Mensch hat fast den ganzen Planeten vollkommen verändert, abgesehen von winzig kleinen Gebieten, die tatsächlich noch so sind, wie sie vorher gewesen waren...auch das mit der Umwelt, dem Krieg und der Genmanipulation wäre nicht vorhanden, wenn es weniger Menschen gäbe...obwohl ich glaube, dass Genmanipulation trotzdem betrieben wird, allein durch die Neugier. Der Mensch versucht ja, vieles herauszufinden und zu erforschen...aber das wäre dann wohl ungefähr so wie mit der Umwelt, wenn es nicht so viele Menschen gäbe, hätte es kein riesen Ausmaß.

Was das mit der Natur angeht...es ist wirklich ein zugleich schöner und trauriger Gedanke. Wenn ich die Wahl hätte zwischen unberührter Natur und der "bearbeiteten" Welt, würde ich nach langem Überlegen letztendlich wahrscheinlich doch die Natur nehmen...aber es wäre unmöglich, wir würden nicht mehr zurechtkommen, unser Leben wäre völlig anders, alle heutigen Standards würden weggeweht sein, wie du bereits sagtest, Pinky.

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Die Idee, daß die Natur oberschlau ist und alles ganz toll eingerichtet hast, stammt von Rousseau. Und der war, ehrlich gesagt, ein ziemlicher Idiot. Grundsätzlich ist die Unterscheidung zwischen 'natürlich' und 'künstlich' ziemlich ... künstlich und wenig produktiv. Bestes Beispiel ist die widersinnige Angst vor 'Chemikalien' - wir bestehen aus Chemikalien und essen Chemikalien. U.a. produziert der Körper ca. 20 g Formaldehyd am Tag.

Nebenbei: Die einzigen Leute, die Naturgesetze brechen, sind Pseudowissenschaftler und Anhänger der Alternativmedizin. Der Rest hält sich schön brav an die Grenzen der Natur...

also der eingriff in die natur steht schon in der bibel, das der mensch mit ihr leben und sie organisieren soll (Sinngemäß). Meine Meinung ist das wir die Natur gar nicht beherrschen können. Wir können Arten ausrotten, die Meere eindämmen aber irgendwann holt sich die Natur alles zurück. Ein Tsunami und der Damm ist weg.... usw Auf N24 kommt auch öfters mal ne Reportage darüber was passiert wenn es keine Menschen mehr gibt. Ergebnis 15 Jahre und im Bundestag wächst Wald ;)

ja die reportage kenne ich:D ist mittlerweile auch schon tausendmal gelaufen^^

ich denke, dass du da schon recht hast... wir können nicht die natur beherrschen. aber unsere eingriffe haben doch deutliche auswirkungen, denke ich...

auf jeden fall danke für die antwort:)

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@Pinky95

Sie haben auswirkungen, aber ich denke diese auswirkungen sind nur kurzfristig in der Geschichte der Erde ist der Mensch nur ein Augenzwinkern.

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@linuxmaverick

vergleiche zb die eiszeit mit dem Menschen. Die Eiszeit hat viel mehr "zerstört" als der Mensch je könnte (selbst mit nuklearwaffen). Trotzdem hat die Natur überlebt.

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@linuxmaverick

ja, das stimmt auch wieder... wäre auch eine frage zum diskutieren:D

ich meine, impfstoffe haben ja schon eine auswirkungen... klar, die natur schafft sich auch wieder wege daran vorbei, aber allgemein ist die lebenserwartung von menschen ja sehr gestiegen.

wahrscheinlich wird der mensch sich irgendwann selbst damit zerstören:S

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@linuxmaverick

ja, die menschen sind eben nicht immer so intelligent, wie sie scheinen...

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Ich meine, dass wir so weit in die Natur eingreifen können, wie wir sie nicht unwiderruflich zerstören.

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